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Deutsche Wirtschaft wächst 2025 leicht trotz Zollstreit

Nach zwei Rezessionsjahren hat Europas größte Volkswirtschaft im vergangenen Jahr wieder ein kleines Plus geschafft. Ein wirklicher Aufschwung lässt allerdings noch auf sich warten.

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Die deutsche Wirtschaft kommt nur langsam aus der Flaute.
Foto: Andreas Arnold/dpa

Deutschland hat knapp das dritte Jahr ohne Wirtschaftswachstum vermieden und hofft nun auf einen Aufschwung, der von staatlichen Milliardeninvestitionen getragen wird. Das Statistische Bundesamt errechnete für 2025 ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent auf vorläufiger Basis. Im Jahr 2023 (minus 0,9 Prozent) und 2024 (minus 0,5 Prozent) befand sich Europas größte Volkswirtschaft in einer Rezession.

Im kommenden Jahr werden voraussichtlich Milliardenausgaben für Infrastruktur wie Straßen und Schienen sowie Investitionen in Verteidigung für einen gewissen Aufschwung sorgen. Von Vorteil für die Wirtschaft dürfte auch sein, dass im Jahr 2026 mehr Arbeitstage zur Verfügung stehen, da mehr Feiertage auf ein Wochenende fallen.

Viele Ökonomen erwarten jedoch erst ab 2027 einen deutlichen Aufschwung, wenn die enormen Summen, die der Staat aufnimmt, ihre volle Wirkung entfalten. Damit jedoch die Lockerung der Schuldenbremse und die dadurch ermöglichten Ausgaben kein kurzfristiges Phänomen sind, sind Reformen unerlässlich.

Jahresendspurt 2025 

Zum Ende des Jahres 2025 gewann die deutsche Wirtschaft bereits an Fahrt. Basierend auf vorläufigen Daten schätzen die Statistiker aus Wiesbaden, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent gestiegen ist.

«Das Wachstum ist vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen», sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand, bei der Vorlage der Daten in Berlin.

«Demgegenüber gaben die Exporte erneut nach. Die Exportwirtschaft sah sich heftigem Gegenwind ausgesetzt durch die höheren US-Zölle, die Euro-Aufwertung und die stärkere Konkurrenz aus China.» Nach Angaben der Statistiker gaben die Exporte 2025 im dritten Jahr in Folge nach (minus 0,3 Prozent). Zudem halte die Investitionsschwäche an, erklärte Brand. Sowohl in Ausrüstungen als auch Bauten sei weniger investiert worden.

Staatsdefizit sinkt 

Im letzten Jahr gab der deutsche Staat erneut mehr Geld aus als er einnahm. Nach vorläufigen Daten betrug das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung etwa 107 Milliarden Euro.

Trotzdem hat Deutschland die europäische Verschuldungsregel eingehalten: Das Defizit betrug 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im Jahr 2024 stieg es auf 2,7 Prozent.

Der europäische Stabilitäts- und Wachstumspakt erlaubt den EU-Staaten ein Haushaltsdefizit von höchstens drei Prozent und eine Gesamtverschuldung von maximal 60 Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts.

dpa