Touristen müssen ab Montag zahlen, um den berühmten Brunnen hautnah zu erleben. Rom will Besucherströme besser kanalisieren.
Neues Eintrittsgeld für Trevi-Brunnen in Rom

Der Trevi-Brunnen im historischen Zentrum Roms ist ein Klassiker bei jedem Besuch in der italienischen Hauptstadt. Ab Montag (2.2.) wird jedoch der bisher kostenlose Zugang zu diesem berühmten Brunnen kostenpflichtig. Touristen müssen zukünftig zwei Euro bezahlen, um einen der wichtigsten Anziehungspunkte der Ewigen Stadt hautnah zu erleben. Diese Maßnahme soll dazu dienen, die Besucherströme in Rom besser zu lenken.
Ursprünglich wurde vom Bürgermeister Roberto Gualtieri im vergangenen Dezember mit großem Aufwand der 1. Februar als Startdatum für die neue Regelung angekündigt. Nach Berichten über eine Verzögerung der Einführung des Eintrittsgeldes bis in den März hinein hat die Stadt Rom nun klargestellt, dass es ab Montag losgeht – also doch nur mit einem Tag Verspätung.
Früher Kampf ums beste Selfie
Der Zweck des Eintrittsgeldes besteht darin, die Masse an Touristen zu kontrollieren, die täglich zum Brunnen pilgern. Rom – ebenso wie Venedig und Florenz – verzeichnet zwar ständig steigende Besucherzahlen, jedoch sind damit auch Probleme verbunden. An vielen Orten in Italien prägen mittlerweile völlig überfüllte Sehenswürdigkeiten und verstopfte Straßen das Bild.
Die «Fontana di Trevi» ist als eine der Hauptattraktionen der italienischen Hauptstadt eine davon. Berühmt wurde der Brunnen etwa durch den Film «La dolce vita» («Das süße Leben», 1960) von Federico Fellini mit der nachts im Brunnen badenden Anita Ekberg.
Jeden Tag kommen Tausende zum Brunnen, um Fotos zu machen oder traditionell Münzen ins Wasser zu werfen. Oftmals schien das Gedränge am überfüllten Wasserbecken nur noch wie ein Wettbewerb um das beste Selfie.
Auch fünf weitere Sehenswürdigkeiten mit Eintrittsgeld
Dies soll mit dem Eintrittsgeld eingedämmt werden. Bürgermeister Gualtieri sagte bei der Verkündung des Zwei-Euro-Tickets vergangenen Dezember: «Das Ziel ist es, die Qualität des Erlebens und der Nutzung unseres kulturellen Erbes zu verbessern und der Überfüllung entgegenzuwirken.» Auch für den Besuch der Massenzio-Villa sowie vier bisher ohne Eintrittsgeld zu besuchender Museen (etwa das Museo Napoleonico) müssen Touristen künftig bezahlen.
Seit einem Jahr wird der Besucherandrang am Trevi-Brunnen begrenzt: Maximal 400 Personen dürfen sich gleichzeitig in der Anlage aufhalten. Dennoch hätten täglich etwa 30.000 Menschen den Brunnen besucht, an manchen Tagen sogar bis zu 70.000, heißt es von der Stadt.
Wie funktioniert das neue Eintrittsgeld?
Das neue kostenpflichtige Ticket ist jetzt verfügbar. Es kann bereits im Voraus online erworben werden. Eine eigene Website auf Englisch und Italienisch ist seit einigen Tagen online. Außerdem können die Tickets ausschließlich mit Kreditkarte vor Ort am Eingang zum Trevi-Brunnen in der Via della Stamperia sowie an touristischen Informationsstellen erworben werden.
Vor dem Brunnen wird es zwei separate Warteschlangen geben: eine für Besucher, die das Ticket vor Ort kaufen, und eine für jene mit vorab erworbenem Ticket. Aufsichtspersonen kontrollieren dann den Einlass. Um den Bereich am Becken wird noch bis Mitte Februar eine Umzäunung aufgebaut.
Im Fokus steht der Zugang zum schmalen Durchgang direkt am Wasserbecken. Mit dem Ticket hat man freie Bewegung auf diesem Gelände. Das neue Zugangssystem ist an den meisten Tagen von 9.00 bis 22.00 Uhr gültig, nur montags und freitags von 11.30 bis 22.00 Uhr. Die große Piazza vor dem Brunnen mit Eisdielen und Touristenshops bleibt weiterhin für alle frei zugänglich.
Die Stadt Rom ist überzeugt, dass die neue Regelung nicht nur die Sicherheit vor Ort verbessert – das Gedränge war ein beliebter Arbeitsplatz für Taschendiebe, und das Chaos führte gelegentlich zu Konflikten zwischen Touristen und Passanten – sondern auch die Qualität des Besuchserlebnisses steigert. Nicht alle sind jedoch mit der Maßnahme einverstanden. Kritiker kritisieren beispielsweise die Kommerzialisierung eines historischen und kulturellen Ortes.
Italien leidet am Massentourismus
Andere italienische Städte haben ähnliche Maßnahmen gegen den Massentourismus ergriffen. Im Jahr 2024 führte Venedig eine Eintrittsgebühr für Kurzbesucher ein. Auch in diesem Jahr verlangt die Lagunenstadt an 60 Tagen zwischen Anfang April und Ende Juli Eintrittsgelder. Zehn Euro werden dann fällig, nur wer früh bucht – mindestens drei Tage im Voraus – kommt mit fünf Euro davon. Übernachtungsgäste sind von der Gebühr ausgenommen.
Auch in Venedig besteht das Ziel darin, den Massentourismus in der Stadt mit den zahlreichen Kanälen und Palästen besser zu regulieren. Gegner argumentieren, dass der Eintritt kaum jemanden davon abhält, Venedig zu besuchen. Ähnlich wie in Rom wird auch in Venedig kritisiert, dass die Stadt mit diesen Eintrittsgeldern zu einer Art riesigen Themenpark für Touristen wird.
Römer müssen Zwei-Euro-Ticket nicht bezahlen
Leidtragende des «Overtourism» sind übrigens nicht nur Touristen, sondern die alteingesessenen Einwohner. Sie spüren die Folgen der stetig wachsenden Touristenströme im Alltag: überfüllte Straßen und Plätze, Überlastung des Straßenverkehrs sowie höhere Mietpreise und Lebenshaltungskosten.
Für Römer gilt das Zwei-Euro-Ticket für den Trevi-Brunnen nicht als zusätzliche Belastung. Einwohner der italienischen Hauptstadt sind davon nämlich ausgenommen. Kulturstadtrat Massimiliano Smeriglio betonte, Rom sei eine Stadt, «die nicht nur den Touristen gehört, sondern vor allem den Römern».








