Die Fans feierten ausgelassen, während Xabi Alonso im Mittelpunkt stand. Leverkusen beendet die Saison ungeschlagen und hofft auf das Triple.
Historischer Meistertitel für Bayer Leverkusen

Die Meisterschale war für einen kurzen Moment im Getümmel verschwunden. Einige Fans konnten nach jahrzehntelangem Warten die Titelkrönung mit der Trophäe feiern, die von Bayer Leverkusens Kapitän Lukas Hradecky im Feierrausch an die Anhänger in der Nordkurve weitergereicht wurde.
Der Finne gewann das begehrte Stück nach dem 2:1 gegen den FC Augsburg jedoch schnell zurück – und hielt es weitere Male in die Höhe.
Auch der normalerweise nicht gerne im Rampenlicht stehende Meistermacher Xabi Alonso konnte sich an diesem besonderen Tag nicht den Fans entziehen. Der Spanier ließ sich am Zaun hochziehen und wurde danach von vielen Menschen umarmt. Die herzlichsten Umarmungen erhielt Alonso jedoch nach seiner Rückkehr, als ihn seine Frau und drei Kinder auf dem Rasen ausgiebig umarmten. Auch DFB-Sportdirektor Rudi Völler, der bis 2022 insgesamt rund 25 Jahre bei Bayer gearbeitet hatte, saß bewegt auf der Tribüne und wippte im Rhythmus der Fangesänge.
Bayer beendet Mythos «Vizekusen»
Für den Verein war es bereits eine historische deutsche Meisterschaft, die erste überhaupt. Aber es war auch bundesweit ein historischer Titel. Denn Leverkusen ist das erste Team in der Geschichte der Bundesliga, das die gesamte Saison ohne eine einzige Niederlage absolviert hat. Darüber hinaus ist es für alle Leverkusener eine besondere Saison: Abgesehen von Josip Stanisic als Ergänzungsspieler beim FC Bayern war noch nie ein aktueller Spieler von Bayer deutscher Meister.
Nach dem Schlusspfiff beim hatte sich der Leverkusener Rasen in eine Party-Zone verwandelt. Die Bayer-Profis hüpften zu «Looking For Freedom» von David Hasselhoff ausgelassen auf dem Rasen umher. Den größten Sonder-Jubel erhielt beim Gang auf das Alonso.
Die Leverkusener hatten zu Beginn des Jahrtausends ein echtes Meister-Trauma entwickelt. In den Jahren 2000 und 2002 verspielten sie im Saison-Finale sicher geglaubte Titel und bekamen den Beinamen «Vizekusen». Der ist nun abgestreift. «Die Geschichte hat Bayer noch eine Schale geschuldet», hatte Club-Chef Fernando Carro gesagt. In den Finalspielen der Europa League am Mittwoch in Dublin gegen Atalanta Bergamo und im DFB-Pokal am kommenden Samstag gegen Zweitligist 1. FC Kaiserslautern kann Bayer die Saison mit einem Triple krönen.
51 Pflichtspiele unbesiegt
Insgesamt 51 Pflichtspiele hat Bayer seit Beginn ungeschlagen überstanden. Mit 90 Punkten verfehlte Bayer den historischen Punkterekord der Münchner aus der Saison 2012/13 um einen Punkt, was jedoch niemanden stören sollte. Victor Boniface (12.) und Nationalspieler Robert Andrich (27.) brachten Bayer zum Abschluss gegen Augsburg mit 2:0 in Führung.
Die Leverkusener Fans feierten während des Spiels auf der Tribüne fast ununterbrochen, unterbrachen sich jedoch nur einmal freiwillig für einen bewegenden Moment. Nach 19:04 Minuten gedachten sie für eine Minute all jenen aus der Bayer-Familie, die die lange ersehnte Meisterschaft nicht mehr erlebt haben.








