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Mindestens ein Toter bei Eishöhlenunglück auf Island

Vulkane und Gletscher – Island ist das Land von Feuer und Eis. Eine geführte Tour in der Nähe der beeindruckenden Gletscherlagune Jökulsarlon endet nun mit einem tragischen Unglück.

Die Gegend ist bei Touristen beliebt. (Archivbild)
Foto: Steffen Trumpf/dpa

Vor Kurzem gab es einen weiteren Vulkanausbruch, und nun ereignete sich ein Unglück auf einem Gletscher: Islands einzigartige Natur hat erneut ihre dramatische und gefährliche Kraft gezeigt. Bei einem Einsturz einer Eishöhle in der Nähe der Gletscherlagune Jökulsarlon ist mindestens ein Tourist ums Leben gekommen.

Laut der zuständigen isländischen Polizei auf Facebook wurde eine weitere Person schwer verletzt und mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus in Reykjavik gebracht. Der Zustand dieser Person ist stabil. Zwei weitere Menschen gelten als vermisst, da sie voraussichtlich unter dem Eis eingeschlossen wurden. Die Suche nach ihnen wird weiterhin intensiv fortgesetzt.

Die Betroffenen waren Teil einer Gruppe von 25 ausländischen Touristen, die am Sonntag eine Führung in der Eishöhle auf der Gletscherzunge Breidamerkurjökull im Südosten Islands gemacht hatten. Die Nationalitäten der Touristen waren laut Polizei unterschiedlich, aber vorerst unklar.

Island ist mit seinen Gletschern und Geysiren, Vulkanen und Wasserfällen unter anderem bei vielen Outdoor-Freunden aus Deutschland ein sehr beliebtes Reiseziel. Im vergangenen Jahr besuchten knapp 140.000 Deutsche die Nordatlantik-Insel. Insgesamt kamen rund 2,2 Millionen Menschen auf die Insel, die selbst nur weniger als 400.000 Einwohner hat.

Schauplatz für James Bond und Tomb Raider

Wanderungen über Gletscherzungen und durch Eishöhlen sowie Bootstouren auf dem Jökulsarlon gehören zu den beliebtesten Aktivitäten für Touristen auf Island. Eisberge, die vom Gletscher Vatnajökull und seiner Gletscherzunge Breidamerkurjökull abgebrochen sind, treiben auf dem Wasser des Gletschersees und bieten eine spektakuläre Szenerie, die bereits als Kulisse für verschiedene Filmproduktionen, wie James-Bond- und Tomb-Raider-Filme, gedient hat.

Der Vatnajökull wird als der größte Gletscher Europas außerhalb des Polargebiets angesehen. Es gibt viele Wanderungen durch Eishöhlen in der Region.

Trotz der malerischen Landschaft gestalten sich die Sucharbeiten nach den beiden Vermissten nach dem Einsturz der Eishöhle als äußerst schwierig: Aufgrund der gefährlichen Bedingungen vor Ort und der Dunkelheit musste die Suche in der Nacht unterbrochen werden, wurde jedoch am frühen Morgen mit voller Kraft fortgesetzt. Eine Drohnenaufnahme des isländischen Rundfunksenders RÚV zeigte zahlreiche Arbeiter, die hauptsächlich mit ihren Händen und Schaufeln in den mit schwarzem Sandgestein bedeckten Eismassen nach den Verschollenen suchten. Aufgrund des unwegsamen Geländes konnten schwere Maschinen nicht eingesetzt werden.

Feuer und Eis

Nur vor kurzer Zeit hatte die wilde Natur Islands ihre beeindruckende Seite gezeigt: Auf der Reykjanes-Halbinsel nahe Reykjavik begann letzte Woche der sechste Vulkanausbruch innerhalb von neun Monaten. Dies wurde von vielen Erdbeben begleitet.

Die Lava sprudelte zu Beginn aus einem geschätzten fast vier Kilometer langen Erdspalt, jetzt konzentriert sich der Ausbruch hauptsächlich auf zwei Spalten im nördlichen Teil des Gebiets, ohne dass derzeit eine Gefahr für Menschen oder den Fischerort Grindavík besteht. Bei einem früheren Ausbruch wurden in Grindavík drei Häuser von der Lava erfasst und zerstört.

Der Höhleneinsturz ereignete sich nicht in unmittelbarer Nähe: Der betroffene Gletscher liegt ungefähr 300 Kilometer östlich des Vulkangebiets.

dpa