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Hubig will heimliches Filmen in Saunen strafbar machen

Wer in der Sauna heimlich gefilmt wird, kann sich aktuell nicht vor Gericht dagegen wehren. Bundesjustizministerin Hubig sieht hier eine «Schutzlücke». Unterstützung bekommt sie aus den Ländern.

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig will klare Regeln gegen Spanner-Fotos (Archivbild).
Foto: Michael Kappeler/dpa

Wer in der Sauna oder im Spa ungefragt gefilmt wird, soll sich nach dem Willen von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig gerichtlich dagegen wehren können. «Voyeuristische Nacktaufnahmen von anderen sind inakzeptabel, auch dann, wenn sie an öffentlichen Orten entstehen, in der Sauna, am Badesee oder im Spa», sagte die SPD-Politikerin der «Neuen Osnabrücker Zeitung».

Viele Formen des «digitalen Voyeurismus» stünden bereits unter Strafe, etwa das heimliche Fotografieren unter den Rock, sagte Hubig. Das heimliche Filmen in öffentlichen Saunen und Spas sei bisher aber nicht strafbar. «Darin sehen viele eine Schutzlücke – was ich teile.»

«Es geht uns um digitale Spanner-Aufnahmen»

Es gehe darum, «zeitgemäße strafrechtliche Regeln gegen digitalen Voyeurismus zu schaffen», sagte die Ministerin. Wichtig sei, den neuen Straftatbestand klar einzugrenzen. «Natürlich geht es nicht um beiläufiges Fotografieren, es geht uns um digitale Spanner-Aufnahmen.»

Hubig kann auf Unterstützung aus verschiedenen Bundesländern hoffen. Sowohl Niedersachsen als auch Nordrhein-Westfalen planen, heimliche Nacktaufnahmen mit einem Gesetzesvorstoß im Bundesrat zu verbieten. Die Initiative soll am Montag vorgestellt werden.

Was jetzt schon verboten ist

Es ist bereits jetzt verboten, in bestimmten intimen Situationen andere zu filmen oder zu fotografieren. Wenn jemand beispielsweise jemanden in seiner Wohnung, in einer Umkleidekabine oder auf einer Toilette filmt oder fotografiert und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich verletzt, drohen bis zu zwei Jahre Gefängnis. Betroffene, die heimlich in intimen Situationen aufgenommen wurden, können ihr Recht am eigenen Bild geltend machen und verlangen, dass die Aufnahmen gelöscht werden.

dpa