DFB-Frauen sichern sich mit Gwinn-Tor und Berger-Parade Platz auf dem Podium. Nach kräftezehrendem Turnier endet Ära Hrubesch erfolgreich.
Deutschland holt Bronze bei Olympia mit Sieg über Spanien

Dank eines Elfmetertors von Giulia Gwinn und eines gehaltenen Strafstoßes von Torhüterin Ann-Katrin Berger haben die deutschen Fußballerinnen zum Abschied von Bundestrainer Horst Hrubesch Bronze gewonnen. Nach drei anstrengenden Turnierwochen bei Olympia besiegten die DFB-Frauen im Spiel um Platz drei die Weltmeisterinnen aus Spanien mit 1:0 (0:0). Berger sicherte mit einem gehaltenen Strafstoß in der neunten Minute der Nachspielzeit die Medaille.
Das Team von Kapitänin Alexandra Popp zeigte in der heißen Nachmittagssonne von Lyon bei 32 Grad eine starke Leistung und wird nun zur Medaillenzeremonie am Samstag in Paris zugelassen.
Nach dem Finale am Samstag zwischen den USA und Brasilien im Prinzenpark werden auch die Drittplatzierten geehrt. 2000, 2004 und 2008 hatte die DFB-Auswahl Bronze gewonnen. 2016 in Rio gab es Gold, damals hatte Hrubesch mit den Männern Silber geholt. Nun versüßten die Spielerinnen dem 73-Jährigen den Abschied. Er wird wie schon länger beschlossen nach den Spielen von Christian Wück abgelöst.
Vor nur etwa 8000 Zuschauern im Groupama Stadium, darunter DFB-Präsident Bernd Neuendorf und die am Knie operierte Mittelfeldspielerin Lena Oberdorf mit Krücken, entschied Gwinn die Partie mit einem Flachschuss vom Elfmeterpunkt (65.). Die Bayern-Spielerin war zuvor von Torhüterin Cata Coll im Strafraum umgerammt worden. Kurz vor dem Schlusspfiff bekam Spanien nach einem Foul von Janina Minge an Alexia Putellas noch einen Strafstoß zugesprochen, doch Berger war zur Stelle.
Popp erstmals im Sturmzentrum
Mit der Rückkehrerin Popp, die beim 0:1 gegen die USA im Halbfinale aufgrund eines Infekts gefehlt hatte, im Sturmzentrum und der offensiven Gwinn auf der Außenbahn waren die DFB-Frauen schwungvoll gestartet. Sie ließen die Spanierinnen in der ersten halben Stunde nur selten ihren Kombinationsfußball aufziehen. Die Mittelstürmerin Lea Schüller (Entzündung der Patellasehne) meldete sich zwar zurück, saß aber vorerst auf der Bank.
Marina Hegering und ihre Teamkollegen schränkten die Bewegungen der aktuellen Weltfußballerin Aitana Bonmatí mit entschlossener und aufmerksamer Defensivarbeit ein. Mit der Zeit wurde Spanien jedoch immer stärker. Torhüterin Ann-Katrin Berger hatte zweimal großes Glück: Der Ball von Teresa Abelleiras landete bei einem Heber auf der Oberkante der Latte. Bonmatí traf ebenfalls die Latte und der Nachschuss von Jennifer Hermoso wurde von Janina Minge gerade noch zur Ecke abgewehrt.
Gwinn schockt Spanierinnen
Vor der Pause passierte bei den deutschen Frauen kaum etwas. Mit dem Wechsel von Schüller für Klara Bühl erhoffte sich Hrubesch mehr Gefährlichkeit. Gwinns Elfmetertor versetzte die Spanierinnen sichtlich in Schock. Schüller hätte in der 71. Minute sogar die Vorentscheidung herbeiführen können, traf jedoch freistehend Torfrau Coll. Auf der anderen Seite scheiterte Hermoso mit einem Kopfball an Berger.
Die deutsche Auswahl hat den Vorsprung über die Zeit mit vereinten Kräften und etwas Glück gehalten. Auch Hrubesch musste noch bangen, am Ende jedoch freute auch er sich. Das HSV-Idol hat die Fußball-Frauen nach dem WM-Debakel in Australien im vergangenen Jahr wieder an die Weltspitze geführt.
Unter seinem Nachfolger Wück, der am 25. Oktober in Wembley sein Debüt gegen England gibt, werden die deutschen Frauen schnell vorankommen müssen. Im nächsten Jahr steht die Europameisterschaft in der Schweiz an. Eventuell wird es vorher zu einem größeren Umbruch kommen.








