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Europol: Historischer Erfolg im Kampf gegen Drogenhandel

Ermittler heben einen Chemikalien-Großhandel aus. 85 Verdächtige werden festgenommen – teils auch in Deutschland.

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«Sowohl in Deutschland als auch in Europa sind diese Dimensionen bisher einmalig», sagte der Leiter des Zollkriminalamtes, Tino Igelmann, bei einer Pressekonferenz in Köln.
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Europäische Ermittler haben laut Europol einen der größten Lieferanten für Drogenproduzenten entdeckt. Es handelt sich um die bisher größte Operation von Europol gegen den Handel mit synthetischen Drogen. 24 Labore zur Herstellung der Drogen wurden geschlossen und 85 Verdächtige wurden in Den Haag festgenommen, wie Europol mitteilte.

Zu diesen gehörten auch zwei vermutliche Anführer in Polen. Die Operation umfasste mehrere Schläge gegen die Banden und erstreckte sich insgesamt über ein Jahr. Die Polizeibehörde Europol mit Sitz in Den Haag unterstützt EU-Mitgliedstaaten bei Ermittlungen in Bereichen wie organisierter Kriminalität und Terrorismus.

800 Kilogramm synthetische Drogen in Deutschland gefunden

Laut Angaben des deutschen Zolls wurden in Deutschland sechs illegale Drogenlabore in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen entdeckt und 45 Verdächtige wurden verhaftet.

«Allein die in Deutschland aufgedeckten Labore verfügten über Produktionskapazitäten von synthetischen Drogen im hohen einstelligen Tonnenbereich. Bundesweit wurden über 800 Kilogramm synthetische Drogen und etwa 160.000 Liter hochgiftige Chemikalienabfälle sichergestellt», erläuterte der Leiter des Zollkriminalamtes, Tino Igelmann, bei einer Pressekonferenz in Köln. «Sowohl in Deutschland als auch in Europa sind diese Dimensionen bisher einmalig.» 

Europol zufolge wurden insgesamt etwa 1.000 Tonnen Chemikalien beschlagnahmt, mit denen über 300 Tonnen harter Drogen wie MDMA, Amphetamin und Meth hergestellt werden konnten. Igelmann erklärte, dass synthetische Drogen aus Chemikalien eine besonders große Gesundheitsgefahr darstellten. Darüber hinaus seien sie auch ein bedeutendes Umweltproblem.

«Schwerer Schlag für organisierte kriminelle Gruppen»

Der Leiter des Zentrums zur Bekämpfung der schweren organisierten Kriminalität bei Europol, Andy Kaag, sprach im niederländischen Radiosender NPO von der «mit Abstand größten Operation» der Polizeibehörde im Kampf gegen Produktion und Handel mit synthetischen Drogen.

Das Netzwerk war den Angaben zufolge für den Import, die Umverpackung und den Vertrieb von Grundstoffen verantwortlich, die bei der Herstellung synthetischer Drogen verwendet werden. Kaag sprach von «einem schweren Schlag für organisierte kriminelle Gruppen». 

Chemikalien wurden mit gefälschten Etiketten versandt

Gemäß den Angaben waren Ermittler aus sechs Ländern an der Operation beteiligt. Die Koordinierung erfolgte von Polen aus. Die Chemikalien, die auch von der Pharmaindustrie legal verwendet werden, wurden von verschiedenen scheinbar legalen Unternehmen nach Europa importiert, in Polen mit gefälschten Etiketten versehen und in mehrere Länder verschickt.

Die Ermittler wurden aufgrund der ungewöhnlich großen Mengen misstrauisch. Während des Einsatzes wurden Dutzende von Gebäuden durchsucht und Autos, Immobilien, Bargeld und Drogen beschlagnahmt.

dpa