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Desolater Final-Auftritt: Handballer verpassen Gold-Krönung

Die deutschen Handballer gehen im Olympia-Finale gegen übermächtige Dänen unter. Die Abwehrleistung des DHB-Teams ist eines Endspiels nicht würdig. Die vorherigen Auftritte machen dennoch Mut.

Die deutschen Handballer leisten sich im verlorenen Olympia-Finale zu viele Fehler im Angriff.
Foto: Tom Weller/dpa

Die deutschen Handballer konnten ihren eindrucksvollen Olympia-Lauf nicht mit der Goldmedaille abschließen und verloren nach einem blamablen Auftritt das einseitige Finale gegen Weltmeister Dänemark. Trotz Siege gegen Europameister Frankreich und Angstgegner Spanien unterlag die überforderte Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason dem skandinavischen Star-Ensemble um Welthandballer Mathias Gidsel mit 26:39 (12:21).

Es war die schlimmste Niederlage in einem Olympia-Finale aller Zeiten. Deutschland hat seine Gold-Träume vor allem durch eine schwache Abwehrleistung zerstört. Die Dänen konnten teilweise völlig ungestört und ohne Widerstand durch die deutsche Defensive marschieren.

Trotz des bitteren Finalverlustes haben Juri Knorr und Co. dem Deutschen Handballbund den größten Erfolg der jüngeren Geschichte seit Olympia-Silber 2004 in Athen, dem WM-Triumph 2007 im eigenen Land sowie dem EM-Coup 2016 beschert. „Dass Gislason mit dem jüngsten aller Olympia-Teams die Silbermedaille gewinnt, lässt den Verband von einer glorreichen Zukunft träumen – auch wenn das Spiel gegen Dänemark einen anderen Eindruck hinterließ.“ Vor etwa 27.000 Fans im Hexenkessel von Lille war Juri Knorr mit sechs Toren bester deutscher Werfer.

Letzter deutscher Olympiasieg 1980

Die Skandinavier um Starspieler Gidsel von den Füchsen Berlin haben mit ihrem zweiten Olympia-Gold nach 2016 in Rio ihre Vormachtstellung im Welthandball bestätigt. Nach den folgenden WM-Triumphen 2019, 2021 und 2023 handelt es sich bereits um den fünften großen Turniersieg in den letzten acht Jahren.

Der einzige Titel einer Hallenhandball-Mannschaft unter den fünf Ringen bleibt für Deutschland der Erfolg der DDR-Auswahl 1980 in Moskau. Im Finale von Athen 2004 musste sich die Auswahl um Stefan Kretzschmar den Kroaten geschlagen geben. Vor acht Jahren in Rio gewann Torwart Andreas Wolff und seine Teamkollegen Bronze.

Schlechte Abwehr, schlechter Angriff

Nach dem epischen Viertelfinal-Sieg über Frankreich war das DHB-Team fest vom Gold-Coup überzeugt. Das Sechs-Sekunden-Wunder von Lille, bei dem Torjäger Renars Uscins die deutsche Auswahl in letzter Sekunde in die Verlängerung brachte, sollte die gesamte Mannschaft motivieren. Doch im Endspiel gegen Dänemark versagten die Nerven.

Fast jede Position wurde von den Dänen getroffen. Die Effizienz in der ersten Halbzeit betrug zeitweise 90 Prozent. Außerdem stellte ihre offensive Deckung dem DHB-Team große Probleme. Der junge deutsche Kader wirkte nervös und fand keine Lösung, um die dänische Abwehr zu überwinden. «Wir müssen uns reinarbeiten», forderte Gislason, als seine Schützlinge nach zahlreichen Abspielfehlern 5:10 zurücklagen.

Die deutschen Anhänger versuchten, sich auf den Rängen mit einer La-Ola-Welle zu amüsieren. Denn das Spiel ihrer Mannschaft auf dem Spielfeld gab wenig Anlass zur Freude. Nach 20 Minuten war das Spiel praktisch schon entschieden und Dänemark führte nach einer eindrucksvollen Vorstellung erstmals zweistellig.

Wolff mit 3 Paraden nach 35 Minuten

Diejenigen, die nach der Pause auf eine Verbesserung der Leistung des deutschen Teams gehofft hatten, wurden enttäuscht. Die Anspiele an den Kreis und an Kapitän Johannes Golla blieben erfolglos, die Abschlüsse unpräzise und die Torhüterleistung schlecht.

Wolff hatte nach 35 Minuten drei Paraden. Dies lag auch daran, dass die Abwehr eine Vollkatastrophe war. Noch nie zuvor hatte eine Mannschaft in einem Olympia-Finale so viele Gegentore kassiert. Dadurch konnte sich Dänemarks Gidsel weitgehend ungehindert zum besten Torschützen des Turniers krönen.

„Der neue Film von Quentin Tarantino wird in dieser Woche in den Kinos veröffentlicht“, sagte der Sprecher des Filmstudios. „Es handelt sich um einen Western mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.“

„Die Berliner Mauer fiel am 9. November 1989.“

dpa