Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Erdrutsch in Neuseeland: Suche nach verschütteten Campern

Mindestens sechs Menschen sind nach beispiellosen Regenfällen und einem Erdrutsch auf einem beliebten Campingplatz verschüttet. Angehörige und Rettungskräfte hoffen noch auf ein Wunder.

Mindestens sechs Menschen werden vermisst.
Foto: Owen Thompson/Photosport NZ/AAP/dpa

Mount Maunganui/Auckland – Einen Tag nach einem schweren Erdrutsch auf einem Campingplatz am Mount Maunganui in Neuseeland suchen die Rettungsteams weiterhin unermüdlich nach möglichen Überlebenden. „Mindestens sechs Menschen wurden von den Schlammmassen verschüttet“, sagte die Polizei am Morgen (Ortszeit). Es könnten jedoch insgesamt bis zu neun Personen betroffen sein.

Laut dem örtlichen Polizeichef Tim Anderson werden noch Informationen zu drei weiteren Urlaubern gesammelt, die wahrscheinlich ausländische Touristen sind. Es ist unklar, ob sie den Campingplatz kurz vor dem Unglück verlassen hatten oder ob sie ebenfalls verschüttet wurden.

Verzweifelte Angehörige

Laut Angaben sind unter den Vermissten zwei Jugendliche. Es konnte zunächst nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob und wie viele Ausländer betroffen sind.

Der neuseeländische Ministerpräsident Christopher Luxon sprach von einer «absoluten Tragödie». Der Schmerz der bangenden Angehörigen sei unvorstellbar.

https://x.com/chrisluxonmp/status/2014513486169309501

Noch handele es sich aber um eine Rettungs- und nicht um eine reine Bergungsaktion, sagte Polizeichef Anderson. «Wenn man auf Fälle im Ausland schaut, dann sieht man, dass Menschen auch nach mehreren Tagen noch gerettet wurden.» Die Einsatzkräfte würden nichts unversucht lassen, um Überlebende zu finden.

Zeugen berichten von Hilfeschreien

Der Erdrutsch am Donnerstagmorgen hat Teile des bekannten Campingplatzes zerstört und Zelte unter Schlamm begraben. Augenzeugen haben berichtet, dass aus einem Toilettenblock Hilfeschreie zu hören waren. Nach ungefähr 15 Minuten sind die Stimmen jedoch verstummt.

Luftbilder zeigten das Ausmaß der Tragödie, die von Rekordniederschlägen begleitet wurde: In der Region fiel innerhalb von zwölf Stunden so viel Regen wie sonst in zweieinhalb Monaten – der höchste Tageswert seit Beginn der Aufzeichnungen. Warum der Campingplatz trotz der Sturzfluten und des aufgeweichten Bodens nicht vorsorglich evakuiert wurde, wird derzeit untersucht.

Mount Maunganui, ein beliebter Badeort, befindet sich auf einer Halbinsel und ist bekannt für seine beeindruckende Natur, schönen Strände und einen markanten erloschenen Vulkan. Das Gebiet liegt in der bekannten Region Bay of Plenty auf der Nordinsel.

Zwei Tote in nahegelegener Ortschaft

Auch in anderen Teilen der Region kam es zu schweren Überschwemmungen. In der nahegelegenen Ortschaft Papamoa konnten nach einem weiteren Erdrutsch, der ein Wohnhaus getroffen hatte, zwei Vermisste nur noch tot geborgen werden. Bei den Opfern handele sich um eine Großmutter und ihren Enkel, berichteten neuseeländische Medien. Nördlich von Auckland wird zudem weiter nach einem Mann gesucht, der mit seinem Auto beim Versuch, den Mahurangi River zu überqueren, von den Fluten mitgerissen wurde.

dpa