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Ende einer Ära in der Lausitz: Braunkohle-Gigant F60 in Jänschwalde gesprengt

Ein Symbol der Braunkohleindustrie verschwindet: In Jänschwalde ist der gewaltige Abraumförderer F60 kontrolliert gesprengt worden. Der Abriss markiert das Ende eines industriegeschichtlichen Kapitels.

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Foto: depositphotos

Mit einer spektakulären Sprengung ist in Jänschwalde ein Stück Industriegeschichte zu Ende gegangen. Der riesige Braunkohle-Abraumförderer F60, jahrzehntelang im Tagebau im Einsatz, wurde kontrolliert zu Fall gebracht. Der Abriss des Kolosses steht sinnbildlich für den tiefgreifenden Wandel der deutschen Energie- und Industriepolitik.

Gigant der Braunkohleindustrie

Der F60 gehörte zu den größten beweglichen Arbeitsmaschinen der Welt. Mit einer Länge von mehreren hundert Metern prägte er über Jahrzehnte das Bild des Tagebaus in der Lausitz. Das Stahlmonster war dafür ausgelegt, riesige Mengen Abraum zu bewegen und spielte eine zentrale Rolle bei der Braunkohleförderung.

Kontrollierte Sprengung unter hohen Sicherheitsauflagen

Die Sprengung erfolgte nach monatelanger Vorbereitung. Experten platzierten zahlreiche Sprengladungen gezielt an tragenden Stahlstrukturen, um den Koloss kontrolliert einstürzen zu lassen. Aus Sicherheitsgründen wurde das Gelände weiträumig abgesperrt, Anwohner und Zuschauer verfolgten das Ereignis aus großer Entfernung.

Symbol für den Strukturwandel

Mit dem Abriss des F60 wird der Strukturwandel in der Lausitz sichtbar. Der Rückbau alter Braunkohleanlagen ist Teil des Ausstiegs aus der Kohleverstromung. Wo früher fossile Energie gefördert wurde, sollen künftig neue wirtschaftliche Perspektiven entstehen, darunter Industrieansiedlungen, Energieprojekte und Naturlandschaften.

Abschied von einem prägenden Wahrzeichen

Für viele Menschen in der Region war der F60 mehr als nur eine Maschine. Er stand für Arbeitsplätze, Identität und jahrzehntelange Industriegeschichte. Entsprechend emotional fiel der Abschied aus. Zeitzeugen und ehemalige Beschäftigte erinnerten an die Bedeutung des Förderers für Generationen von Bergleuten.

Nachnutzung des Geländes geplant

Nach der Sprengung beginnt nun die Räumung des Areals. Das Gelände soll langfristig für neue Zwecke entwickelt werden. Die Verantwortlichen setzen dabei auf Konzepte, die Wirtschaft, Umwelt und regionale Entwicklung miteinander verbinden und der Region eine Zukunft jenseits der Braunkohle eröffnen.

Braunkohle-Aus als sichtbarer Einschnitt

Der Fall des F60 macht deutlich, wie sichtbar der Abschied von der Braunkohle geworden ist. Mit jeder stillgelegten Anlage verschwindet ein weiteres Kapitel der Industriegeschichte – und macht Platz für einen tiefgreifenden Wandel in Deutschlands Energie- und Wirtschaftslandschaft.

TS
Quellen: n-tv.de