Schimmel, Mäuse, manipulierte Frischetheken! Jetzt zieht Kaufland Konsequenzen: Nach den Enthüllungen von RTL und „Stern“ wurden erste Filialleitungen gefeuert. Wie ernst ist die Lage wirklich?
Hygieneskandal bei Kaufland: Zwei Filialleitungen ausgetauscht!
Der Druck auf den Supermarkt-Riesen Kaufland wächst: Nach alarmierenden Berichten über massive Hygienemängel in mehreren Filialen zieht das Unternehmen nun erste Konsequenzen – und trennt sich von Führungspersonal.
Mäuse, Schimmel und Frischetheken-Tricksereien
Im Fokus stehen vor allem zwei Märkte: der Standort in Bad Tölz (Oberbayern) und eine Filiale im saarländischen Homburg. Dort deckten Reporter des Magazins „Stern“ und der Enthüllungssendung „Team Wallraff“ erhebliche Missstände auf. In Bad Tölz sollen Mitarbeiter an der Frischetheke Produkte mit neuen Mindesthaltbarkeitsdaten versehen haben, während gleichzeitig defekte Kühltruhen und sogar Schimmel dokumentiert wurden. In Homburg: ein Fall von Mäusebefall!
Kaufland räumt Probleme ein – und reagiert
Kaufland bestätigt auf Nachfrage, dass die Leitung in beiden Filialen inzwischen ausgewechselt wurde. Eine Sprecherin des Unternehmens erklärt: „Die Darstellungen in dem Bericht entsprechen in keiner Weise unseren strengen Vorgaben im Umgang mit Lebensmitteln sowie für Sauberkeit und Hygiene.“ Man habe bereits vor Veröffentlichung der Berichte mit internen Kontrollen begonnen und Maßnahmen zur Behebung der Mängel eingeleitet. Die Aufarbeitung laufe auf Hochtouren.
RTL und „Stern“ untersuchten 50 Filialen – mit versteckter Kamera
Für ihre Enthüllungsrecherche hatten Reporter von RTL und „Stern“ 50 Kaufland-Märkte unter die Lupe genommen, zwei davon mit verdeckten Reporterinnen direkt vor Ort. Das Ergebnis: In mehreren Filialen wurden gravierende Hygieneverstöße dokumentiert, die offenbar über längere Zeit nicht aufgefallen waren oder ignoriert wurden.
Kaufland unter dem Dach der Schwarz-Gruppe
Die Supermarktkette Kaufland gehört zur Schwarz-Gruppe, zu der auch der Discounter Lidl zählt. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Neckarsulm (Baden-Württemberg) und betreibt mehr als 770 Filialen in Deutschland mit über 90.000 Beschäftigten.
Wie geht es jetzt weiter?
Kaufland betont, dass der Großteil der festgestellten Mängel bereits behoben sei. Doch die öffentliche Aufmerksamkeit ist nun voll auf das Unternehmen gerichtet. Weitere interne Prüfungen und möglicherweise weitere personelle Konsequenzen könnten folgen.
Die Frage bleibt: Wie konnte es überhaupt so weit kommen – und sind noch mehr Filialen betroffen?