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DAZN gewinnt Rechtsstreit um Bundesliga-Fernsehrechte

In der Auseinandersetzung von DFL und DAZN um TV-Rechte der Bundesliga ist ein Urteil gefallen. Das Medien-Unternehmen ist zunächst der Gewinner – hat das umstrittene Paket aber noch nicht erhalten.

In der Auseinandersetzung von DFL und DAZN um TV-Rechte der Fußball-Bundesliga ist ein Urteil gefallen.
Foto: Robert Michael/dpa

Laut der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) muss die Auktion für das größte TV-Rechte-Paket der Fußball-Bundesliga erneut stattfinden. DAZN hat im Rechtsstreit mit der Deutschen Fußball Liga einen gerichtlichen Erfolg erzielt.

DAZN muss jedoch erneut in einen Poker um die Rechte mit Sky eintreten. Der Streit entzündete sich an der Vergabe des größten Pakets mit den Spielen am Samstag um 15.30 Uhr und am Freitagabend sowie den Relegationspartien.

«DAZN ist erfreut, dass das Gericht zu unseren Gunsten entschieden hat», sagte ein Sprecher des weltweit tätigen Unternehmens. «Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass DAZN der beste Partner für die DFL, für die Vereine und für die deutschen Fußballfans ist.»

Das Unternehmen hat die DIS in der Auseinandersetzung mit der DFL eingeschaltet. Nach heftigen Attacken und gegenseitigen Vorwürfen sollte eine juristische Klärung in Bezug auf die TV-Rechte der Bundesliga herbeigeführt werden – dies wurde nun mit der salomonisch wirkenden Lösung erreicht. Die Auktion der weiteren Rechte ist seit Mitte April unterbrochen und soll nun schon in kurzer Zeit wieder starten.

Nur wegen formeller Verstöße anfechtbar

Der Schiedsspruch hat unter den Parteien die Wirkung eines rechtskräftigen Urteils. DIS-Entscheidungen sind vor ordentlichen Gerichten nur wegen formeller Verstöße anfechtbar. Die DFL hatte zuvor erklärt, dass sie im Sinne zügiger Prozess- und Rechtssicherheit erwarte, «dass alle Beteiligten einen Schiedsspruch als endgültig und abschließend akzeptieren». Das scheint jetzt der Fall zu sein.

«Wir nehmen die Entscheidung des Schiedsgerichts zur Kenntnis», teilte Sky mit.«Wir sind sehr gut aufgestellt für die Medienrechte-Vergabe und zuversichtlich, unseren Zuschauern weiterhin das beste Bundesliga-Erlebnis bieten zu können und der führende Sport-Anbieter zu bleiben.» Sky hatte sich das Recht im ersten Anlauf gesichert, muss nun aber neu ins Wettbieten einsteigen.

DAZN und DFL stritten um den ersten Tag der Auktion und um eine Bankbürgschaft. Die Auseinandersetzung brach aus, nachdem die DFL nach dpa-Informationen das TV-Rechte-Paket B für die Spielzeiten 2025/26 bis 2028/29 an den Pay-TV-Anbieter Sky vergeben hatte. Konkurrent DAZN behauptete, die DFL habe sein deutlich besseres Angebot abgelehnt, weil eine kurzfristig verlangte Bankbürgschaft nicht innerhalb eines Tages zu erhalten war.

Der Streit geht um 196 Spiele

Die DFL hat betont, dass das umstrittene Paket rechtmäßig vergeben wurde. Laut Ligaverband waren die Angebote von DAZN nicht konform mit der Ausschreibung. Das Rechte-Paket B beinhaltet insgesamt 196 Live-Spiele pro Saison. Die restlichen Live-Spiele sind in den Pay-TV-Paketen C mit den Topspielen am Samstag um 18.30 Uhr und dem Supercup sowie D mit den Sonntagsspielen enthalten. Insgesamt sind das 113 Live-Spiele.

Die Einreichung einer Klage beim Schiedsgericht ist ein vorgesehener Schritt in den Ausschreibungsunterlagen der DFL für einen Streitfall, der von allen Bietern akzeptiert wurde. Auch DAZN hat sich bei der Registrierung für die Auktion der audiovisuellen Medienrechte der 1. und 2. Fußball-Bundesliga dazu verpflichtet, bei rechtlichen Auseinandersetzungen die DIS anzurufen.

dpa