Dutzende Angeklagte zu langen Haftstrafen verurteilt – insgesamt 500 Jahre Haftstrafen verhängt.
Verurteilung im Mafia-Prozess in Norditalien

In einem umfangreichen Prozess gegen eine vermutete Allianz mehrerer Mafia-Organisationen in Norditalien wurden viele Angeklagte zu teils langen Haftstrafen verurteilt. Ein Richter in der Millionenstadt Mailand entschied, dass 62 Beschuldigte Haftstrafen von bis zu 16 Jahren erhielten. Insgesamt belaufen sich die Strafen auf etwa 500 Jahre Haft.
Das Verfahren entstand aus einer Untersuchung mit dem bezeichnenden Namen «Hydra». Im Mittelpunkt stand der Vorwurf einer Zusammenarbeit der drei großen Mafia-Organisationen Cosa Nostra, ‚Ndrangheta und Camorra in der Lombardei. In Anlehnung an das vielköpfige Ungeheuer aus der griechischen Mythologie sprechen die Ermittler in diesem Fall von der «dreiköpfigen Mafia».
«Lombardisches Mafia-System»
In der norditalienischen Region sollen Angehörige der drei aus dem Süden des Landes stammenden Organisationen gemeinsam kriminelle Geschäfte betrieben haben. In den Medien ist die Rede von einem «lombardischen Mafia-System».
Die Urteilsverkündung fand am späten Montagabend im Hochsicherheitssaal eines Gefängnisses in Mailand statt. Ein führendes Mitglied der berüchtigten ‚Ndrangheta aus der Region Kalabrien im Süden des Landes wurde zu der höchsten Strafe von 16 Jahren Haft verurteilt. Die Ermittlungen stützten sich laut italienischen Medienberichten auch auf Aussagen von Kronzeugen.
Insgesamt waren 145 Personen von dem Verfahren betroffen. 45 weitere Angeklagte warten noch auf das Hauptverfahren. Die übrigen 38 Beschuldigten wurden entweder freigesprochen, haben sich auf einen Deal mit der Justiz geeinigt oder wurden bereits in der Vorverhandlung entlassen.








