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In Berlin, Essen und Hamburg fließt der Verkehr am zähesten

In den meisten großen Städten floss der Verkehr 2025 schlechter, und auch in Zukunft müssen Autofahrer viel Geduld mitbringen. Das liegt auch an Arbeitskultur und Mieten.

In Berlin war die Staubelastung vergangenes Jahr am höchsten. (Archivbild)
Foto: Soeren Stache/dpa/ZB

In keiner anderen großen Stadt bremsten Staus den Verkehr im vergangenen Jahr so stark wie in Berlin. Das geht aus Zahlen des Verkehrsdatenspezialisten TomTom hervor. Betrachtet man den weiteren Stadtbereich, floss der Verkehr dort im Schnitt 40 Prozent langsamer, als er das bei freier Fahrt täte. Das zweithöchste Staulevel der 29 untersuchten Städte gibt es in Essen und Hamburg mit je 39 Prozent. Kassel und Karlsruhe am anderen Ende der Skala kommen dagegen nur auf 23 Prozent.

Im vergangenen Jahr stieg das Staulevel in den meisten Städten an. In Berlin um ganze sieben Prozentpunkte, in Bremen sogar um neun. Die Hansestadt erreichte damit Rang 6 im Ranking. Auch in Dresden und Leipzig verschlechterte sich die Situation mit jeweils sieben Punkten deutlich. Nur in zwei Städten gab es klare Rückgänge: Kiel mit minus drei Prozentpunkten und Bochum mit minus fünf.

Der Verkehr wird dichter

Laut TomTom führen Pendlerverkehr aus dem Umland, eine hohe Fahrzeugdichte und begrenzte Kapazitäten im Straßenraum in den Ballungsräumen und Metropolregionen zu anhaltendem Verkehrsdruck. Auch in mittelgroßen Städten ist eine zunehmende Verdichtung des Verkehrs zu beobachten.

TomTom betrachtet den langsamen Rückzug des Homeoffice als einen zentralen Treiber für die Verschärfung. Viele Unternehmen setzen wieder verstärkt auf Präsenzarbeit. Dies führt zu mehr Pendlerverkehr, insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten.

Stadtflucht und SUVs verstärken das Problem

Ein weiterer Grund für die Experten ist die Abwanderung aus den Städten. Aufgrund hoher Mieten und des Wohnraummangels ziehen Beschäftigte in die Vororte, was sie dazu zwingt, längere Strecken zurückzulegen – und dabei häufiger auf das Auto angewiesen zu sein. Dies führt ebenfalls zu mehr Verkehr. Als dritten Faktor nennt TomTom auch den stetig wachsenden Fahrzeugbestand mit einem steigenden Anteil an größeren Fahrzeugen wie SUVs, die einfach mehr Platz auf den Straßen benötigen.

Es wird auch betont, dass es gleichzeitig mehr sanierungsbedürftige Straßen und Baustellen gibt. Dieser Effekt wird sich voraussichtlich auch in den kommenden Jahren verstärken. Daher müssen sich Autofahrer auch im Jahr 2026 auf lange Staus einstellen.

Es kommt auf die Messung an

TomTom hat jedoch nicht nur in den anderen Stadtteilen, sondern auch in den engeren Bereichen um die Innenstädte gemessen. Dabei ergibt sich ein abweichendes Bild. Nürnberg führt dieses Ranking der Belastung mit 50 Prozent Verzögerung an, gefolgt von Hamburg mit 49 und Leipzig mit 48. Berlin liegt hier nur auf Rang sieben. Das Bild, dass die Belastung steigt, zeigt sich jedoch auch hier eindeutig.

dpa