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Depardieu-Prozess beginnt – Gab es sexuelle Übergriffe?

Der französische Schauspieler muss sich wegen mutmaßlicher sexueller Belästigung zweier Frauen vor Gericht verantworten. Ihm drohen hohe Strafen.

Diesmal ist Depardieu verhandlungsfähig.
Foto: Jens Kalaene/dpa

Frauen werfen Gérard Depardieu seit Jahren sexuelle Übergriffe vor. Der französische Schauspieler muss sich nun vor Gericht verantworten. Der Prozess, der aus gesundheitlichen Gründen verschoben wurde, verspricht brisant zu werden. Depardieus Anwalt gilt als streitlustig.

Der Prozess gegen den 76-Jährigen beginnt am Montag und dauert zwei Tage. Er findet vor dem Strafgericht in Paris statt. Sollte er für schuldig befunden werden, könnten ihm laut Pariser Staatsanwaltschaft Strafen von bis zu 5 Jahren Gefängnis und zusätzlich 75.000 Euro Geldstrafe drohen.

Warum es geht

Zwei Frauen werfen Depardieu unter anderem vor, sie 2021 bei den Dreharbeiten zum Film «Les volets verts» (Die grünen Fensterläden) von Jean Becker gegen ihren Willen an intimen Stellen angefasst zu haben. 

Die erste Klägerin, eine Dekorateurin, behauptet, dass Depardieu sie in einem Korridor festgehalten, sie an Brust, Gesäß und Intimbereich berührt und obszöne Bemerkungen gemacht habe. Im Februar 2024 reichte sie Klage wegen sexueller Übergriffe, Belästigung und sexistischer Beleidigungen ein. Die zweite Klägerin ist eine Regieassistentin. Sie beschuldigt ebenfalls Depardieu, sie am Filmset unsittlich berührt zu haben. Bereits zuvor soll er ihr nachgestellt haben. Die Frau erstattete im März 2024 Anzeige gegen ihn.

Gerichtssitzung mit zeitlichen Einschränkungen

Das Verfahren wurde zuletzt aufgrund von Gesundheitsgründen verschoben. Diesmal musste Depardieu medizinische Gutachten vorlegen. Die Verhandlungstage dürfen nun nicht länger als sechs Stunden dauern und müssen durch 15-minütige Pausen unterbrochen werden.

Depardieu leidet seit mehr als 25 Jahren an Diabetes und unterzog sich einer vierfachen Bypass-Operation. Das Gericht entschied, auf ein psychiatrisches Gutachten zu verzichten.

Ein Prozess mit Zündstoff

Depardieu hat für seine Verteidigung den bekannten Strafverteidiger Jérémie Assous engagiert, der in Frankreich durch spektakuläre Fälle bekannt geworden ist. Assous, der für seinen provokativen Stil bekannt ist, hat im Herbst 2024 bereits die Verschiebung des Prozesses erreicht.

Depardieu, der in über 200 Filmen mitgespielt hat, darunter «Cyrano von Bergerac» und «Asterix und Obelix», bestreitet die Vorwürfe. Assous argumentiert, dass die Anschuldigungen «völlig erfunden» seien. Er verweist darauf, dass es keine direkten Zeugen der Vorfälle gebe. 

Lange Liste von Vorwürfen

Seit Jahren klagen immer wieder Frauen über sexuelle Übergriffe von Depardieu. Im Jahr 2018 wurde er von der Schauspielerin Charlotte Arnould verklagt. Seit 2020 wird in diesem Fall ermittelt. Depardieu soll sich laut Arnould zweimal an ihr vergangen haben.

dpa