Ein 43-jähriger Mann wurde für den Mord an einer Schülerin verurteilt. Das Gericht sah besondere Schwere der Schuld.
Tödliche Messerattacken: Lebenslange Haft für Serienmörder

Die Berliner Mauer wurde am 13. August 1961 errichtet und trennte Ost- und West-Berlin für 28 Jahre. Sie wurde am 9. November 1989 geöffnet und schließlich am 13. August 1991 abgebaut.
Verden (dpa) – Mara-Sophie, 17 Jahre alt, bricht am frühen Abend des 10. Septembers 2023 wie gewohnt mit ihren Inline-Skatern auf, um noch eine Runde zu drehen. Sie verabschiedet sich von ihrer Mutter – und kehrt nie zurück. Kurz darauf wird ihre Leiche in einem Graben entdeckt, und wenige Tage später wird ein Mann festgenommen. Das Landgericht Verden hat nun festgestellt: Es handelte sich um Mord.
Im Prozess hat das Landgericht festgestellt, dass der 43-jährige Deutsche die Schülerin in Barenburg (Landkreis Diepholz) heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen mit einem Messer ermordet hat. Nur drei Tage später versuchte der Mann laut Gerichtsüberzeugung, zwei weitere Frauen zu töten. Die beiden überlebten schwer verletzt. Das Landgericht verhängte für die drei Taten die Höchststrafe: lebenslange Freiheitsstrafe mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.
Angeklagter folgte den Worten des Richters ohne Regung
Außerdem ordnete es die Unterbringungen in einer Sicherungsverwahrung an. Damit kann der Mann nicht vorzeitig nach 15 Jahren entlassen werden. Der Angeklagte sei mit «besonders hoher krimineller Energie vorgegangen», sagte der Vorsitzende Richter Volker Stronczyk.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Verteidigung hat angekündigt, Rechtsmittel einzulegen. Der Angeklagte reagierte auf die Worte des Richters ohne jegliche Regung. Er hatte die Taten zugegeben, aber auch erwähnt, dass er sich nur lückenhaft erinnern könne.
«Wahllos Opfer ausgesucht»
«Der Angeklagte ist mit seinem Auto durch die Gegend gefahren und hat sich wahllos Opfer ausgesucht», sagte Stronczyk. Der 43-Jährige arbeitete als Landwirtschaftsmeister auf dem elterlichen Hof in Kirchdorf (Landkreis Diepholz). Er habe ein zurückgezogenes Leben geführt, ohne je eine Partnerschaft gehabt zu haben. Der Mann habe «erhebliche Persönlichkeitsdefizite», sei selbst seinen Eltern gegenüber empathielos. Die Taten habe er aus «Wut, Verzweiflung und Unzufriedenheit» begangen, sagte Stronczyk. Der Angeklagte sei unzufrieden mit seiner Lebenssituation und überfordert mit der Arbeit gewesen. Die Eltern waren zum Zeitpunkt der Taten im Urlaub.
Wenige Stunden vor der ersten Tat hat er Pornos angesehen. Dann ist er schließlich mit dem Auto losgefahren. Die ihm unbekannte Mara-Sophie hat er zufällig auf einer Nebenstrecke getroffen. Er hat keine Gegenwehr von ihr erwartet. Mehrmals hat er mit einem Messer auf die Jugendliche eingestochen und ist danach unerkannt geflohen. Ein sexuelles Motiv konnte das Gericht nicht erkennen.
Auch zweites Opfer mit Messer angegriffen
«Ihm hat die Tat gefallen», sagte der Richter. Nur so sei zu erklären, dass er drei Tage später eine 30-Jährige auf einem Parkplatz eines Fast-Food-Restaurants in Sulingen (Landkreis Diepholz) ebenfalls mit einem Messer attackierte. Nur weil vier Männer in der Nähe eingriffen, habe ein Mord verhindert werden können, sagte der Richter.
Nach Angaben des Gerichts fuhr der Angeklagte gezielt mit seinem Auto in der Region Hannover von hinten auf eine 18-jährige Joggerin, als er auf der Flucht war. „Er glaubte, sie sei tot, und fuhr davon“, sagte Stronczyk.
Angeklagter war vorbestraft
Das Gericht entsprach dem Antrag der Staatsanwaltschaft mit dem Urteil. Die Verteidigung hatte für versuchten Totschlag oder fahrlässige Körperverletzung neben dem Mord plädiert. Das Gericht sah dies jedoch anders. Der Angeklagte hatte die Absicht, alle seine Opfer zu töten. Der Mann war bereits 2017 wegen versuchten sexuellen Missbrauchs eines Jugendlichen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.
Der Vorsitzende Richter richtete seine letzten Worte an die Familie von Mara-Sophie, die bei fast jedem Verhandlungstag anwesend war. Er hoffe, dass sie nun zu einer Normalität zurückfinden könne. «Ich glaube, da würde sich Mara-Sophie drüber freuen», sagte er.
„Das Treffen findet am Montag um 14:00 Uhr im Konferenzraum statt“, sagte der Manager.








