Zum ersten Mal seit sieben Jahren erleben die HSV-Fans im Volksparkstadion wieder Bundesliga-Fußball. Doch das Derby gegen Rivale St. Pauli läuft gar nicht nach dem Geschmack des Aufsteigers.
Hamburgs Nummer eins: St. Pauli besiegt HSV mit 2:0

Im ersten Bundesliga-Heimspiel seit sieben Jahren verlor der HSV seinen Status als Nummer eins in Hamburg. Der Aufsteiger unterlag im brisanten Stadtduell dem Nachbarschaftsrivalen FC St. Pauli hochverdient mit 0:2 (0:1).
Adam Dzwigala (19. Minute) erzielte das erste Tor für die Kiezkicker vor der Halbzeit. Andreas Hountondji (60.) war herausragend und sorgte mit seinem zweiten Saisontreffer für die Entscheidung. In der 77. Minute waren die Gastgeber nur noch zu zehnt, nachdem Giorgi Gotscholeischwili Gelb-Rot gesehen hatte.
Der FC St. Pauli hat mit dem ersten Derby-Sieg seit dem 14. Oktober 2022 mit vier Punkten nach zwei Spieltagen zumindest vorübergehend die Tabellenspitze erreicht. Im letzten Spiel der sieben Kilometer entfernten Nachbarn hatte der HSV in der 2. Bundesliga im Mai 2024 mit 1:0 gewonnen.
Die Gäste haben das erste Hamburger Stadtderby der Bundesliga seit über 14 Jahren verdient gewonnen. Sie machten einen reiferen und abgeklärteren Eindruck. Das neu formierte Team des HSV braucht noch Zeit und Geduld, um in der Bundesliga Fuß zu fassen.
Beste Derby-Atmosphäre
Die 57.000 Zuschauer im vollbesetzten Volksparkstadion sorgten für eine atemberaubende Derby-Atmosphäre. Jedes erfolgreiche Tackling, jedes gelungene Dribbling, jeder herausgeholte Einwurf ihrer Teams wurde von den jeweiligen Fans frenetisch gefeiert.
Beide Mannschaften gingen sofort nach dem Anpfiff intensiv zur Sache, inklusive Nickeligkeiten. HSV-Trainer Merlin Polzin und sein Kollege Alexander Blessin vertrauten auf die gleichen Startformationen wie beim Spiel gegen Mönchengladbach (HSV) und Borussia Dortmund (FC St. Pauli), bei denen beide Mannschaften zu einem Unentschieden kamen.
Während der ersten Phase spielte sich das Geschehen hauptsächlich im Mittelfeld ab. Nach etwa fünfzehn Minuten erlangte der FC St. Pauli die Oberhand. Der HSV konnte in der Offensive nichts entgegensetzen. Die spielerischen Defizite wurden, wie bereits in der Vorbereitung, offengelegt.
Mit der ersten Torchance die St. Pauli-Führung
Mit dem ersten Schuss auf das Tor gingen die Kiez-Kicker sofort in Führung. Nach einer Ecke setzte sich Dzwigala gegen den HSV-Spieler Miro Muheim durch und überwand Torwart Daniel Heuer Fernandes.
Kurz darauf hatten die Gastgeber das Glück, dass Schiedsrichter Christian Dingert eine Auseinandersetzung beim Laufduell zwischen HSV-Verteidiger Jordan Torunarigha und Hountondji gegen den St. Pauli-Stürmer bewertete. Hountondji wäre sonst durchgebrochen. Kurz vor der Halbzeit vergab Mathias Pereira Lage (41.) die Möglichkeit zum 2:0.
Pech für den HSV: Tor zählt wegen Abseits nicht
Nach der Halbzeitpause gab der HSV zunächst einige Impulse nach vorne. Und bereits nach vier Minuten sah er sich belohnt. Allerdings wurde der vermeintliche Ausgleichstreffer von Ransdorf Königsdörffer (49.) nach Videobeweis wegen einer knappen Abseitsposition des Schützen zurückgenommen. Vier Minuten später musste St. Pauli-Torwart Nikola Vasilj erstmals ernsthaft eingreifen, nach einem Freistoß von Muheim.
In der 56. Minute brachte Polzin die HSV-Sturmhoffnungen Yussuf Poulsen und Jean-Luc Dompé. Doch auch sie schafften nicht die Wende. Vielmehr kam St. Pauli zum zweiten Treffer. Nach Klasse-Pass von Joel Fujita lief Hountondji allein auf Heuer Fernandes zu und vollendete aus spitzem Winkel. Als Gotscholeischwili vom Platz musste, kamen die Gäste in Überzahl zu weiteren Chancen, konnten diese aber nicht nutzen.