Die Erdgasvorräte in Deutschland sind deutlich niedriger als in den Vorjahren. Experten und Behörden erklären, was das für Verbraucher und Versorgungssicherheit bedeutet.
Gasspeicher in Deutschland nur zu rund 40 Prozent gefüllt – Winterlage bleibt angespannt

Die Füllstände der deutschen Gasspeicher sind Ende Januar 2026 auf ein Niveau gesunken, das zu dieser Jahreszeit ungewöhnlich niedrig ist. Messungen zeigen, dass die Speicher nur noch zu etwa 37 bis 40 Prozent gefüllt sind, deutlich weniger als in den Vorjahren und seit Beginn der Energiekrise. Trotz der Lage betonen Behörden, dass die Versorgung aktuell gesichert sei. Gleichzeitig wächst die Sorge vor einem möglichen schnellen Absinken der Vorräte, sollte der Winter länger anhalten oder besonders kalt sein.
Der aktuelle Füllstand der Gasspeicher
Nach aktuellen Daten liegen die Füllstände der deutschen Gasspeicher Ende Januar bei etwa 37 bis 40 Prozent. Damit sind die Speicher deutlich leerer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als sie noch deutlich über 60 Prozent gefüllt waren. Die Bundesnetzagentur und Netzbetreiber beobachten die Lage aufmerksam, während Verbraucher und Energiebranche die Entwicklung diskutieren. Die Abnahme der Gasvorräte ist ein normaler saisonaler Effekt, wird in diesem Jahr jedoch durch hohen Verbrauch und kühle Temperaturen verstärkt.
Die #Bundesnetzagentur hat vor ZWÖLF TAGEN (14.01.!), aufgehört, das Schaubild zum Füllstand der #Gasspeicher zu aktualisieren…
— Dr. David Lütke (@DrLuetke) January 26, 2026
Warum? 😉
Soll hier Kompetenz versteckt werden?
Rechnerisch dürfte Deutschland in etwa einer Woche, spätestens zwei, in der #Gasmangellage sein… pic.twitter.com/5fD0I0IwzK
Vergleich zu früheren Jahren
Im Herbst 2025 lagen die Speicherstände zu Beginn der Heizperiode deutlich niedriger als in den Vorjahren. Deutschland startete den Winter mit Füllständen weit unter den historischen Durchschnittswerten, was auf eine Kombination aus geringer Einspeicherung im Sommer und ansteigendem Verbrauch zurückgeführt wird. In früheren Jahren waren im Januar die Speicherstände deutlich höher; beispielsweise lagen sie 2025 noch bei über 60 Prozent zu gleichen Zeit.
Ursachen für den Rückgang
Mehrere Faktoren tragen zur niedrigen Speicherlage bei. Der Verbrauch in Haushalten und der Industrie ist in dieser Heizsaison vergleichsweise hoch, unter anderem aufgrund länger anhaltend kühler Temperaturen. Gleichzeitig war der Start in die Heizperiode durch geringere Füllstände gekennzeichnet als in den Vorjahren, was die Gesamtvorräte reduziert hat. Der verstärkte Abfluss von Gas aus den Speichern infolge von Nachfrage und Marktmechanismen hat den Abbau beschleunigt.
Versorgungssicherheit und Experteneinschätzungen
Trotz der niedrigen Speicherstände betonen Behörden, darunter die Bundesnetzagentur, dass die Gasversorgung derzeit gesichert sei. Zusätzliche Importe, etwa in Form von verflüssigtem Erdgas (LNG), sowie Lieferungen aus Norwegen und anderen Quellen tragen dazu bei, kurzfristige Engpässe zu vermeiden. Experten warnen jedoch, dass bei einem besonders kalten oder lang andauernden Winter die Vorräte schneller schrumpfen könnten, was die Lage spürbar verschärfen würde.
Entwicklung im europäischen Kontext
Auch in anderen europäischen Ländern sind die Gasspeicherstände im Winter 2025/26 vergleichsweise niedrig. Dies ist Teil einer größeren Energieentwicklung nach dem Wegfall großer Mengen russischer Pipelinegaslieferungen. Gleichzeitig steigt der grenzüberschreitende Handel mit LNG, und Europa erwartet in diesem Jahr Rekordimporte dieser Form von Erdgas, um die Versorgung zu stabilisieren und die Nachfrage zu decken.








