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Gose schwimmt zu Olympia-Bronze über 1500 Meter Freistil

Im Februar die ersten WM-Medaillen, nun olympisches Edelmetall: Isabel Gose erfüllt sich einen Traum. Ihr Ex-Freund und Goldgewinner Lukas Märtens hatte ein für sie passendes Motto vorgegeben.

Isabel Gose hat eine Olympia-Medaille über 1500 Meter Freistil gewonnen.
Foto: Michael Kappeler/dpa

Isabel Gose hielt sich völlig erschöpft am Startblock fest und hatte nicht genug Kraft für Jubel: Die Freistilschwimmerin gewann die olympische Bronzemedaille über 1500 Meter. Gose musste sich nur der Ausnahmeschwimmerin und Goldmedaillengewinnerin Katie Ledecky aus den USA sowie der zweitplatzierten Französin Anastasia Kirpitschnikowa geschlagen geben.

Die 22-jährige Gose gewann dem Team des Deutschen Schwimm-Verbandes das zweite Edelmetall bei diesen Sommerspielen. Lukas Märtens wurde am Samstag zum Olympiasieger über 400 Meter Freistil ernannt.

Nun konnte auch seine ehemalige Freundin und Teamkollegin aus Magdeburg über die Teilnahme an der Siegerehrung jubeln. Es war der bisher größte Erfolg ihrer Karriere. Gose schlug in nationaler Rekordzeit von 15:41,16 Minuten an und bewies erneut die Stärke Deutschlands auf der längsten Beckendistanz. Bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio hatte Sarah Wellbrock – damals noch unter dem Namen Sarah Köhler – ebenfalls Bronze gewonnen.

Medaille war schon vor dem Rennen im Hinterkopf

Die deutschen Beckenschwimmerinnen und Beckenschwimmer haben bereits jetzt mit einem Gold- und einem Bronzemedaille ihre stärkste Olympia-Bilanz seit den Spielen von Peking 2008 erreicht. Damals hatte Britta Steffen zweimal Gold geholt.

Schon Goses Auftritt im Vorlauf am Vortag hatte Hoffnungen auf eine Medaille geweckt. Nach ihrem souveränen Finaleinzug mit der viertschnellsten Zeit sagte die Sportlerin von Langstrecken-Bundestrainer Bernd Berkhahn: «Ich muss gut regenerieren und dann kommt es einfach darauf an, wer taktisch am cleversten vorgeht und wer das meiste Stehvermögen hat.» Die Medaille sei im Hinterkopf, Druck machen wollte sich Gose aber nicht.

Beim Motto berief sie sich auf ihren ehemaligen Partner Märtens. «Lukas hat es immer schon ganz schön gesagt: Alles kann, nichts muss. Und so ist es halt tatsächlich auch», sagte sie. «Ich versuche einfach, meine Chance zu nutzen und zu zeigen, wie hart ich gearbeitet habe.»

Saison-Plan geht auf

Gose ist nach wie vor gut mit Märtens befreundet. Wie eng die beiden emotional noch verbunden sind, konnte das deutsche Fernsehpublikum nach Märtens‘ Olympiasieg sehen. Im ARD-Interview hatte Gose vor Freude über den Erfolg des 22-Jährigen geweint und gesagt: «Er kann so stolz auf sich sein, hat es sich so verdient. Er macht im Training so krasse Sachen.» Nun steht Gose selbst als Medaillengewinnerin im Rampenlicht.

Gose hat gezeigt, dass ihr Weg in der Olympia-Saison mit der Teilnahme an den Weltmeisterschaften im Februar und einem langen Höhentrainingslager vor den Sommerspielen für sie der richtige war. Bei den Weltmeisterschaften in Doha, auf die einige Topschwimmer im Sinne der Olympia-Vorbereitung verzichtet hatten, sammelte Gose weitere Erfahrungen auf der großen Bühne. Gose nahm gleich drei Medaillen aus Katar mit. Nun hat sie ihre erste bei Olympia gewonnen. Die zweite deutsche Finalteilnehmerin, Lukas Märtens‘ Schwester Leonie, belegte den achten Platz.

dpa