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Internet-Sensation: Moo Deng, das süße Zwergflusspferd aus Thailand

Seit ihrer Geburt begeistert Moo Deng Besucher weltweit. Der Hype um das Tierbaby im Khao Kheow Open Zoo steigt stetig.

Die putzige Mimik von Moo Deng hat sie zum Internet-Star gemacht.
Foto: Carola Frentzen/dpa

Der Vorhang hebt sich für Moo Deng: Bereits am frühen Morgen, noch vor der Öffnung des Khao Kheow Open Zoo in der thailändischen Provinz Chonburi um 8.00 Uhr, drängeln sich Dutzende Fahrzeuge vor dem Eingang. Alle sind gekommen, um einen Blick auf ein zwei Monate altes, pausbäckiges Zwergflusspferd zu erhaschen, das mit seinen Kulleraugen und seiner niedlichen Mimik zur Internet-Sensation geworden ist.

Das Hippo-Mädchen erfreut nicht nur Menschen in Asien und mittlerweile auch in anderen Teilen der Welt, sondern vor allem den Zoo: Seit Moo Deng am 10. Juli geboren wurde, haben sich die Besucherzahlen verdoppelt. Fotos, Videos und besonders Memes mit den lustigsten Gesichtsausdrücken verbreiten sich seit Wochen viral.

Bei jedem Schritt des Zwergflusspferds wird es von den begeisterten Zuschauern im Zoo mit einem Raunen begleitet, Kameras klicken, Smartphones werden in die Höhe gehalten. Moo Deng hüpft fröhlich mit ihren kurzen Beinen hinter ihrer Mutter Jona her, die sie nicht aus den Augen lässt.

Gegenstände ins Gehege geworfen

Wenn der Pfleger mit dem Futter kommt, beginnt der Spaß für die Besucher: Er spritzt das Hippo-Kind mit Wasser und nimmt die niedliche Schnute in die Hände, was Moo Deng mit lustigen Grimassen erwidert.

Dennoch bleibt das Gefühl, dass der Hype allen mehr Freude bereitet als dem Tierbaby selbst. Immer wieder scheint es sich unter dem massigen Körper der Mutter verstecken zu wollen. «Hippos gehören in die Wildnis, aber Moo Deng wird nie außerhalb eines Käfigs leben», sagt Jason Baker, Vize-Präsident der Tierschutzorganisation Peta Asien. «Tiere sind nicht zu unserer Unterhaltung da.» Ihre Zucht zur öffentlichen Zurschaustellung führe zu anhaltendem Leid.

Die Thais aber sind vernarrt in das pummelige Flusspferdchen. «Ich bin zum ersten Mal in diesem Zoo, dabei wohne ich nur zehn Minuten weg von hier», erzählt eine etwa 40 Jahre alte Frau. «Aber für Moo Deng war es das wert, sie ist ja dermaßen süß!» Mönche in safranfarbenen Roben lassen sich ebenso verzaubern wie Schulklassen. «Moo Deng! Moo Deng!», rufen einige Schüler aufgeregt. Die Kleine ist ein tierisches It-Girl.

Nicht alle haben sich in den letzten Wochen vorbildlich verhalten: Einige Besucher warfen Gegenstände in das Gehege, um das schlafende Tierbaby aufzuwecken. Das führte zu Problemen. Jetzt gibt es Sicherheitskameras und Besuchern wird mit rechtlichen Konsequenzen wegen Tierquälerei gedroht. Das hat offenbar Auswirkungen gezeigt.

Was bedeutet Moo Deng eigentlich?

Zu sehen ist Moo Deng frühmorgens, danach darf sie sich ausruhen, bevor es am Nachmittag eine zweite Besucherrunde gibt. Ihr Name bedeutet so viel wie «hüpfendes Schwein» und bezeichnet gleichzeitig ein bekanntes thailändisches Street-Food-Gericht: gerösteten Schweinebauch auf Reis mit einer dicken roten Sauce. 

