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Darum darf Deutschland auf Gold hoffen: Alles zum EM-Finale

15.000 Fans, Kanzler Merz in der Halle und eine Rekordprämie: Was Deutschlands Handballer gegen Topfavorit Dänemark in der «Hölle von Herning» erwartet. Und was für einen EM-Titel spricht.

Franz Semper, Renars Uscins und Nils Lichtlein spielen um EM-Gold.
Foto: Sina Schuldt/dpa

Ein letzter Schritt trennt Deutschlands EM-Handballer von der Goldmedaille. Doch dieser Schritt führt mitten hinein in die «Hölle von Herning» – dorthin, wo in Dänemark der ultimative Endspielgegner wartet. Keeper Andreas Wolff spricht von einer «Über-Mannschaft», Rune Dahmke vom «besten Team der Welt» und Nils Lichtlein von den «eigentlich Unbesiegbaren». 

Unter den 15.000 Fans befindet sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Deutsche Presse-Agentur beantwortet die wichtigsten Fragen vor der Neuauflage des Olympia-Finals und erklärt, warum Deutschland durchaus Chancen auf den dritten EM-Titel nach 2004 und 2016 hat.

Wer überträgt das Finale?

Fans haben die Möglichkeit, das Finale auf zwei verschiedenen Wegen zu verfolgen: Ab 17.50 Uhr wird Florian Zschiedrich live im ZDF zu sehen sein, zusammen mit dem Experten und Co-Kommentator Sören Christophersen sowie dem Kommentator Martin Schneider. Alternativ überträgt der kostenpflichtige Sportsender Dyn das Endspiel mit dem Expertenteam, bestehend aus den Handball-Ikonen Stefan Kretzschmar und Pascal Hens. Das Spiel um den dritten Platz zwischen Kroatien und Island (15.15 Uhr) wird im ZDF-Stream und bei Dyn übertragen.

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Was spricht für Deutschland?

Der Druck liegt klar bei den erfolgsverwöhnten Dänen. Der Olympiasieger und Weltmeister wartet seit 2012 auf einen EM-Titel, fast alle der 15.000 Fans in der Jyske Bank Boxen erwarten das Ende des Fluchs. «Dänemark hat alles zu verlieren und wir haben nichts zu verlieren», sagte Juri Knorr und positionierte Deutschland als klaren Außenseiter. Das verlorene Olympia-Finale war eine Lehre: Trotz sicherer Silbermedaille gibt es diesmal keine Zufriedenheit. «Wir haben damals ein bisschen abgeschaltet. Diesmal sind wir bereiter», so Knorr.

Es wurde nicht nur bei der Vorrundenpleite gegen Portugal deutlich, dass Dänemark verwundbar ist. Auch im Halbfinale gegen Island hatte der Topfavorit Schwierigkeiten. Darüber hinaus kämpfen die Skandinavier mit großen Personalproblemen auf der Kreisläuferposition. Deutschland hingegen droht weiterhin ein Ausfall des erkrankten Abwehrspielers Tom Kiesler.

Was spricht für Dänemark?

Das skandinavische Star-Ensemble ist auf nahezu jeder Position topbesetzt. Erfolgsfaktoren der vergangenen Jahre sind Torhüter Emil Nielsen, Rückraumspieler Simon Pytlick und allen voran der zweimalige Welthandballer Mathias Gidsel von den Füchsen Berlin. Den Titelhunger stillt kein Triumph – dafür sorgt Trainer Nicolaj Jacobsen mit ständigem Vorantreiben. «Unsere größte Stärke ist unsere Unermüdlichkeit», sagte Gidsel.

Der Spieler, der Dauerspieler, hat bereits mehr als sieben Stunden auf dem Feld gestanden – länger als jeder andere EM-Teilnehmer. Die 15.000 Fans sind der achte Mann: Von der ersten Minute an werden sie die rote Wand sein Team nach vorne treiben und Deutschland gnadenlos ausbuhen.

Wie ist die Bilanz? 

Aus deutscher Sicht verheerend. Den letzten Pflichtspielsieg gegen Dänemark feierte das DHB-Team bei der EM 2016. Seither setzte es eine Niederlage nach der anderen – besonders schmerzhaft die 26:39-Demütigung im Olympia-Finale. «Ich war so sauer, weil ich fand, dass die Jungs nach einer Viertelstunde das Spiel einfach verschenkt haben», erinnerte sich Gislason. 

Auch beim 30:40 bei der WM 2025 konnte Deutschland nicht mithalten, erst beim neuesten 26:31 hielt man lange stand.

Um welche Prämie spielt das DHB-Team?

Die potenzielle Prämie für das Team von Alfred Gislason ist so hoch wie noch nie. Mit dem Einzug ins Finale hat die Mannschaft um Kapitän Johannes Golla bereits eine Gesamtprämie von 430.000 Euro gesichert. Sollte Deutschland zum dritten Mal Europameister werden, steigt sie auf 575.000 Euro.

dpa