Die deutsche Wirtschaft müht sich aus der Flaute. Vorläufige Zahlen für das erste Quartal machen Hoffnung, dass das Schlimmste überstanden ist.
Deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn leicht gewachsen

Die deutsche Wirtschaft hat nach der Flaute 2023 zu Beginn des laufenden Jahres etwas an Fahrt aufgenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal 2024 im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt anhand einer ersten Schätzung mitteilte.
Volkswirte schätzen ein, dass Europas größte Volkswirtschaft möglicherweise das Schlimmste bereits hinter sich hat. Die Bundesregierung erkannte in ihrer aktuellen Prognose zunehmend Anzeichen für eine Trendwende. Eine kräftige Konjunkturerholung wird jedoch vorerst nicht erwartet.
Zum Ende des Jahres 2023 sank die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorquartal nach revidierten Zahlen um 0,5 Prozent. Im Gesamtjahr 2023 fiel das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland nach neuesten Berechnungen preisbereinigt um minus 0,2 Prozent, was zu einer leichten Rezession führte. Die exportorientierte deutsche Wirtschaft spürte die Abkühlung der Weltkonjunktur, hohe Energiepreise und gestiegene Zinsen. Es herrscht Fachkräftemangel und Unternehmen beklagen zu viel Bürokratie.
Gemäß Angaben des Bundesamtes wurde das geringe Wachstum in den ersten drei Monaten durch steigende Bauinvestitionen und Exporte unterstützt. Im Gegensatz dazu sanken die privaten Konsumausgaben.
Anzeichen für konjunkturelle Trendwende
Volkswirte erkennen mittlerweile Hinweise auf eine positive Entwicklung. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im April erneut verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der regelmäßig von etwa 9000 Unternehmen befragt wird, stieg bereits den dritten Monat in Folge.
Die Bundesregierung hob ihre Konjunkturprognose leicht an und erwartet nun 0,3 Prozent Wachstum im laufenden Jahr. Zuvor war die Regierung von 0,2 Prozent Plus ausgegangen. Ein Wachstum von 0,3 Prozent sei natürlich «nichts, mit dem wir zufrieden sein können», hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) eingeräumt. Es gebe aber eine Reihe positiver Entwicklungen. Beispielsweise habe die Inflation schneller nachgelassen als erwartet.
Habeck will «wuchtiges» Entlastungsprogramm für die Wirtschaft
Am Montagabend sprach sich Habeck bei einer Veranstaltung in Kassel für ein «kurzfristiges» und «wuchtiges» steuerliches Entlastungsprogramm für die Wirtschaft aus. Um dies zu finanzieren, warb der Grünen-Politiker bei einem Lesertreff der «Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen» (HNA) für eine Reform der Schuldenbremse. Mehr Flexibilität würde es erlauben, mehr zu tun für die Bauwirtschaft und für mehr Investitionen der Firmen. Habeck räumte aber ein, für eine Reform der Schuldenbremse gebe es derzeit keine politische Mehrheit.
Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren Deutschland für das Gesamtjahr 2024 nur ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent. Obwohl sie eine Erholung ab dem Frühjahr erwarten, wird die Dynamik nicht besonders stark sein.








