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Italien scheitert verdient an Schweiz im EM-Achtelfinale

Die Squadra Azzurra enttäuscht voller Vorfreude nach 18 Jahren erneut. Schweiz überzeugt mit konzentrierter Leistung und verdientem Sieg.

Die Schweizer bejubeln den Einzug ins Viertelfinale.
Foto: Andreas Gora/dpa

Der Titelverteidiger ist nicht mehr im Wettbewerb: Italien verlor völlig verdient gegen die stark spielenden Schweizer im EM-Achtelfinale. Mit 0:2 (0:1) vor 68.172 Zuschauern in Berlin hatte das Team von Trainer Luciano Spalletti Glück, nicht höher zu verlieren. Remo Freuler (37. Minute) und Ruben Vargas aus Augsburg (46.) entschieden das Spiel für den deutschen Vorrundengegner. Die Schweiz wird im Viertelfinale am 6. Juli in Düsseldorf auf den Sieger des Spiels England gegen die Slowakei treffen.

18 Jahre nach dem WM-Triumph von 2006 kehrten die Italiener voller Vorfreude nach Berlin zurück – und erlebten eine riesige Enttäuschung. Die Squadra Azzurra war in allen Belangen schlechter und kassierte völlig verdient die erste Niederlage gegen die Schweiz seit 31 Jahren. Von dem begeisternden Fußball, mit dem Italien 2021 die EM gewonnen und die Schweiz in der Gruppenphase mit 3:0 besiegt hatte, war nichts mehr zu sehen.

Spallettis Wechsel verpuffen

Italien hat es zum ersten Mal seit 2004 nicht geschafft, bei einer EM in die Runde der besten acht Teams einzuziehen, und erlebte nach den verpassten Weltmeisterschaften 2018 und 2022 den nächsten Tiefpunkt. Die Schweiz überzeugte erneut wie beim 1:1 gegen die DFB-Auswahl in der Gruppenphase und steht zum zweiten Mal in Folge im EM-Viertelfinale. Die Mannschaft von Ex-Bundesliga-Profi Murat Yakin verdiente sich den Sieg mit einer konzentrierten Leistung vor den Augen von FIFA-Präsident Gianni Infantino und UEFA-Chef Aleksander Ceferin.

Spalletti änderte nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Kroatien erneut das System und tauschte mehrere Positionen aus. Er erklärte dies mit der Hoffnung auf mehr offensive Durchschlagskraft. Doch seine Maßnahmen zahlten sich überhaupt nicht aus – ganz im Gegenteil.

Donnarumma verhindert Schlimmeres

Fehlerhafte Pässe, Missverständnisse und schnelle Ballverluste kennzeichneten das Angriffsspiel der Azzurri, ein strukturierter Spielaufbau kam praktisch nicht zustande. Die Schweiz beherrschte das Spiel, konnte jedoch die Ratlosigkeit der tief stehenden Italiener nicht ausreichend ausnutzen. Einen Schuss von Breel Embolo nach einem Pass von Granit Xhaka aus Leverkusen konnte Kapitän Gianluigi Donnarumma stark abwehren (24.). Der Torhüter war erneut ein sicherer Rückhalt im bisherigen Turnierverlauf und motivierte seine Teamkollegen immer wieder mit energischen Gesten.

Beim abgefälschten Schuss von Freuler gut zehn Minuten später war der 25-Jährige noch beteiligt, konnte den Rückstand jedoch nicht verhindern. Trotz der immer noch fast 30 Grad in Berlin im Sommer zogen sich die Schweizer nach der Führung etwas zurück, behielten aber weiterhin die deutlich besseren Chancen. Einen Freistoß von Fabian Rieder (45.+1) lenkte Donnarumma gerade noch so an den Pfosten. Spalletti stand ratlos an der Seitenlinie und beobachtete das Geschehen regungslos.

Rückschlag nach der Pause

Nach dem 0:1 gegen Spanien und dem Last-Minute-Ausgleich gegen Kroatien lieferte der Titelverteidiger eine weitere enttäuschende Leistung bei dieser EM. Das Team war nur ansatzweise gefährlich, zum Beispiel bei einem Schuss von Federico Chiesa (26.). In der ersten Halbzeit waren die Azzurri in allen relevanten Statistiken deutlich unterlegen. Teammanager Gianluigi Buffon schüttelte fassungslos den Kopf auf der Ersatzbank.

Spalletti wurde ausgetauscht, aber für Italien änderte sich zunächst überhaupt nichts. 27 Sekunden nach Wiederanpfiff wurde Vargas vor dem Tor praktisch nicht angegriffen und schoss von der Strafraumkante wunderschön ins rechte obere Toreck. Nur bei einem Kopfball von Fabian Schär an den Pfosten des eigenen Tores (52.) und einem Pfostenschuss von Gianluca Scamacca (74.) mussten die Schweizer kurz bangen. Die Italiener hatten zwar mehr Ballbesitz, waren aber weit entfernt vom Anschlusstor.

dpa