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Italien verhängt Notstand über Hochwasser-Regionen

Nach tagelangem Regen stellt die Regierung in Rom 24 Millionen Euro zur Verfügung. Ministerpräsidentin Meloni zieht nach einem Gute-Laune-Selfie mit einem Hollywood-Star aber auch Kritik auf sich.

Nach tagelangen Regenfällen in Norditalien muss nun aufgeräumt werden.
Foto: Fabrizio Zani/LaPresse/AP/dpa

Nach anhaltenden Regenfällen im Norden Italiens hat die Regierung den Notstand in zwei Hochwasser-Regionen ausgerufen. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und ihre rechte Regierung stellten nach einer Sondersitzung in Rom insgesamt 24 Millionen Euro Soforthilfe für die Gebiete Emilia-Romagna und Marken bereit. Aufgrund des Regens waren viele Straßen dort überflutet.

Insgesamt mussten über 2500 Menschen ihre Häuser evakuieren. Viele fanden bei Verwandten und Freunden Unterkunft. Andere übernachteten in Sporthallen. Betroffen sind Städte wie Bologna, Modena und Ravenna, aber auch das beliebte Strandbad Rimini an der Adria, wo die Hauptsaison erst vor einigen Tagen zu Ende ging. In der Emilia-Romagna wurden manche Bewohner bereits zum dritten Mal innerhalb eines Jahres Opfer von Hochwasser.

Meloni zieht durch Selfie mit Mel Gibson Kritik auf sich

Übersetzt: Am Wochenende beruhigte sich die Situation. Der Regen hörte auf. In vielen Gebäuden wird jetzt erst das volle Ausmaß der Schäden sichtbar. Auch zahlreiche Autos, die am Straßenrand geparkt waren, sind nicht mehr fahrbereit. Das Wasser auf den Straßen sank langsam ab, aber an vielen Stellen blieben große Mengen Schlamm und anderer Schmutz zurück.

Meloni versprach: «Wir werden die betroffene Bevölkerung weiterhin bestmöglich unterstützen.» Die rechte Regierungschefin erntete jedoch auch Kritik, da sie nicht an einer Sondersitzung ihres Kabinetts zum Hochwasser teilnahm. Stattdessen veröffentlichte sie auf Instagram ein Selfie, auf dem sie strahlend mit dem Hollywood-Star Mel Gibson («Braveheart») zu sehen ist.

Gegenseitige Schuldzuweisungen zwischen Rom und Bologna

Inzwischen gibt es zwischen Rom und den Regionalregierungen der Hochwasser-Gebiete auch gegenseitige Schuldzuweisungen. Der rechte Katastrophenschutz-Minister Nello Musumeci warf der sozialdemokratisch regierten Verwaltung der Emilia-Romagna vor, bereits zur Verfügung gestelltes Geld nicht richtig verwendet zu haben. «Irgendetwas stimmt nicht. Es kann nicht immer zu derart katastrophalen Überschwemmungen in der Emilia-Romagna kommen», sagte der Minister. 

Im vergangenen Jahr starben in der Region bei Unwettern 17 Menschen. Der Sachschaden belief sich auf Milliarden. Die Sozialdemokraten wiesen die Vorwürfe als wahltaktisches Manöver zurück. Im November finden in der Emilia-Romagna, einer der reichsten und traditionell linken Gegenden Italiens, Regionalwahlen statt.

[Italien verhängt Notstand nach Hochwasser in Norden],Über 2500 Menschen evakuiert, Schäden werden sichtbar, Regierung verspricht Unterstützung, Kritik an Regierungschefin.

 

dpa