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Schwere Erdbeben in Myanmar fordern Hunderte Tote und Verletzte

Militärführung gibt verheerende Schäden bekannt, auch Nachbarländer betroffen; Opferzahl könnte in die Tausende gehen.

In Myanmar richtete ein tödliches Erdbeben schwere Schäden an der Infrastruktur an.
Foto: Uncredited/The Myanmar Military True News Information Team/AP/dpa

Die Anzahl der offiziell bestätigten Todesopfer nach dem Erdbeben in Myanmar ist auf 694 gestiegen. Die Militärführung des südostasiatischen Landes gab im Staatsfernsehen auch bekannt, dass die Anzahl der Verletzten bei 1.670 liegt.

Am Freitag erschütterte ein schweres Erdbeben Südostasien und verursachte schwere Zerstörungen. Das Deutsche Geoforschungsinstitut (GFZ) in Potsdam und die US-Erdbebenwarte (USGS) geben die Stärke mittlerweile mit 7,7 an. Etwas südlich wurde von beiden Instituten einige Minuten später ein weiteres Erdbeben mit einer Stärke von 6,4 registriert.

Das stärkere Beben hatte sein Epizentrum in der Nähe von Mandalay, der zweitgrößten Stadt Myanmars mit 1,6 Millionen Einwohnern. Es war auch in Thailand, China und Vietnam teilweise deutlich zu spüren.

Das Rote Kreuz in Myanmar äußerte sich besorgt über die verheerenden Schäden. Es besteht die große Sorge, dass Dämme am Fluss Irrawaddy brechen könnten.

Besorgniserregende Schätzung

Die Situation in Myanmar bleibt jedoch unklar. Seit einem Militärputsch im Februar 2021 ist das ehemalige Birma bereits von Gewalt und Chaos geprägt, verschiedene Rebellengruppen kämpfen teilweise erfolgreich gegen die Armee. Nur wenige Informationen gelangen aus dem Land nach außen. Die Europäische Kommission gab am Freitagabend bekannt, den Copernicus-Satellitendienst zu aktivieren, um die Auswirkungen des Erdbebens besser beurteilen zu können.

Gemäß einer Schätzung der US-Erdbebenwarte USGS könnte die Zahl der Opfer in die Tausende gehen. Das Institut warnt davor, dass in Myanmar und den anderen betroffenen Gebieten insgesamt mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen sein könnten.

Hilfe von einem der wenigen Verbündeten

Es wurden auch Verletzte und Schäden an Gebäuden aus der chinesischen Provinz Yunnan gemeldet.

https://x.com/globaltimesnews/status/1905777901351645204

Die Volksrepublik China, einer der wenigen Verbündeten Myanmars, schickte laut staatlichen Medienberichten ein kleines Team des Katastrophenschutzes mit Spezialgeräten über die Grenze nach Myanmar. Das chinesische Außenamt versprach zusätzliche Hilfe. Staats- und Parteichef Xi Jinping bekundete Militär-Junta-Chef Min Aung Hlaing sein Mitgefühl.

Suche in Thailand geht weiter 

In Thailand wurden bisher drei Todesfälle offiziell bestätigt. Laut Medienberichten sollen jedoch bis zu zehn Tote gefunden worden sein. Darüber hinaus gibt es allein in der Millionenstadt Bangkok 101 Vermisste.

Einen Tag nach dem schweren Erdbeben hat die thailändische Wetterbehörde auch weitere Erdstöße registriert. Von den 77 gemessenen Erdstößen, die hauptsächlich im angrenzenden Norden Myanmars auftraten, waren jedoch die meisten deutlich schwächer und manchmal kaum spürbar, wie es hieß.

Am Freitag ist in Bangkok ein im Bau befindliches Hochhaus eingestürzt. Die Suche nach Vermissten in den Trümmern wird fortgesetzt, wie auf Fotos zu erkennen ist.

In der Zwischenzeit kehrte etwas Normalität in die thailändische Hauptstadt zurück. Einige U-Bahnlinien nahmen den Betrieb im öffentlichen Nahverkehr wieder auf, während andere noch auf Schäden überprüft wurden.

dpa