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Dank Hummels nach Wembley: BVB im Champions-League-Finale

Borussia Dortmund zeigt im Halbfinal-Rückspiel bei Paris Saint-Germain eine starke Leistung. Der gefeierte Held ist einer, der schon 2013 im Endspiel mit dabei war.

Der BVB hat den Einzug ins Champions-League-Finale geschafft.
Foto: Robert Michael/dpa

Die Champions-League-Helden aus Dortmund um Mats Hummels eilten nach dem Schlusspfiff wie verrückt zu den mitgereisten Fans und läuteten eine lange Nacht ein. Der BVB steht nach einem 1:0 (0:0) im Halbfinal-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain sensationell wieder im Finale der Fußball-Königsklasse im Wembley-Stadion.

In der 50. Minute köpfte Routinier Hummels das entscheidende Tor. Sollte dem FC Bayern am Mittwochabend (21.00 Uhr) ein Sieg bei Real Madrid gelingen, wäre eine Neuauflage des deutschen Showdowns 2013 in der Londoner Kultstätte perfekt.

Wie bereits beim 1:0-Sieg sechs Tage zuvor in Dortmund bot der BVB dem favorisierten Starensemble um Ausnahmekönner Kylian Mbappé vor knapp 50.000 Zuschauern im Parc des Princes einen leidenschaftlichen Kampf und steht nach 1997 und 2013 zum dritten Mal im Endspiel der Champions League. Dagegen geht für den aus Katar mit hohem finanziellem Aufwand alimentierten Club aus Paris das lange Warten auf einen Triumph im wichtigsten europäischen Wettbewerb weiter. Die hochgelobten Ballkünstler verzweifelten – am Dortmunder Bollwerk sowie jeweils zweimal am Pfosten und an der Latte des BVB-Tores.

BVB zu Beginn kaum unter Druck

«Road to Wembley», stand unmittelbar vor dem Anpfiff auf einem riesigen Banner der französischen Fans. Der Weg zum Finale war zu diesem Zeitpunkt noch weit für den BVB, auch wenn der Bundesligist im Prinzenpark zu Beginn nicht unter so immensen Druck geriet wie beim 0:2 im Gruppenspiel im vergangenen September. Nach gut einer Viertelstunde wagten sich die Dortmunder sogar frühzeitig immer wieder Richtung PSG-Strafraum, meist über den sichtlich motivierten Jadon Sancho auf der rechten Seite.

Terzic hatte alle zehn Feldspieler, die er am vergangenen Wochenende in der Bundesliga-Partie gegen den FC Augsburg (5:1) aus der Startelf rotiert hatte, wieder aufgestellt. Im Gegensatz zum Hinspiel stand auch Angreifer Donyell Malen wieder zur Verfügung. Der schnelle Angreifer saß jedoch zu Beginn auf der Bank.

Jede Minute, die verging, half dem BVB, der defensiv zunächst sicher stand. In der ersten Halbzeit baute Paris geduldig das Spiel auf. Über die rechte PSG-Seite mit den Ex-Dortmundern Ousmane Dembélé und Achraf Hakimi kam mehr als über die linke mit Superstar Mbappé, der den Edelclub im Sommer aller Voraussicht nach verlassen wird.

Adeyemi vergibt beste Chance der ersten Halbzeit

Die erste bessere Chance hatte jedoch Dortmund: Karim Adeyemi scheiterte bei einem Konter am Pariser Torwart Gianluigi Donnarumma, als bereits über eine halbe Stunde gespielt war (35.). Dass PSG – in Frankreich bereits Meister – zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht daran war, das Ergebnis aus dem Hinspiel zu drehen, konnten die Dortmunder als Erfolgserlebnis mit in die Pause nehmen.

Nach dem Wiederbeginn wurde es sofort gefährlich. Gonçalo Ramos spielte den Ball bereits im Dortmunder Strafraum kunstvoll zu Warren Zaïre-Emery, der nur den Pfosten traf (47.). Doch dann fand Dortmund die richtige Antwort: Hummels köpfte nach einer Ecke von Julian Brandt frei stehend zur Führung ein. Der 35 Jahre alte Routinier, der um einen Platz im deutschen EM-Kader kämpft, schrie seinen Jubel in den Pariser Nachthimmel.

PSG scheitert mehrfach an Pfosten und Latte

Kurz darauf brachte Terzic den zweiten Wembley-Torschützen von 2013 ins Spiel: Marco Reus ersetzte Adeyemi (56.). Paris brauchte danach einige Minuten, um sich von dem Gegentor zu erholen. Ramos‘ Schuss ging über das Tor (60.), Nuno Mendes traf nur den Pfosten (61.).

Terzic änderte die Formation in eine Fünferkette in der Abwehr für den Rest der Zeit. Dortmund verteidigte hartnäckig, versuchte es gelegentlich auch mit Kontern – und Paris hatte immer weniger Zeit. Mbappé beobachtete wütend, wie ein Schuss weit über das Dortmunder Tor flog (74.). Das vermeintliche 2:0 für Dortmund wurde nicht anerkannt, da Hummels klar im Abseits stand (77.). Auf der anderen Seite trafen Mbappé und Vitinha nur die Latte (87. und 88.).

dpa