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Bedrohung durch Gletscherschwund steigt weltweit

Millionen Menschen sind auf das schwindende Süßwasser angewiesen, was zu Überflutungsrisiken führt.

Keine Weltregion ist vom Gletscherschwund mehr verschont. (Archivbild)
Foto: Becky Bohrer/AP/dpa

Experten zufolge hat der dramatische Rückgang der Gletscher erhebliche Folgen für das zukünftige Leben der Menschen auf der Erde. Mit dem Schmelzen des Eises geht eine große Menge Süßwasser verloren, auf das Millionen von Menschen weltweit angewiesen sind: zum Trinken, für die Landwirtschaft und die Industrie, wie die Weltwetterorganisation (WMO) am ersten Welttag der Gletscher am 21. März bekannt gab.

Seit 1976 haben die Gletscher weltweit fast 9.200 Gigatonnen Eis verloren, so der Welt-Gletscher-Beobachtungsdienst (WGMS) der Universität Zürich. Dies entspricht einem Eisblock von 25 Metern Dicke in der Größe Deutschlands, erklärte WGMS-Direktor Michael Zemp. Eine Gigatonne entspricht einer Milliarde Tonnen.

«Eine Frage des Überlebens»

Die Schmelze seit dem Jahr 2000 habe den Meeresspiegel um 18 Millimeter erhöht, berichtete die WMO. «Jeder Millimeter bedeutet, dass 200.000 bis 300.000 Menschen mehr dem Risiko von Überflutungen ausgesetzt sind», sagte Zemp.

Zusammen mit den Eisschilden der Antarktis und Grönlands halten Gletscher 70 Prozent der lebenswichtigen globalen Süßwasserressourcen, so die WMO. «Die Erhaltung der Gletscher ist nicht nur eine ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Notwendigkeit. Es ist eine Frage des Überlebens», sagte WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo. 

Der Rückgang war lange Zeit nicht in allen 19 Gletscherregionen der Welt zu beobachten, aber seit drei Jahren haben alle Regionen Verluste verzeichnet, so die WMO. Und nicht nur das: Die Gletscher weltweit sind in den vergangenen drei Jahren so stark geschrumpft wie in keiner Dreijahresperiode seit Beginn der Aufzeichnungen in den 70er Jahren.

dpa