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Deutsche EM-Party geht weiter mit Sieg gegen Ungarn

Deutschland sichert sich Achtelfinale dank Torschützen Musiala und Gündogan, die Fans in Ekstase versetzen. Neuer und Gündogan überzeugen in hart umkämpftem Spiel.

Torschütze Jamal Musiala (r) und Vorbereiter Ilkay Gündogan (l) feiern das Tor zur 1:0-Führung.
Foto: Tom Weller/dpa

Die deutsche EM-Party setzt sich fort – dank der Torschützen Jamal Musiala und Ilkay Gündogan ist das Achtelfinale bereits gesichert. Nach dem spielerisch leichten 5:1-Torfest gegen Schottland verdiente sich die Fußball-Nationalmannschaft das 2:0 (1:0) gegen die weiterhin punktlosen Ungarn bei der Turnier-Premiere im pink-lila Trikot jedoch hauptsächlich durch ein hohes Arbeitspensum.

Der Triumph im lauten Stuttgarter Stadion wurde erst am Ende zur Krönung. Das DFB-Team war bereits in den spielentscheidenden Momenten voll präsent. Nach einem energischen Einsatz von Kapitän Gündogan gegen den Leipziger Willi Orbán im Strafraum brachte Musiala in der 22. Minute mit seinem zweiten EM-Tor die Fans erstmals in Ekstase. Das beruhigende zweite Tor fiel schließlich in der 67. Minute. Diesmal war es Gündogan, der nach einem feinen Angriff über Musiala und den Stuttgarter Maximilian Mittelstädt traf.

Die Defensive war jedoch gegen die kampfstarken Ungarn in vielen Momenten gefordert. Neben Abwehrturm Jonathan Tah zeigte auch Teamsenior Manuel Neuer nach einigen Patzern vor dem Heimturnier großes Können als Rückhalt im Tor.

Das weiter zusammenwachsende Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann spielt nun am Sonntag (21.00 Uhr/ARD und Magenta TV) in Frankfurt gegen die Schweiz um den Gruppensieg. Der weitere Weg bis zum Finale am 14. Juli in Berlin würde dann in der K.-o.-Runde über die Stationen Dortmund, Stuttgart und München führen. Erstmals skandierten die deutschen Fans: «Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!» In Deutschland wird vom Titel geträumt.

Neuer zeigt es den Kritikern

Bei optimalen äußeren Bedingungen wollten auch Bundeskanzler Olaf Scholz und Ungarns Regierungschef Viktor Orbán die Partie nicht verpassen. UEFA-Präsident Aleksander Čeferin saß zwischen den beiden Spitzenpolitikern. Zusammen mit den über 50.000 Zuschauern erlebten sie ein hart umkämpftes und ereignisreiches EM-Spiel.

«Auch der zweite Schritt wirkt» – unter diesem Motto hatte Nagelsmann exakt die gleiche Startelf auf den Stuttgarter Rasen geschickt, die fünf Tage zuvor im Auftaktspiel den Schotten keine Chance gelassen und die EM-Euphorie im Land spürbar gesteigert hatten. Doch der Bundestrainer warnte vor dem Anpfiff auch: «Der Gegner wird uns gerade in der Anfangsphase körperlich mehr fordern als die Schotten.»

Nagelsmann hatte recht, wie sich bereits nach 15 Sekunden zeigte: Roland Sallai drängte den unaufmerksamen Joshua Kimmich im eigenen Strafraum, der Freiburger eroberte den Ball und zwang Manuel Neuer zu einer Glanztat. Der in Topform befindliche Bayern-Profi, der in seinem 17. EM-Spiel den Torwart-Rekord des Italieners Gianluigi Buffon einstellte, bewies dies nicht nur in dieser Situation seinen Kritikern.

Foul oder kein Foul beim Führungstor?

Die Situation schien wie ein Weckruf für das DFB-Team zu sein, das kämpfte und unter der Führung von Gündogan, der diesmal auffälliger war, früh Chancen herausspielte. Kai Havertz (11.) setzte sich energisch gegen Orbán durch und scheiterte mit seinem Schuss aus der Nahdistanz am glänzend reagierenden Péter Gulácsi, der ebenfalls für RB Leipzig in der Bundesliga spielt.

Die Führung war schließlich eine beeindruckende Leistung von mehreren Protagonisten: Tah leitete mit einer imposanten Fluggrätsche einen Konter ein. Über das Zauber-Duo Florian Wirtz und Musiala gelangte der Ball in den Strafraum, wo Gündogan sich mit einem harten, aber fairen Körpereinsatz gegen den stolpernden Orbán durchsetzte. Musiala verwertete Gündogans Rückpass mit einem abgefälschten Schuss unter die Latte.

Die Ungarn waren jedoch keineswegs vom Rückstand schockiert. Nur vier Minuten nach dem 1:0 rettete Neuer erneut spektakulär, diesmal gegen einen Freistoß von Dominik Szoboszlai. Ein weiterer gefährlicher Schuss des Ex-Leipzigers wurde drei Minuten später von Tah aufmerksam geblockt. Auf der anderen Seite traf Musiala (44.) kurz vor dem Halbzeitpfiff das Außennetz, nachdem er deutlich mehr Gelegenheiten hatte als sein Partner Wirtz.

Ungarn versucht’s über Konter

Auch nach der Halbzeitpause hatten die Deutschen weiterhin mehr Ballbesitz. Die ungarische Mannschaft, die von Marco Rossi trainiert wurde, zog sich trotz des Rückstands weit zurück, um durch schnelle Konter erfolgreich zu sein.

Nachdem Gündogan und Toni Kroos (55.) eine Doppelchance vergeben hatten, brachte Nagelsmann von der Bank aus mit Niclas Füllkrug und Leroy Sané für Havertz und Wirtz frische Offensivkräfte für einen neuen Impuls. Trotzdem sorgte Gündogan mit einem Tor für das 2:0 und krönte damit seine starke Leistung.

dpa