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Kantersieg vor Rekord-Kulisse: DHB-Auswahl mit EM-Traumstart

Die deutschen Handballer starten mit dem erhofften Erfolgserlebnis in die EM. Der Sieg gegen die Schweiz eröffnet beste Aussichten für das Erreichen der zweiten Turnierphase.

Julian Köster (r) und das DHB-Team feierten einen erfolgreichen Auftakt in die Heim-EM.
Foto: Federico Gambarini/dpa

Mit einer Weltrekord-Kulisse von 53.586 Fans im Rücken haben die deutschen Handballer einen erfolgreichen Start in die EM-Festwochen hingelegt. Sie haben den erhofften Auftaktsieg bei der Heim-Europameisterschaft gefeiert und damit den ersten Schritt in Richtung Hauptrunde gemacht.

Mit einem erfrischenden Auftritt deklassierte die DHB-Auswahl in Düsseldorf die Schweiz mit 27:14 (13:8) und stärkte somit die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Medaillen-Mission.

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Bei der spektakulären Eröffnung der Endrunde überzeugte das Team von Bundestrainer Alfred Gislason über weite Strecken und verbreitete teilweise schon den erhofften Glanz. Entsprechend erleichtert war DHB-Sportvorstand Axel Kromer, für den der Erfolg das passende Geschenk zu seinem 47. Geburtstag war. «Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, dass die Mannschaft so stabil agiert hat. Darauf haben wir hingearbeitet», sagte Kromer.

Nächste Gegner Nordmazedonien und Frankreich

Regisseur Juri Knorr vom Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen war der beste Werfer beim Sieger mit sechs Toren. Am Donnerstag wird die deutsche Mannschaft als Tabellenführer der Gruppe A nach Berlin reisen, wo am Sonntag das zweite Vorrundenspiel gegen Außenseiter Nordmazedonien und am kommenden Dienstag der Kracher gegen Rekord-Weltmeister Frankreich anstehen. Der Olympiasieger begann das Turnier mit einem lockeren 39:29 (17:13)-Sieg gegen die Nordmazedonier. Die ersten beiden Teams erreichen die Hauptrunde.

«Es wird überwältigend, wenn wir hier einlaufen und die Nationalhymne gespielt wird», prophezeite Kapitän Johannes Golla vor dem Anpfiff. Und tatsächlich herrschte Gänsehaut-Atmosphäre im Fußballstadion des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf, das für den EM-Auftakt extra in eine Handball-Arena verwandelt wurde.

Dazu trug auch die deutsche Mannschaft bei, die nach einem nervösen Beginn schnell ihren Rhythmus fand und Mitte der ersten Halbzeit beim 7:3 erstmals mit vier Toren vorn lag. Dabei hatte der Bundestrainer am Vortag noch orakelt: «Je näher der Anpfiff rückt, umso größer wird die Anspannung werden.»

Andreas Wolff mit Weltklasse-Leistung

Das war kaum spürbar bei der deutschen Handball-Nationalmannschaft, die von Anfang an auf einen überragenden Andreas Wolff im Tor zählen konnte. Der 32-jährige Weltklasse-Torwart war eine zuverlässige Stütze und gab seinen Mitspielern mit zahlreichen Paraden das nötige Selbstvertrauen. Deshalb wurde der Torhüter vom polnischen Spitzenclub Industria Kielce von den Fans immer wieder mit Sprechchören gefeiert und bei seiner Auswechslung zehn Minuten vor dem Ende mit stehenden Ovationen verabschiedet.

Die deutsche Mannschaft hielt die Eidgenossen bis zur Halbzeit auf Distanz, obwohl im Angriff nicht alles nach Wunsch lief. Die Abwehr stand wie ein Bollwerk, das die Schweizer nur selten durchbrechen konnten. Einige technische Fehler und viele vergebene Chancen verhinderten eine noch höhere Führung zur Halbzeit.

Partie nach 47 Minuten entschieden

«Es ist grandios, wenn über 50.000 Menschen Deutschland, Deutschland schreien. Das hatten sich die Jungs erhofft», lobte Kromer in der Pause die lautstarke Kulisse. Die beflügelte das deutsche Team auch nach dem Wechsel. Nach 47 Minuten wuchs der Vorsprung beim 20:10 erstmals auf zehn Tore an. Schon lange vor dem Abpfiff sangen die begeisterten Zuschauer «Oh, wie ist das schön».

Mit ihrem erfolgreichen Auftritt erzeugte das DHB-Team gleich zum Turnierauftakt die Euphorie, die möglichst bis zum Finaltag am 28. Januar anhalten soll. «Das ist eine Chance, die Sportart noch bekannter zu machen als sie ohnehin schon ist», sagte DHB-Boss Andreas Michelmann über das erste Europa-Championat in Deutschland und fügte hinzu: «Wir erhoffen uns noch mehr Resonanz für die Sportart und wollen das positive Image in die Bevölkerung tragen.» Der erste Schritt dahin ist getan.

dpa