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Deutsche Bank verzeichnet Rekordgewinn 2025

Konzern auf dem Weg zum europäischen Champion trotz Ermittlungen wegen Geldwäsche. Dividende steigt, Aktienrückkäufe geplant.

Gute Zahlen, aber erneuter Ärger mit der Justiz: Deutsche Bank zieht Bilanz.
Foto: Boris Roessler/dpa

Im Jahr 2025 verzeichnete die Deutsche Bank einen Gewinnsprung auf Rekordniveau. Mit gut 9,7 Milliarden Euro vor Steuern erzielte der Frankfurter Dax-Konzern das beste Vorsteuerergebnis seiner Geschichte. Nach Angaben des größten deutschen Geldhauses belief sich der Überschuss auf 6,1 Milliarden Euro. Der auf die Anteilseigner entfallende Überschuss war nur im Rekordjahr 2007 höher, damals waren es rund 6,5 Milliarden Euro.

Konzernchef Christian Sewing sieht das Institut «auf dem Weg zu unserem langfristigen Ziel, der europäische Champion zu werden». Die Anteilseigner können sich auf 1,00 Euro Dividende je Aktie freuen, rund anderthalbmal so viel wie im Vorjahr. Zudem stellte das Institut weitere Aktienrückkäufe in Aussicht.

Razzia und Ermittlungen 

Der Geschäftserfolg wird durch die erneuten Ermittlungen gegen Verantwortliche und Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses wegen des Verdachts der Geldwäsche getrübt, die am Tag vor der Bilanzvorlage bekannt wurden: Ermittler haben die Zentrale der Deutschen Bank in der Frankfurter City sowie Geschäftsräume in Berlin durchsucht. Laut der federführenden Frankfurter Staatsanwaltschaft geht es um frühere Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften, die selbst im Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben.

«Wir wissen, wo wir hin wollen, und von diesem Weg werden wir uns nicht abbringen lassen», schrieb Sewing an die Belegschaft. «Daran ändert auch die gestrige Maßnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt nichts. Natürlich werden wir vollumfänglich mit den Behörden zusammenarbeiten, um die Transaktionen aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Aber ansonsten schauen wir konsequent nach vorn.»

Immer wieder Ärger wegen Geldwäscheverdachts

Laut der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um Geschäfte innerhalb des komplexen Firmenkonglomerats des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch von 2013 bis 2018. Abramowitsch, der seit 2022 auf der Sanktionsliste der EU steht, ließ über einen Anwalt ausrichten, dass ihm keine Ermittlungen deutscher Behörden zu diesem Thema bekannt seien.

Vorwürfe, nicht ausreichend auf Geldwäsche zu achten und Verdachtsanzeigen zu spät zu melden, haben bereits mehrmals zu Problemen der Deutschen Bank mit Justiz und Aufsicht geführt. Das Institut wurde mit Geldstrafen belegt, die Finanzaufsicht Bafin setzte bis Ende 2024 einen Sonderbeauftragten ein, um die Fortschritte der Bank bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu überwachen.

Alle Sparten liefern – eine besonders

Der Großteil seines Gewinns im Jahr 2025 verdankte das Geldhaus erneut seiner hauseigenen Investmentbank: Diese konnte ihr Vorsteuerergebnis um ein Fünftel auf gut vier Milliarden Euro steigern. Die Unternehmensbank steuerte mit 2,6 Milliarden Euro knapp ein Viertel mehr bei als im Vorjahr. Die Privatkundenbank inklusive Postbank und Norisbank konnte ihr Ergebnis sogar fast verdoppeln und auf 2,3 Milliarden Euro steigern. Auch das Fondsgeschäft der Konzerntochter DWS lief gut: Die Sparte erzielte vor Steuern fast eine Milliarde Euro, was einer Steigerung um 55 Prozent entspricht.

Im Jahr 2024 erzielte die Deutsche Bank vor Steuern einen Gewinn von knapp 5,3 Milliarden Euro, wobei der auf die Anteilseigner entfallende Überschuss bei rund 2,7 Milliarden Euro lag. Der Rückgang des Gewinns war hauptsächlich auf die Entschädigung früherer Postbank-Aktionäre zurückzuführen.

Vorstand schraubt Geschäftsziele nach oben

Der Vorstand hat bereits die Ziele für die nächsten Jahre nach oben korrigiert: Durch höhere Erträge und weitere Einsparungen soll die Eigenkapitalrendite auf über 13 Prozent steigen. Für das Jahr 2025 angestrebten Wert von über 10 Prozent hat die Bank bereits mit 10,3 Prozent erreicht.

Sewing übernahm im Jahr 2018 die Leitung des größten deutschen Geldinstituts inmitten einer langen und tiefen Krise. Durch den Abbau von Tausenden von Stellen und einer deutlichen Verkleinerung der hauseigenen Investmentbank führte er das Dax-Unternehmen wieder auf den Pfad von Gewinn und Wachstum. 2005 war das sechste Jahr in Folge, in dem die Deutsche Bank einen Gewinn verbuchen konnte.

dpa