Etwa 20.000 Facebook-Nutzer haben im August darüber abgestimmt, wie der niedliche Neuzugang des Zoos heißen soll – und obwohl Moo Deng rund und grau-rosa glänzend ist und kein Schweinchen, scheint der Name perfekt zu passen.

Seit Wochen reisen Reporter und Kamerateams aus aller Welt an. Selbst das «Time»-Magazin hat Moo Deng eine Hommage gewidmet und bejubelt sie als «Ikone» und «Legende». Moo Deng sei zwar kein typischer A-Promi, «aber sie wird definitiv wie einer behandelt», schreibt das US-Nachrichtenmagazin. Einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat das Tierkind auch schon. 

Verkürzte Besuchszeiten 

Das 2.000 Hektar große Zoo-Gelände befindet sich ungefähr zwei Autostunden südöstlich von Bangkok und 35 Kilometer nördlich von der Touristenhochburg Pattaya. An den Wochenenden ist es besonders belebt: Zuletzt haben 12.000 Moo-Deng-Fans den Tierpark an einem einzigen Tag überfüllt, die Betreiber haben die Besuchszeit an solchen Tagen pro Person mittlerweile auf fünf Minuten am Gehege von Moo Deng begrenzt.

Es ist das zweite Mal innerhalb weniger Wochen, dass Nachwuchs der seltenen und nur in Westafrika in freier Wildbahn lebenden Zwergflusspferde (Choeropsis liberiensis) Euphorie auslöst: Kurz vor Moo Deng war die Anfang Juni im Berliner Zoo geborene Toni – benannt nach dem Berliner Fußballer Antonio «Toni» Rüdiger – zum Star avanciert. Unvergessen in Berlin ist bis heute auch der Ende 2006 geborene und 2011 plötzlich gestorbene Eisbär-Junge Knut, der schnell zum internationalen Medienliebling wurde.

Die Deutsche Botschaft in Bangkok fragte sich in einem Facebook-Post schon, ob Toni und Moo Deng irgendwann Freundinnen werden könnten und fügte hinzu: «Obwohl es aufgrund der Gefangenschaft in Zoos unwahrscheinlich ist, dass sie sich treffen, könnten sie gemeinsame Verwandte in der Elfenbeinküste, Guinea, Liberia oder Sierra Leone haben – den letzten Ländern, in denen das gefährdete Zwergflusspferd noch in freier Wildbahn lebt.» Eine kleine Gemeinsamkeit haben die beiden aber: Moo Dengs Papa heißt Tony.

Sogar der FC Bayern München ließ es sich nach dem 9:2-Sieg gegen Dinamo Zagreb in der Champions League nicht nehmen, Moo Dengs expressive Mimik auf X zu posten. «So haben wir gestern auch geschaut, Moo Deng!», schreibt das Team dazu mit lachenden Smileys.

https://x.com/FCBayern/status/1836474947608432861

Livestream und Souvenirs

In Japan, Südkorea und China ist das bezaubernde Hippo-Mädchen ebenfalls schon längst eine Berühmtheit. In der Volksrepublik heißt sie Tan Tiao Zhu – Chinesisch für hüpfendes Schwein. Der Hashtag wurde auf der Social-Media-Plattform Xiaohongshu bereits rund 2,3 Millionen Mal geklickt.

Um die Fans aus der ganzen Welt zufriedenzustellen, wird bald ein 24-Stunden-Livestream im Gehege eingerichtet. Außerdem werden bunte Moo-Deng-Souvenirs vorbereitet, darunter T-Shirts und Stofftiere. Die Einnahmen sollen in dringend benötigte Arbeiten im Zoo mit seinen 3000 Tieren fließen.

[Internet-Sensation: Moo Deng, das süße Zwergflusspferd aus Thailand],[Seit ihrer Geburt begeistert Moo Deng Besucher weltweit. Der Hype um das Tierbaby im Khao Kheow Open Zoo steigt stetig.]

 

 

 

 

dpa