Vor einem Jahr zerstören verheerende Brände Teile der Hawaii-Insel Maui. Mehr als 100 Menschen sterben, Tausende verlieren ihre Häuser. Nur langsam erholt sich das Urlauberparadies.
Inferno im Paradies: Jahrestag der tödlichen Brände auf Maui

Die Fahnen im US-Bundesstaat Hawaii wehen auf halbmast. Zum Gedenken an die Opfer des Flammeninfernos vor einem Jahr paddeln Surfer und Kajakfahrer in einem «Paddle Out» vor der Küste von Maui aufs Wasser hinaus. In dem Urlauberparadies sind zahlreiche Events geplant, um 102 Toten Tribut zu zollen.
Am 8. August 2023 brachen an verschiedenen Orten auf Maui und der benachbarten Insel Hawaii Feuer aus. Die Opferzahlen machen sie zu den schwerwiegendsten Wald- und Buschbränden in den USA seit mehr als 100 Jahren. Der einst malerische Küstenort Lahaina im Westen von Maui wurde fast vollständig zerstört. Augenzeugen berichteten von apokalyptischen Szenen.
Menschen sprangen ins Meer, um den schnell um sich greifenden Flammen zu entkommen. Verstopfte Straßen wurden zur tödlichen Falle. Über 2.200 Gebäude brannten ab, Tausende wurden obdachlos, der Sachschaden wird auf mehr als fünf Milliarden Dollar geschätzt.
Die Behörde für Katastrophenschutz Fema gab Ende Juli bekannt, dass mehr als 300.000 Tonnen Brandschutt und 3.000 ausgebrannte Autos beseitigt wurden. Fast ein Jahr nach den Bränden werden nun in Lahaina die ersten Baugenehmigungen erteilt.
Der Gouverneur von Hawaii, Josh Green, hatte kurz vor dem Jahrestag der Feuerkatastrophe einen «historischen» Vergleich von über vier Milliarden Dollar zur Entschädigung der Opfer verkündet. Damit sollen die über 450 Klagen von betroffenen Privatleuten und Unternehmen beigelegt werden. Ein Gericht muss noch zustimmen.
Ein beträchtlicher Teil der Gelder wird vom Energieunternehmen Hawaiian Electric gezahlt. Dem Stromversorger wurde unter anderem Fahrlässigkeit vorgeworfen. Es wurde damals versäumt, bei extremen Wetterbedingungen mit starken Winden und erhöhter Brandgefahr die Stromleitungen vorsorglich abzuschalten.
Weniger Touristen auf Maui
Neben Lahaina, das schwer betroffen war, blieben andere Teile von Maui größtenteils von den Flammen verschont. Dennoch hat das gesamte Urlauberparadies Schaden genommen, die Besucherzahlen sind gesunken. Im Juni 2024 kamen laut der Touristikbehörde 22 Prozent weniger Urlauber nach Maui als im Juni des Vorjahres – vor dem Feuer.
Als US-Präsident Joe Biden knapp zwei Wochen nach dem Feuer das Katastrophengebiet besuchte, sprach er bei einem Rundgang in den Ruinen von Lahaina von «überwältigender» Zerstörung. Aus der verkohlten Kulisse ragte der über 150 Jahre alte Banyanbaum, ein bekanntes Wahrzeichen der Küstenstadt hervor.
Die Hitze vom Feuer hat dem ikonischen Baum stark zugesetzt, fast die Hälfte der Äste sind laut Behörden abgestorben. Aber jetzt sind wieder grüne Blätter zu sehen – zumindest teilweise hat sich diese Touristenattraktion erholt.








