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Elon Musk setzt neuen Schwerpunkt: Mondstadt statt Mars in den nächsten zehn Jahren

Elon Musk richtet die Raumfahrtpläne von SpaceX neu aus: Statt einer ersten Marskolonie soll innerhalb der nächsten zehn Jahre eine dauerhafte, selbstwachsende Stadt auf dem Mond entstehen. Der Schritt markiert einen strategischen Kurswechsel – der Mars bleibt dennoch langfristig im Blick.

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Foto: NF24 / KI

Der Raumfahrtunternehmer Elon Musk hat einen bedeutenden Strategiewechsel in den Zielen seines Unternehmens SpaceX angekündigt: Anstatt als erstes Menschen auf dem Mars anzusiedeln, soll der nächste große Meilenstein der Aufbau einer „selbstwachsenden Stadt auf dem Mond“ sein – und das womöglich in weniger als einem Jahrzehnt. Die Entscheidung veröffentlichte Musk selbst über seinen Social-Media-Kanal und sie wurde von internationalen Medien aufgegriffen.

Vom Roten Planeten zum Erdtrabanten

Seit vielen Jahren verfolgt Musk das ambitionierte Ziel, eine menschliche Zivilisation auf Mars zu errichten – einst peilte er für die erste unbemannte Mission sogar das Jahr 2026 an. Diese Pläne werden nun deutlich nach hinten verschoben. Begründet wird der Strategiewechsel mit der vergleichsweise leichteren Erreichbarkeit des Mondes: Startfenster zum Erdtrabanten öffnen sich etwa alle zehn Tage und die Flugzeit beträgt rund zwei Tage, im Gegensatz zu den rund 26-Monats-Fenstern und sechsmonatiger Reisezeit zum Mars. Dadurch könnten Entwicklung und Aufbau schneller vorangetrieben werden.

In seinem Post erklärte Musk, dass das Mondprojekt nun „übergeordnete Priorität“ habe, weil es die Zukunft der Zivilisation schneller sichern könne. Gleichzeitig betonte er, dass der Mars nicht vom Tisch sei: Die Arbeit an einer Siedlung dort solle in fünf bis sieben Jahren beginnen, sobald die Mondstadt vorangebracht worden sei.

Ziel: eine „selbstwachsende Stadt“ auf dem Mond

SpaceX spricht von einer „selbstwachsenden Stadt“ auf dem Mond – also einer Siedlung, die sich mit der Zeit autonom weiterentwickeln soll. Musk sieht den Mond als ideale Testumgebung, um Technologien, Infrastruktur und Logistik für das Leben außerhalb der Erde zu erproben. Zudem könnten häufigere Mondmissionen die technischen und organisatorischen Herausforderungen reduzieren, bevor größere Schritte zu weiter entfernten Zielen erfolgen.

Parallel dazu hat SpaceX weitere strategische Weichen gestellt: So wurde die KI-Firma xAI, ebenfalls von Musk gegründet, übernommen und in das weltumspannende Raumfahrtprojekt eingebunden. Diese Integration von künstlicher Intelligenz, Kommunikationssatellitennetzen wie Starlink und weiteren Technologien soll die Grundlage für effizientere, automatisierte Systeme im All bilden.

Konkurrenzdruck im All

Der Strategiewechsel kommt in einer Zeit steigender internationaler Konkurrenz im All: Neben der NASA-Artemis-Initiative treiben auch Länder wie China eigene Mondprogramme voran, um erneut Menschen dorthin zu bringen und dauerhafte Basen aufzubauen – ein Ziel, das zuletzt mit den Apollo-Missionen der 1970er-Jahre erreicht wurde.

Die Zukunft der Weltraumkolonisation

Während der Mond wieder stärker in den Fokus rückt, bleibt die Frage bestehen, wie realistisch eine bewohnbare Stadt innerhalb eines Jahrzehnts tatsächlich ist. Experten weisen darauf hin, dass viele technologische, logistische und wirtschaftliche Hürden bewältigt werden müssen. Trotzdem signalisiert der neue Zeitplan von Musk und SpaceX einen frühen Wendepunkt in der modernen Raumfahrt: weg von visionären Marsplänen hin zu greifbaren Schritten auf dem Mond – mit dem Potenzial, die Expansion der Menschheit ins All grundlegend zu beschleunigen.

bh