Ökonomen erwarten wenig Entspannung bei Verbraucherpreisen trotz Rückgang der Inflationsrate.
Inflationsrate in Deutschland sinkt auf 1,8 Prozent im Dezember

Der Preisdruck auf die Menschen in Deutschland nimmt ab. Im Dezember fiel die Inflationsrate auf 1,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtet. Im November lag die Rate noch bei 2,3 Prozent. Ökonomen erwarten im neuen Jahr nur geringe Entspannung bei den Verbraucherpreisen – auch wenn eine erneute große Teuerungswelle als unwahrscheinlich angesehen wird.
Vor allem teurere Dienstleistungen wie Autoversicherungen, Pauschalreisen sowie Friseur- und Restaurantbesuche sorgen für Preisdruck.
Im Durchschnitt des Jahres 2025 stiegen die Preise für Waren und Dienstleistungen gemäß vorläufigen Daten um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Somit lag die Inflationsrate auf dem gleichen Niveau wie 2024 (2,2 Prozent).
Inflationsrate dürfte 2026 über zwei Prozent bleiben
Die Kaufkraft der Verbraucher wird durch höhere Inflationsraten verringert. Dadurch schrumpft ihr finanzieller Spielraum, da die Einkommenszuwächse von der Inflation aufgezehrt werden.
Ökonomen gehen davon aus, dass die Inflationsrate im Jahr 2026 über der Marke von 2 Prozent bleiben wird. Jedoch rechnet kein Experte mit einem rasanten Anstieg der Preise wie in den Jahren 2022 und 2023 nach dem russischen Überfall auf die Ukraine. Laut einer Prognose des Ifo-Instituts wird die Teuerungsrate in diesem Jahr bei 2,2 Prozent und im Jahr 2027 bei 2,3 Prozent liegen.
Dienstleistungen treiben Inflation an
Im Dezember stiegen die Preise für Dienstleistungen um 3,5 Prozent deutlich an. Dies ist hauptsächlich auf gestiegene Löhne zurückzuführen, die von den Unternehmen an die Kunden weitergegeben werden. Die Erhöhung des Mindestlohnes zum 1. Januar wird voraussichtlich auch Auswirkungen auf die Preise haben.
Im Dezember lagen die Lebensmittelpreise um 0,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats; dieser Wert liegt deutlich unter der allgemeinen Inflationsrate. „Butter ist beispielsweise zuletzt günstiger geworden.“ Dennoch bemerken die Verbraucher beim täglichen Einkauf, dass die Preise für Lebensmittel insgesamt deutlich höher sind als vor einigen Jahren.
Tanken und Heizen billiger
Zudem gab es eine Entspannung bei den Energiepreisen: Laut Statistik waren Sprit, Strom und Gas im Dezember 1,3 Prozent günstiger als im Vorjahr. Die Verbraucherpreise blieben von November bis Dezember 2025 unverändert.
Die Kerninflation, die von Ökonomen besonders beachtet wird und die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie ausschließt, fiel im Dezember auf 2,4 Prozent. Sie bleibt somit weiterhin leicht erhöht.
Steigende Löhne helfen
Je höher die Inflationsrate ist, desto weniger können sich die Menschen leisten. Obwohl die Preiswelle nach dem russischen Angriff auf die Ukraine abgeklungen ist, verteuerten sich damals Energie und Lebensmittel stark. Dies führte zu einem Anstieg der Inflationsrate auf 6,9 Prozent im Jahresdurchschnitt 2022 und 5,9 Prozent im Jahr 2023, bis sie sich 2024 wieder normalisierte.
Die gefühlte Inflation ist jedoch viel höher: In einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) schätzten die Teilnehmer die Teuerungsrate für 2024 auf 15,3 Prozent – also etwa siebenmal höher als sie tatsächlich war.
Immerhin: Viele Menschen haben dank steigender Löhne und einer gedämpften Teuerung wieder mehr Geld zur Verfügung. Seit über zwei Jahren steigen die Löhne nach Abzug der Inflation.
Große Bedeutung für die EZB
Die Inflationsrate in Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone, ist für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) von besonderer Bedeutung. Die EZB strebt mittelfristig eine Inflationsrate von 2,0 Prozent für den Euroraum an. Bei einer solchen Teuerung sieht die EZB ihre wichtigste Aufgabe erfüllt, für stabile Preise zu sorgen.
Das Statistische Bundesamt berechnet monatlich die Entwicklung der Verbraucherpreise. Dafür werden die Statistiker in Geschäften die Preise für Obst und Gemüse, Schuhe oder Möbel notieren. Auch die Wohnungsmiete und die Spritkosten an der Tankstelle werden erfasst. Tausende Einzelpreise von Waren und Dienstleistungen werden nach einem festen Schema repräsentativ erfasst. Einige Preise werden auch online erhoben.








