Gold verzeichnet 18% Anstieg in 2025, geopolitische Risiken und Zentralbankkäufe treiben Preise an.
Goldpreis erreicht historisches Hoch von 5.000 Dollar

Der Goldpreis hat zum ersten Mal die Marke von 5.000 Dollar überschritten. Der Preis für eine Feinunze (ungefähr 31,1 Gramm) stieg an der Metallbörse in London im frühen Handel um bis zu zwei Prozent auf 5.093 US-Dollar (4296 Euro) und erreichte damit ein nie dagewesenes Niveau. Zu den Haupttreibern zählen geopolitische Risiken, Käufe von Notenbanken und Spekulationen auf weiter sinkende Zinsen in den USA.
Der Preis für Gold ist in den ersten Wochen des Jahres um fast 18 Prozent gestiegen, nachdem der Preis für das Edelmetall im Vorjahr bereits um 65 Prozent gestiegen war. Dies markiert das höchste Jahresplus seit 1979. Der Preis ist um über 2.000 Dollar gestiegen.
Weltpolitische Spannungen treiben Preis
Im vergangenen Jahr waren Preistreiber unter anderem die zahlreichen Konflikte weltweit. Auch im Jahr 2026 sorgten politische Spannungen für eine erhöhte Nachfrage. Experten führten die Gewinne in den ersten Handelstagen des Jahres hauptsächlich auf die Situation im Iran und die zeitweiligen Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen acht europäische Länder im Zusammenhang mit Grönland zurück.
Auch Silber ist an der Börse gefragt: Der Preis für eine Feinunze stieg in der vergangenen Woche erstmals über 100 US-Dollar. Silber ist ein bedeutendes Industriemetall, das für zahlreiche Anwendungen im Bereich KI, Robotik und Energie unverzichtbar ist.
Gold als «sicherer Hafen» gefragt
Edelmetalle – allen voran Gold – gelten bei vielen Investoren als «sichere Häfen» in Krisenzeiten. Daneben gibt es Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed. Die wiederholten Angriffe von Trump auf Fed-Chef Jerome Powell schüren die Angst, dass die mächtige Notenbank künftig nicht mehr unabhängig agieren, sondern politisch gesteuert werden könnte.
Goldkäufe von Zentralbanken
Zentralbanken weltweit, vor allem aus Schwellenländern wie China, haben in den letzten Jahren ihre Goldreserven signifikant erhöht. Diese Ankäufe sollen die nationalen Reserven unabhängiger vom US-Dollar machen und gelten als wichtiger Preistreiber.
Auch wenn die Zinsen sinken, wie zuletzt von der US-Notenbank Fed, kann dies oft den Anstieg des Goldpreises beeinflussen. Da Gold weder Zinsen noch Dividenden abwirft, wird die Nachfrage nach dem Edelmetall durch die Aussicht auf sinkende Zinsen verstärkt. Bei niedrigeren Zinsen sind festverzinsliche Anlagen wie Staatsanleihen im Vergleich weniger attraktiv.
Empfehlungen für Anleger
Gold wird als wertbeständig angesehen und hat über lange Zeiträume hinweg seinen Wert behalten. Das Edelmetall hat Kriege, Währungsreformen und Rezessionen überstanden, was es für viele als langfristige Anlage attraktiv macht. Die Stiftung Warentest etwa empfiehlt, rund zehn Prozent des Gesamtvermögens in Gold zu investieren. Gold solle jedoch nur mit Geld gekauft werden, das man langfristig entbehren kann.
Trotz des Höhenflugs halten einige Banken noch höhere Goldpreise für möglich. So erhöhte die US-Investmentbank Goldman Sachs kürzlich ihre Prognose für Ende 2026 von 4.900 auf 5.400 Dollar je Feinunze. Gleichzeitig warnen einige Experten, dass der Gold-Rekordlauf übertrieben sei.
Deutschland hat riesige Goldreserven
Laut der Bundesbank hat Deutschland den zweitgrößten Goldbestand der Welt nach den USA. Das Gold deckt einen beträchtlichen Teil der deutschen Währungsreserven ab. Etwa 37 Prozent des Goldbestands werden in den Tresoren der US-Notenbank Fed in New York aufbewahrt.
Laut eigenen Angaben hielt die Deutsche Bundesbank Ende 2024 rund 3.352 Tonnen Gold im Wert von gut 270 Milliarden Euro. Der private Goldbesitz der Deutschen wurde 2024 von der Steinbeis-Hochschule Berlin auf etwa 9.000 Tonnen geschätzt, darunter Barren, Münzen und Schmuck.








