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Timothee Chalamet: Hollywoods neuer Superstar

Mit erst 30 Jahren hat sich Chalamets Traum erfüllt. Nominierungen, Parallelen zu DiCaprio und modischer Einfluss steigern seine Popularität.

Timothée Chalamet gilt aktuell als einer der gefragtesten Schauspieler Hollywoods (Archivbild).
Foto: Jordan Strauss/Invision/dpa

Timothée Chalamet macht keinen Hehl daraus, zu einem der «Großen» in Hollywood aufsteigen zu wollen. In einem Interview sagte er mal, in jungen Jahren hatte er «einen wahnhaften» Traum, dass er in seiner späten Teenagerzeit eine Karriere als Schauspieler haben werde. Dieser Traum hat sich für Chalamet, der nun 30 Jahre alt (27. Dezember) wird, mittlerweile erfüllt. 

Bereits zweimal wurde er für einen Oscar nominiert, unter anderem dieses Jahr für seine Darstellung von Musikikone Bob Dylan im Biopic «Like a Complete Unknown». Bei der nächsten Verleihung 2026 gilt er mit seinem neuen Film «Marty Supreme» wieder als wahrscheinlicher Anwärter auf eine Nominierung. 

Möglicherweise wird er Konkurrenz von Hollywood-Star Leonardo DiCaprio («One Battle After Another») bekommen. Es fällt allgemein auf: Seit «Titanic» und den frühen Zeiten von DiCaprio (51) hat es wahrscheinlich keinen jungen Schauspieler gegeben, der so präsent ist wie Chalamet. Medien und Fans haben daher bereits häufig Parallelen zwischen den beiden gezogen. Tatsächlich gibt es einige Ähnlichkeiten.

Früher Durchbruch

Zuerst einmal: Beide Schauspieler begannen ihre Karriere mit eher kleinen Rollen in Fernsehserien, bevor ein Filmprojekt sie bekannt machte und ihnen früh internationale Anerkennung einbrachte.

Bei DiCaprio war es die Tragikomödie «Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa», für die er 1994 mit 19 Jahren als bester Nebendarsteller bei den Oscars nominiert wurde. Drei Jahre später gelang ihm dann der endgültige Durchbruch als verliebter Jack Dawson auf der untergehenden «Titanic». 

Der in New York geborene Chalamet hingegen ist spätestens seit dem romantischen Drama «Call Me by Your Name» aus dem Jahr 2017 einem breiten Publikum bekannt. Der Film von Luca Guadagnino über die sexuelle Selbstfindung eines Jugendlichen bescherte dem französisch-amerikanischen Schauspieler eine Nominierung bei den Oscars als bester Hauptdarsteller – damals war er 22 Jahre alt. 

Es folgten Rollen in der Science-Fiction-Reihe «Dune», dem Film «Little Women», der Musicalkomödie «Wonka» oder «Like A Complete Unknown» über die beginnende Karriere Dylans in den frühen 60er Jahren. Zusammen haben DiCaprio und Chalamet übrigens im satirischen Katastrophenfilm «Don’t Look Up» gespielt.

Ehrgeiz

Schaut man auf die bisherigen Filme von Chalamet, scheint er sich an einen Rat seines älteren Kollegen gehalten zu haben: «Leonardo DiCaprio sagte mir: „Keine Superheldenfilme, keine harten Drogen“. Das fand ich sehr gut», erzählte er der «New York Times». DiCaprio und Chalamet gelten beide als äußerst akribische und ehrgeizige Künstler.

Für seine Rolle als Tischtennis-Spieler in «Marty Supreme» habe er Kontaktlinsen getragen, die seine Sicht verwischen – um glaubhaft eine Brille mit Sehstärke tragen zu können, erzählte Chalamet in einem Interview. Auch reiste er mit einer Tischtennisplatte, um zu trainieren. Für das Dylan-Biopic bereitete er sich eigenen Worten zufolge rund fünf Jahre vor, lernte etwa, Gitarre und Mundharmonika zu spielen.

Dass er hohe Ansprüche hat, lässt er gerne die Öffentlichkeit wissen. Bei einer Preisverleihung sagte der Schauspieler Anfang des Jahres: «Ich weiß, dass die Leute normalerweise nicht so reden, aber ich möchte zu den Großen gehören». Dem US-Modemagazin «Vogue» erzählte er, er selbst kenne keine «fieberhaften Selbstzweifel». 

Und: «Meine Superkraft ist meine Furchtlosigkeit. Das ist das Feedback, das ich seit meiner Kindheit bekomme». Einige Fans empfinden dieses Selbstbewusstsein als arrogant, andere halten es einfach für berechtigt.

Auch Charakterdarsteller DiCaprio geht für seinen Job mitunter an Grenzen. Seine fast stumme Rolle im Rachethriller «The Revenant – Der Rückkehrer» brachte ihm 2016 den Oscar ein, nachdem er unter extremen Bedingungen gedreht hatte und rohe Bisonleber vor der Kamera essen musste.

Rummel um Person

Ähnlich wie bei DiCaprio, der sein Privatleben am liebsten abschottet, führt auch der öffentliche Wirbel um Chalamet immer wieder zu Schlagzeilen.

Der Trubel um ihn wird durch die sozialen Medien angeheizt, genauso wie der Klatsch über seine Beziehung zur Unternehmerin Kylie Jenner (28). Das Interesse richtet sich jedoch nicht nur auf sein Privatleben. Auch sein Modestil und sein Auftreten abseits der Leinwand sind immer wieder Gesprächsthema. Er prägt den Stil.

Seine oft auffälligen Outfits, wie beispielsweise ein rückenfreies Top auf dem roten Teppich, wurden von vielen lange Zeit als eine neue Form von Männlichkeit in Hollywood angesehen. Allerdings scheint er mittlerweile daran zu arbeiten, sich von diesem Image zu distanzieren und es sogar zu hinterfragen. Derzeit präsentiert sich Chalamet seinen Fans auf Instagram in sportlicher Streetwear und weiten Hosen.

Eine regelrechte «Chalamania»

Das US-Magazin «Interview» sah sich schon 2018 an die «Leomania», also die weltweite Schwärmerei für DiCaprio Ende der 90er, erinnert. Er habe eine «regelrechte Chalamania ausgelöst», hieß es damals in einem Artikel. Seitdem hat sich die Popularität von Chalamet noch gesteigert.

Bei der letzten Berlinale bildete sich vor der Pressekonferenz eine schier endlose Warteschlange, als der Hollywood-Star erschien. Ein langjähriger Festivalgänger sagte, dass so etwas noch nie dagewesen sei – nur Madonna habe knapp 20 Jahre zuvor einen ähnlichen Hype auf dem Festival in Berlin ausgelöst.

dpa