Fast 50.000 registrierte Schusswaffen und Waffenteile sind in Deutschland als gestohlen oder verloren gemeldet. Die Zahlen aus dem Nationalen Waffenregister sorgen für politische Debatten und werfen Fragen zur Sicherheit des legalen Waffenbesitzes auf. Wie groß ist das Risiko – und welche Maßnahmen werden nun diskutiert?
Deutschland: Tausende registrierte Schusswaffen unauffindbar

In Deutschland sind zehntausende legal registrierte Schusswaffen und Waffenteile als gestohlen oder verloren gemeldet. Nach aktuellen Angaben aus dem Nationalen Waffenregister (NWR) waren bis Ende 2025 insgesamt 48.579 Waffen und Waffenteile nicht mehr auffindbar. Darunter befinden sich mehr als 9.300 als gestohlen registrierte Objekte sowie rund 39.200 als abhandengekommen gemeldete Gegenstände. Im Vergleich zu den Zahlen von 2019 bedeutet das einen deutlichen Anstieg.
Mehr legale Waffen – mehr Risiko?
Deutschland verfügt über mehr als 5,5 Millionen registrierte Schusswaffen im privaten Besitz. Die meisten davon gehören Jägern, Sportschützen oder Sammlern. Der legale Besitz unterliegt strengen gesetzlichen Vorgaben. Waffen müssen in zertifizierten Sicherheitsbehältnissen aufbewahrt werden, die regelmäßig kontrolliert werden können. Dennoch zeigen die aktuellen Zahlen, dass ein wachsender Teil dieser Waffen aus dem Bestand verschwindet.
Sicherheitsbehörden weisen darauf hin, dass es sich sowohl um Diebstähle bei Einbrüchen als auch um Verlustmeldungen handeln kann. Insbesondere bei Wohnungseinbrüchen geraten Waffenbesitzer ins Visier organisierter Tätergruppen, die gezielt nach hochwertigen und weiterverkäuflichen Gegenständen suchen.
Sorge vor dem illegalen Waffenmarkt
Vertreter der Polizeigewerkschaften sprechen von einer besorgniserregenden Entwicklung. Jede entwendete oder verschwundene Waffe könne potenziell in den illegalen Umlauf gelangen. Zwar ist nicht automatisch jede als verloren gemeldete Waffe sofort Teil des Schwarzmarkts, doch Experten betonen, dass der illegale Handel mit Schusswaffen in Europa weiterhin ein relevantes Sicherheitsproblem darstellt.
Das Bundesinnenministerium verweist darauf, dass das Nationale Waffenregister eine transparente Erfassung ermögliche und Verluste gemeldet werden müssen. Kritiker sehen dennoch Handlungsbedarf, insbesondere bei Kontrollen der Aufbewahrung und bei der Bekämpfung organisierter Kriminalität.
Politische Diskussion um Kontrollen und Prävention
Die steigenden Zahlen haben eine sicherheitspolitische Debatte ausgelöst. Diskutiert werden strengere Auflagen für die Lagerung, häufigere Überprüfungen sowie eine intensivere Verfolgung illegaler Waffenströme. Konkrete Gesetzesänderungen stehen bislang jedoch nicht fest.
Unabhängig davon gilt: Der überwiegende Teil der legal registrierten Waffenbesitzer hält sich an die gesetzlichen Vorgaben. Dennoch zeigt die Statistik, dass selbst ein relativ kleiner prozentualer Anteil bei Millionen registrierter Waffen sicherheitspolitisch relevant wird.
Fazit
Fast 50.000 verschwundene oder gestohlene Waffen und Waffenteile stellen die Sicherheitsbehörden vor Herausforderungen. Die Zahlen belegen eine Entwicklung, die sowohl kriminalpolitisch als auch gesellschaftlich diskutiert wird. Entscheidend wird sein, wie wirksam bestehende Kontrollen greifen und ob zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind, um zu verhindern, dass legale Waffen in kriminelle Hände geraten.








