Angeklagte erhielten Jugendstrafen wegen Mordes und Freiheitsstrafe wegen unterlassener Hilfeleistung und Brandstiftung. Opfer vom Amtsgericht Daun verurteilt.
Tödliche Familientragödie in der Eifel,Verurteilte Jugendliche und Mutter des Opfers im Prozess um Arzttod zu hohen Haftstrafen verurteilt.

Im Fall des gewaltsamen Todes eines Arztes aus der Eifel wurden zwei von drei Angeklagten zu langen Haftstrafen verurteilt. Die beiden jungen Angeklagten erhielten Jugendstrafen wegen Mordes: Der 18-Jährige muss neun Jahre hinter Gittern, der 17-Jährige sechs Jahre, wie der Vorsitzende Richter Günther Köhler am Landgericht Trier sagte.
Die ehemalige Lebensgefährtin des Opfers, die mitangeklagt wurde, wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt – wegen unterlassener Hilfeleistung und Brandstiftung. Sie ist die Mutter des 18-Jährigen, der 17-Jährige ist sein Halbbruder.
Der Arzt wurde Ende 2022 im gemeinsamen Wohnhaus in Gerolstein (Kreis Vulkaneifel) ermordet. Der 53-Jährige war bereits mehrfach vom Amtsgericht Daun verurteilt worden. Köhler sagte, dass dies unter anderem aufgrund seines langjährigen übermäßigen Alkoholkonsums geschah, der zu verbalen und körperlichen Übergriffen führte.
Nach Alkohol aggressiv geworden
So auch am Tatabend. Nach einem Streit mit der Ex hätten die Jugendlichen die spontane Entscheidung getroffen, «weitere Übergriffe zu verhindern», indem sie den Arzt töteten. Sie hätten das Opfer von hinten mit einem Baseballschläger und Schraubenschlüssel attackiert und dann mit einem um den Hals gezogenen Kabelbinder erdrosselt.
Laut Köhler habe die Angeklagte den Beginn der Tat mitbekommen, sei jedoch dann ins Kinderzimmer zu den drei Kleinkindern gegangen, die sie mit dem Opfer hat. Sie habe die Jugendlichen nicht daran gehindert und auch keine Erste Hilfe geleistet.
Die Angeklagten haben nach der Tat die Leiche in einem Waldstück bei Rockeskyll begraben. Danach haben sie das Auto, in dem der Tote transportiert wurde, angezündet.
Das Gericht entsprach weitgehend den Forderungen der Staatsanwaltschaft in Bezug auf die jungen Männer. Jedoch nicht bei der 36-Jährigen: Der Oberstaatsanwalt hatte siebeneinhalb Jahre Haft wegen gemeinschaftlichen Totschlags gefordert.
Frau und Opfer waren schon länger getrennt
Die drei Angeklagten haben alle im Prozess ausgesagt, jedoch jeweils in unterschiedlichen Versionen. Die Krankenschwester und der Arzt, die angeklagt sind, waren seit Sommer 2023 getrennt. Trotzdem hatte der Mann weiterhin im Haus gewohnt.
Der Orthopäde wurde zuletzt am 30. Dezember 2022 an seinem Arbeitsplatz in einem Krankenhaus in Daun gesehen und galt lange als vermisst. Im Juni 2023 entdeckte ein Spaziergänger einen Teil der sterblichen Überreste im Wald. Die Tatverdächtigen befinden sich seit September 2023 in Untersuchungshaft.








