Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Joshua Kimmich hält Bayerns Titelchance am Leben

Nach einem hochspannenden Spiel belohnte Kimmich die Münchner mit einem wuchtigen Kopfballtor und sicherte das Halbfinale in der Champions League.

Joshua Kimmich (M.) feiert mit Harry Kane (r) seinen Kopfballtreffer zum 1:0.
Foto: Tom Weller/dpa

Joshua Kimmich hat mit seinem wuchtigen Kopfballtor in der 64. Minute das 1:0 (0:0) gegen den FC Arsenal erzielt und somit die letzte Titelchance des FC Bayern München am Leben gehalten. Damit besteht die Hoffnung auf eine Neuauflage des legendären Wembley-Finales im deutschen Fußball, einen Tag nach dem Halbfinal-Einzug von Borussia Dortmund. Der deutsche Rekordmeister steht somit nach dem letzten Königsklassen-Triumph 2020 wieder im Halbfinale der Champions League.

Nach dem 2:2 beim Hinspiel in London zeigten die Münchner im hochspannenden Rückspiel vor 75.000 Zuschauern eine äußerst konzentrierte Leistung. Elf Jahre nach dem Champions-League-Finale zwischen Bayern und Dortmund mit dem 2:1-Siegtor von Arjen Robben im Londoner Wembley-Stadion ist eine Wiederholung am 1. Juni realistisch. Trainer Thomas Tuchel hat auch ohne Meisterschaft und Pokal die Chance auf einen glorreichen Abschied aus München.

Als «ein Geschenk und Privileg» bezeichnete Tuchel das Duell mit dem Tabellenzweiten der Premier League. Vor allem war es aber eine hohe Hürde, entsprechend groß war der Respekt der Münchner. Die Bayern agierten sehr konzentriert, arbeiteten defensiv mit viel Hingabe, ohne allzu sehr ins Risiko zu gehen. Bloß keinen Fehler machen, lautete die Losung.

Tuchels Plan geht auf

Der Sicherheitsgedanke war bereits in Tuchels Startelf erkennbar. Nach dem Ausfall von Serge Gnabry und Kingsley Coman setzte der Trainer links in der Offensive auf den Portugiesen Raphael Guerreiro anstelle von Routinier Thomas Müller, um den starken rechten Londoner Flügel zu bremsen. Der Plan funktionierte, vom pfeilschnellen Bukayo Saka ging wenig Gefahr aus.

Im Vergleich zum aufregenden Hinspiel entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein taktisches Abtasten auf hohem Niveau, was zu Lasten der Offensive ging. Die Bayern wurden in der ersten Halbzeit nur einmal wirklich gefährlich, als Noussair Mazraoui durchbrach und sein abgefälschter Schuss knapp am Tor vorbeiging (23.). Aufgrund der defensiven Ausrichtung kamen auch Flügelspieler Leroy Sané, der aufgrund seiner Schambeinprobleme weiterhin kämpfen muss, und Torjäger Harry Kane selten zum Zug. Auch Jamal Musiala wurde gut kontrolliert.

Auf der anderen Seite galt das Gleiche. Nationaltorhüter Manuel Neuer hatte nicht viel zu tun, außer einem Distanzschuss von Arsenal-Kapitän Martin Ödegaard (29.) und einem unplatzierten Torversuch von Gabriel Martinelli (31.). Der 38-Jährige kehrte wie gewohnt ins Tor zurück, nachdem am Wochenende gegen Köln (2:0) Sven Ulreich gespielt hatte. Dennoch missfiel es Tuchel an der Seitenlinie, dass sich die Bayern manchmal zu weit zurückzogen.

Hochkarätige Chancen nach der Pause

Das Spiel war geprägt von Spannung, in der zweiten Halbzeit kamen auch endlich hochkarätige Chancen dazu. Die Bayern waren nun aktiver. Nach einer Flanke von Kimmich setzte Goretzka einen Kopfball ans Lattenkreuz, beim Nachschuss traf Guerreiro den Außenpfosten. Es war praktisch das Signal für mehr Mut der Münchner, der nach gut einer Stunde auch belohnt wurde. Nach einer feinen Hereingabe war Kimmich per Kopf zur Stelle und belohnte seine starke Leistung.

Kurz darauf hätte Sané sogar noch das Ergebnis erhöhen können, doch in Rücklage setzte er den Ball über das Tor (66.). «Super Bayern, super Bayern», hallte es durch die Arena, was in dieser so schwierigen Saison nicht immer der Fall war. Doch dieses Mal stimmten Wille, Einsatz und Leidenschaft. Die Münchner ließen kaum etwas zu, auch der deutsche Nationalspieler Kai Havertz war bei den Gunners komplett aus dem Spiel genommen.

dpa