Die Deutschlands größter Börsenbetreiber legt ein milliardenschweres Angebot für den Fondsvermittler Allfunds vor. Davon sollen auch Anleger profitieren.
Deutsche Börse will Allfunds für 5,3 Milliarden Euro kaufen

Die Deutsche Börse plant die größte Übernahme ihrer Geschichte und hat ein milliardenschweres Angebot für die Fondsplattform Allfunds vorgelegt. Deutschlands größter Börsenbetreiber bietet Allfunds-Aktionären 8,80 Euro pro Aktie, davon 6 Euro in bar und den Rest in eigenen Aktien sowie einer Bardividende, wie der Dax-Konzern in Eschborn bekannt gab. Insgesamt beläuft sich das Angebot auf 5,3 Milliarden Euro.
Allfunds bietet Managern und Verkäufern von Investmentfonds Systeme für den Handel und die Ausführung an. Hinzu kommen Instrumente für die Datenanalyse und Compliance-Dienstleistungen. Das verwaltete Vermögen von Allfunds belief sich Ende 2025 auf rund 1,7 Billionen Euro. Die größten Aktionäre des spanisch-britischen Unternehmens sind der Finanzinvestor Hellman & Friedman und die französische Bank BNP Paribas, die in Summe knapp die Hälfte der Anteile halten.
Die Direktoren von Allfunds haben einstimmig die geplante Übernahme unterstützt, wie die Deutsche Börse weiter mitteilte. Fast 49 Prozent des Allfunds-Aktienkapitals wurden bereits angeboten.
Behörden müssen noch zustimmen
Der Dax-Konzern geht davon aus, dass die kombinierte Gruppe jährliche Kosteneinsparungen von 60 Millionen Euro vor Steuern erzielen kann. Unter Vorbehalt behördlicher Genehmigungen wird erwartet, dass die Übernahme in der ersten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen wird.
Wenn der Deal abgeschlossen wird, wäre es die größte Übernahme in der Geschichte der Deutschen Börse. Die bisher teuerste Akquisition des Börsenbetreibers war die Übernahme des dänischen Softwareanbieters Simcorp für 3,9 Milliarden Euro.
Stephan Leithner, CEO der Deutschen Börse, plant mit der Übernahme, Deutschlands größten Börsenbetreiber noch unabhängiger von Börsenschwankungen zu machen – eine Strategie, die bereits sein Vorgänger Theodor Weimer verfolgt hatte.
Im November bestätigte die Deutsche Börse bereits, dass sie exklusive Gespräche mit Allfunds führt. Zu dieser Zeit erklärte die Deutsche Börse, dass Kunden und die EU-Aktienmärkte erheblich von einer kombinierten Plattform profitieren könnten.








