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Audi verzeichnet Gewinneinbruch und plant Stellenabbau

Audi-Chef Döllner spricht von Herausforderungen durch schwache Nachfrage und erhöhtes Angebot, vor allem in China. Neue Modelle sollen helfen.

Die Geschäfte bei Audi liefen 2024 schlecht.
Foto: Daniel Löb/dpa

Die Gewinne von Audi brechen ein. Im Jahr 2024 sank das Nachsteuerergebnis der VW-Tochter aus Ingolstadt um 33 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro, wie der Konzern bekannt gab. Es handelt sich bereits um den zweiten deutlichen Rückgang in Folge. Diese Zahl bezieht sich nicht nur auf die Kernmarke, sondern auf den Teilkonzern Audi, zu dem auch Bentley, Lamborghini und Ducati gehören. Audi reagiert auf die aktuellen Schwierigkeiten mit Stellenabbau, wie bereits am Montagabend bekannt wurde.

«Vor einem Jahr haben wir gesagt, dass 2024 ein Jahr des Übergangs wird. Das hat sich leider vollumfänglich bewahrheitet», sagte Audi-Chef Gernot Döllner zu den Zahlen. Die Herausforderungen seien dabei nicht kleiner geworden. Schwache Nachfrage treffe auf ein erhöhtes Angebot – insbesondere in China. 

Im Jahr 2024 hatte Audi – wie viele andere Autohersteller – unter anderem unter schwacher Nachfrage und Preiskämpfen in China gelitten. Im ersten Halbjahr traten bei den Ingolstädtern zusätzlich Probleme mit fehlenden Teilen für größere Motoren auf, sowie hohe Rückstellungen für die Schließung des Werks in Brüssel. Der Absatzeinbruch der Kernmarke Audi führte zu einem Umsatzrückgang von knapp 8 Prozent auf 64,5 Milliarden Euro.

Kleinere Marken laufen besser

Die drei kleineren Marken im Audi-Konzern liefen im Gegensatz dazu besser und erhöhten das Ergebnis signifikant. Jede von ihnen erzielte deutlich höhere operative Renditen als die Kernmarke Audi – allen voran Lamborghini, das mit einer Marge von 27 Prozent in einer eigenen Liga spiele, wie Finanzvorstand Jürgen Rittersberger sagte. Bei Audi waren es hingegen nur 4,6 Prozent.

2025 will Audi zwar den Absatz, Umsatz und Rendite wieder steigern, doch einfach wird das nicht. «Wir haben aber noch einen harten Weg vor uns», sagte Rittersberger. «Die Märkte bleiben wettbewerbsintensiv.» Zudem gebe es weiter Kaufzurückhaltung in China, wo Audi beim Absatz nur eine Seitwärtsbewegung erwartet. Helfen sollen dagegen neue Modelle. 2025 und 2026 kämen zusammen mehr als 20 auf den Markt, sagte Döllner.

Die aktuelle Zollpolitik der USA stellt ein weiteres Risiko für Audi dar. Kurzfristig hat man hier nur begrenzte Möglichkeiten, hieß es. Möglicherweise wird Audi daher gezwungen sein, die Preise in den USA zu erhöhen.

Mit Gewinneinbruch nicht alleine

Audi ist nicht der einzige, der mit einem Gewinneinbruch zu kämpfen hat. Auch die beiden Premium-Konkurrenten BMW und Mercedes-Benz haben Rückgänge verzeichnet, ebenso wie die Konzernmutter VW. Im Vergleich zu den Erzrivalen aus Stuttgart und München, die von extrem hohen Gewinnen durch eine von Corona und Chipmangel geprägte Sondersituation zurückfallen, schneidet Audi eher schwach ab.

Der Gewinn bei Mercedes sank zwar um 28 Prozent, blieb jedoch immer noch bei 10,4 Milliarden Euro, während er bei BMW um 37 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro fiel. Dies sind Werte, von denen Audi derzeit nur träumen kann.

Audi schließt sich einem weit verbreiteten Trend in der Industrie an und reduziert Arbeitsplätze. Vor der Veröffentlichung seiner Jahreszahlen hat der Autobauer angekündigt, bis 2029 bis zu 7.500 Stellen in Deutschland abzubauen, jedoch ohne betriebsbedingte Kündigungen.

Es ist geplant, zusätzliche finanzielle Kürzungen vorzunehmen – darunter eine Neustrukturierung der Mitarbeiterbeteiligung und vorübergehende zusätzliche Kürzungen. Audi erwartet mittelfristig jährliche Einsparungen von mindestens einer Milliarde Euro.

Nach langen Verhandlungen wurde eine Vereinbarung mit der Arbeitnehmerseite getroffen, die unter anderem eine Verlängerung der Beschäftigungssicherung bis Ende 2033 und einen Bonus für Mitglieder der IG Metall vorsieht.

Ergebnisbeteiligung sinkt schon jetzt deutlich

Die aktuellen Prognosen für das Jahr 2025 enthalten keine Abbaumaßnahmen. Es ist noch unklar, ob im aktuellen Jahr Kosten oder Einsparungen überwiegen werden.

„Bei der Ergebnisbeteiligung der Mitarbeiter für das Jahr 2024, die im laufenden Jahr ausgezahlt wird, greift die Kürzung noch nicht. Mit 5.310 Euro für einen Facharbeiter fällt sie angesichts der schwächer gelaufenen Geschäfte dennoch sehr viel geringer aus als ein Jahr zuvor, da sie unter anderem vom operativen Ergebnis abhängig ist. Vor einem Jahr hatte es noch 8.840 Euro gegeben.“

dpa