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Österreich ist das Land mit den meisten Touristen pro Einwohner

Unter den Top-Ländern hat Österreich die höchste Rate: 3,4 Touristen pro Ortsansässigem, angeführt von deutschen Besuchern.

Blick auf die Ortsmitte von Bad Gastein im österreichischen Bundesland Salzburg. Im Zentrum, das an Steilhängen rund um einen Wasserfall liegt, gab es in den letzten Jahren Renovierungen und Neubauten. Der Ort, in dem einst Kaiser kurten und Prominente verkehrten, versucht an alte Glanzzeiten des 19. Jahrhunderts anzuknüpfen.
Foto: Gregor Tholl/dpa

Mallorca, Málaga, Marbella, Maspalomas – Spanien gilt als besonders beliebt bei Touristen. Bei «Overtourism» denken viele auch an Barcelona, Sevilla, Ibiza. Wenn es um andere populäre Urlaubsländer geht, kommen einem Städte wie Venedig, Rom, Amsterdam, Athen, Prag, London in den Sinn oder Inseln wie Kreta, Bali, Phuket.

In den vergangenen Wochen gab es in Spanien bemerkenswerte Proteste gegen Massentourismus. Viele Einheimische sind verärgert über steigende Wohnkosten, Umweltverschmutzung, Verkehrsstaus und die allgemeine Überfüllung durch immer mehr Besucher. Es gibt auch Probleme mit Wassermangel sowie überlasteten Bereichen im Gesundheitssektor und bei der Müllabfuhr.

Spanien hat nicht die meisten Touristen pro Einwohner

Jedoch hat Spanien trotz seiner Beliebtheit als eines der meistbesuchten Länder der Welt nicht die höchste Anzahl an Touristen pro Kopf. Diese Spitzenposition nimmt ein anderes Land ein.

Österreich belegt den ersten Platz in der Liste der beliebtesten Touristenländer der Welt, wenn man die Besucherzahl durch die Einwohner teilt und somit das Verhältnis von Einheimischen zu Urlaubern ermittelt.

Die Zahlen der UN Tourismus geben nach wie vor für das Jahr 2023 Frankreich als das beliebteste Zielland für ausländische Touristen an – mit 100 Millionen Ankünften («international tourist arrivals»). Dies liegt wahrscheinlich hauptsächlich an Paris, der Stadt der Liebe, die weltweit von vielen Menschen auf ihrer To-do-Liste steht.

https://x.com/UNWTO/status/1805154453202375156

 

In den Top Ten der Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Madrid (früherer Name: UNWTO) sind Spanien (85,2 Millionen), die USA (66,5 Millionen), Italien (57,2 Millionen) und die Türkei (55,2 Millionen) vertreten.

Deutschland in Top Ten der meistbesuchten Länder

Deutschland liegt mit 34,8 Millionen und Österreich mit fast 31 Millionen etwas weiter hinten. Alles scheint klar zu sein.

Österreich landet jedoch auf Platz eins unter den Top-Ländern, wenn man seine 30,9 Millionen Gäste durch die 9,2 Millionen Einwohner teilt.

Die Quote beträgt dann 3,4 Touristen pro Einwohner in dem wunderbaren Land von Sisi und Skifahren, Mozart und Mehlspeisen, Bad Ischl und Ischgl, Wolfgangsee und Wörthersee, Sachertorte und Wiener Schnitzel.

In Griechenland gibt es 3,1 Touristen (einen ähnlichen Wert haben übrigens die Vereinigten Arabischen Emirate). In Spanien sind es 1,8 Touristen pro Einwohner, in Frankreich 1,5. In Bella Italia beträgt das Verhältnis von Touristen zu Einwohnern praktisch 1 zu 1.

In Deutschland gibt es nicht einmal einen halben Touristen pro Einwohner (34,8 Millionen geteilt durch 83,4 Millionen ergibt 0,4).

«Stolzer auf unsere Attraktivität als Urlaubsland sein»

An Österreichs hoher Rate sind in erster Linie die Deutschen schuld. Mehr als 57 Millionen Übernachtungen von Gästen aus Deutschland wurden 2023 in Österreich registriert, wie die Tourismusorganisation «Österreich Werbung» (ÖW) mitteilt. Top-Destination in Österreich sei im Sommer wie im Winter die Hauptstadt Wien.

«Wir Österreicher dürfen selbst ruhig stolzer auf unseren Facettenreichtum und unsere Attraktivität als Urlaubsland sein», sagt ÖW-Sprecherin Tanja Gruber in Wien. Da übe man sich oftmals noch in (falscher) Bescheidenheit, formuliert sie. 

«Fragt man Reisende nach ihrem Urlaub, was ihnen von Österreich in Erinnerung bleibt, dann beschreiben sie dieses besondere Gefühl», sagt Gruber. «Die Gelassenheit, Leichtigkeit und auch den Genuss und oft auch den Grant, der einige wenige – sehr beliebte – Regionen Österreichs auszeichnet.»

Die hohen Touristenraten sind auch in Ländern mit relativ wenigen Einwohnern wie Malta und Zypern zu sehen (insbesondere in Zwergstaaten wie Monaco, Andorra, San Marino, Liechtenstein und dem Vatikan).

Kroatien fällt ebenfalls sehr auf. Laut UN Tourism wird die Gesamtzahl der Besucher im Jahr 2023 auf 16,9 Millionen geschätzt, was 4,3 Touristen pro Kopf entspricht.

Es ist daher nicht überraschend, dass ein Ziel in Kroatien in einem Ranking für europäische Städte mit den höchsten Touristenzahlen pro Einwohner an erster Stelle steht.

Welche Stadt Europas die von Touristen am stärksten überschwemmte ist

Das Ferienunterkünfte-Portal «Holidu» verglich die Zahl ankommender Touristen mit der der Einwohner. «Die am stärksten überlaufene Stadt Europas» war 2023 demnach Dubrovnik mit 27 Touristen pro Kopf. 

Die nächsten Städte sind Rhodos (26), Venedig (21), Heraklion (18) und Florenz (14). Es wurden jeweils 12 Touristen pro Einwohner für Reykjavik und Amsterdam berechnet, jeweils 11 für Lissabon und Porto, jeweils 9 für Dublin und Athen und jeweils 7 für Paris, Nizza und Brügge.

Laut dem Statistischen Bundesamt ist das Verhältnis zwischen Einheimischen und Touristen in der Südlichen Ägäis in Griechenland besonders unausgewogen, wenn man die Anzahl der Übernachtungen anstelle der Anzahl der Besucher betrachtet.

Vor zwei Jahren seien in der Region mit Inseln wie Santorin und Mykonos im Durchschnitt 110 Übernachtungen auf einen Einwohner gekommen, heißt es von Destatis. «Zum Vergleich: Mecklenburg-Vorpommern zählte als deutsche Region mit der höchsten Tourismusintensität rund 18 Übernachtungen je Einwohnerin oder Einwohner.»

dpa