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Hacker legen Buchungs- und Auskunftssysteme der Bahn lahm

Hackerangriffe haben am Dienstag Teile der digitalen Buchungs- und Auskunftsdienste der Deutschen Bahn lahmgelegt, was Fahrgäste zeitweise von Online-Funktionen wie Ticketkauf und Verbindungsauskunft aussperrte. Die Bahn arbeitet an einer Ursachenanalyse, während Forderungen nach besserer IT-Sicherheit wachsen.

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Foto: NF24 / KI

Die Deutsche Bahn kämpft mit einer massiven Störung ihrer digitalen Dienste: Am Dienstag waren sowohl die Bahn-App „DB Navigator“ als auch die Website bahn.de zeitweise nicht erreichbar, und damit waren Fahrplanauskünfte, Ticketkäufe und viele weitere Funktionen für Kunden bundesweit gestört. Laut Bahn gehen die Probleme auf einen Cyberangriff zurück. Die technischen Systeme wurden zwischenzeitlich wieder weitgehend stabilisiert, dennoch dauerten die Auswirkungen mehrere Stunden an.

Ausfall trifft Pendler und Reisende hart

Schon am Vormittag traten die ersten Probleme auf, als Nutzer in der Bahn-App und auf der Onlineplattform der Deutschen Bahn keine Verbindungen mehr suchen oder Tickets buchen konnten. Besonders ärgerlich war für viele, dass bereits gebuchte Fahrkarten nicht abgerufen oder aktualisiert werden konnten – etwa im Zusammenhang mit BahnCards oder Online-Zahlungen. Die Störungen betrafen vor allem die digitale Vertriebs- und Informationsschnittstelle der Bahn, während der reguläre Fahrbetrieb auf den Schienen zunächst nicht offiziell beeinträchtigt wurde.

Bahn bestätigt Cyberangriff – Ursachen noch unklar

Ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigte gegenüber Medien, dass die Störungen tatsächlich auf einen angekündigten Hackerangriff zurückzuführen seien. Die Konzern-IT arbeite intensiv an der Analyse der Ursachen und an der Behebung der Probleme. Nach Unternehmensangaben liefen die Auskunfts- und Buchungssysteme schließlich wieder weitgehend stabil, eine endgültige Bewertung und vollständige Entwarnung gab es jedoch zunächst nicht. Die Bahn macht bislang keine näheren Angaben dazu, welche Systeme genau betroffen waren und welche Tätergruppe hinter dem Angriff stehen könnte.

Cyberattacken auf Verkehrs-IT nehmen zu

Cyberangriffe auf digitale Infrastrukturen von Verkehrsunternehmen sind keine Einzelfälle: Bereits in der Vergangenheit wurden etwa Internetseiten von Verkehrsbetrieben wie der S-Bahn Hannover durch Überlastungs-Attacken oder gezielte Angriffe vorübergehend lahmgelegt. Dabei nutzten Angreifer gezielt Schwachstellen oder „Too-many-requests“-Techniken, um Webdienste offline zu setzen, bevor sie von IT-Teams wieder stabilisiert werden konnten.

Solche Vorfälle zeigen, wie verwundbar digitalisierte Kundendienste in der Verkehrsbranche sein können – sei es durch einfache Überlastung, aber auch durch gezielte Angriffe. Die Zunahme digitaler Angriffe hat in den vergangenen Jahren auch bei internationalen Verkehrs- und Infrastrukturunternehmen für erhöhte Alarmbereitschaft gesorgt.

Folgen für Kunden und Bahn

Für Kunden bedeutet eine solche Störung vor allem erhöhten Aufwand und Unsicherheit bei der Reiseplanung. Ohne funktionierende digitale Auskunftssysteme müssen Reisende auf klassische Fahrpläne zurückgreifen oder Tickets am Schalter erwerben, was insbesondere für spontane oder kurzfristige Reisen eine Hürde darstellt. Zugbegleiter und Service-Mitarbeiter werden in solchen Situationen zu wichtigen Ansprechpartnern vor Ort.

Für die Deutsche Bahn selbst ist ein solcher Angriff auch ein Image- und Vertrauensrisiko, da digitale Dienste inzwischen ein zentraler Teil des Angebots sind. Eine Wiederholung solcher Vorfälle könnte zu Forderungen nach noch stärkeren Sicherheitsmaßnahmen und besserer Abwehr digitaler Angriffe führen.

bh