Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Gegner des Massentourismus demonstrieren am Ballermann

Am Ballermann demonstrieren Kritiker des Massentourismus noch friedlich, manche Graffiti-Sprayer auf Mallorca schlagen andere Töne an.

Rund 100 Aktivisten beteiligten sich an der Protestaktion. Überraschte Strandurlauber machten Fotos.
Foto: Clara Margais/dpa

Erneut haben Einheimische auf Mallorca gegen den Massentourismus protestiert. Etwa hundert Menschen haben den Strand des bei Deutschen beliebten Ballermanns symbolisch besetzt.

«Wir wollen, wenn auch nur für ein paar Stunden, daran erinnern, dass der Strand allen Mallorquinern gehört», sagte der Aktivist Eloy der Zeitung «Diario de Mallorca». Die Urlauber, die Fotos machten von der Aktion und Spruchbändern wie «Besetzen wir unsere Strände» oder schlicht «Es reicht», verstünden das. «Die Aktion richtet sich nicht gegen sie, sondern gegen das Tourismusmodell», sagte Eloy. 

Es gab bereits früher solche Aktionen an den Stränden der beliebtesten Urlaubsinsel vieler Deutscher: Im Mai und Juni nahmen mehrere Zehntausend Menschen an zwei friedlichen Demonstrationen in Palma teil, um gegen die Auswüchse des Tourismus zu protestieren.

In anderen Touristenzentren Spaniens gab es ebenfalls Protestaktionen. Die Kritiker bemängeln insbesondere die hohen Lebenshaltungskosten und den Mangel an bezahlbarem Wohnraum aufgrund des Massenansturms von Urlaubern.

https://x.com/MM_Mallorca/status/1818587978693787855

Die Demonstrationen verliefen bisher alle friedlich. Nun aber tauchten auch üble Graffiti-Sprüche auf Mallorca auf, wie das «Mallorcamagazin» und die «Mallorca Zeitung» berichteten. «Kill A Tourist» oder auf Deutsch «Tourismus macht frei». Offenbar eine Anspielung auf den zynischen Nazi-Spruch «Arbeit macht frei» über Eingangstoren von Konzentrationslagern.

dpa