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Drei Tote am Hochrhein – 19-Jähriger kommt vor Gericht

Im März soll ein junger Mann seine Eltern und seinen Bruder mit einem Messer getötet haben. Auch die Schwester wird schwer verletzt. Nun steht fest, wann das Verfahren gegen den 19-Jährigen beginnt.

Nach dem gewaltsamen Tod seiner Eltern und seines Bruders muss der mutmaßliche Täter nun vor Gericht. (Archivbild)
Foto: Patrick Seeger/dpa

Der mutmaßliche Täter muss sich fünf Monate nach der Messerattacke mit drei Toten am Hochrhein vor Gericht verantworten. Ab Montag verhandelt die große Jugendkammer gegen den 19-Jährigen – unter anderem wegen Totschlags in drei Fällen und versuchtem Totschlag, wie eine Sprecherin des Landgerichts Waldshut-Tiengen mitteilte.

Die Attacke fand Ende März in Hohentengen am Hochrhein statt – im äußersten Süden Deutschlands. Der Mann mit deutschem und italienischem Pass soll seine Eltern im Alter von 58 und 61 Jahren sowie seinen 34-jährigen Bruder mit einem Klappmesser angegriffen und getötet haben. Die Schwester des Verdächtigen erlitt bei dem Vorfall schwere Stich- und Schnittverletzungen, die jedoch nicht lebensbedrohlich waren.

Staatsanwaltschaft strebt Unterbringung an

Im Juli hatte die Staatsanwaltschaft bereits mitgeteilt, dass sie basierend auf einem Gutachten davon ausgeht, dass der Beschuldigte aufgrund einer psychischen Erkrankung zum Zeitpunkt der Tat schuldunfähig war. Sein Handeln könne nicht bestraft werden, hieß es damals. Es sei jedoch zu erwarten, dass der Mann gefährlich sei. Das Sicherheitsverfahren zielt daher auf die Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus ab.

Das genaue Motiv für die Tat war zuletzt noch unklar. «Der Beweggrund für die Handlungen des Beschuldigten dürfte in seiner psychischen Erkrankung zum Tatzeitpunkt liegen», sagte die Anklagebehörde im Juli. Am Tag vor der Tat gab es einen handgreiflichen Streit in der Familie.

Die Kammer hat neben dem Prozessauftakt am Montag bis zum 9. September noch fünf weitere Verhandlungstermine angesetzt.

dpa