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Fünfjähriger Junge in Berliner Kita wohl von Tür erschlagen

Ein tragischer Unfall erschüttert eine Berliner Kita: Ein fünfjähriger Junge stirbt. Vermutlich wurde er von einer Tür erschlagen. Die Polizei ermittelt.

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Ein Kind ist in einer Berliner Kita bei einem Unfall gestorben.
Foto: Monika Skolimowska/dpa

Es war ein riesiger Schock für eine ganze Berliner Kita, für alle Eltern und auch für die alarmierten Sanitäter und Ärzte. Ein fünfjähriger Junge starb am Vormittag in einer Kindertagesstätte im Südosten der Hauptstadt. «Es war nach unseren ersten Erkenntnissen ein tragischer Unfall», sagte ein Polizeisprecher. Der Junge sei von einem schweren Gegenstand erschlagen worden, vermutlich von einer Tür. 

Terrassentür aus der Halterung nach innen gestürzt

In den Medien wurde berichtet, dass sich eine schwere Terrassentür gelöst und umgestürzt sei. An der Seite der Kita war von außen hinter rotem Flatterband eine Glastür zu sehen, die aus ihrer Halterung gerissen und nach innen in einen Raum gefallen war. Die Polizei führt nun Ermittlungen zur Unfallursache durch. Es muss geklärt werden, ob die Tür einen technischen Defekt hatte oder falsch bedient wurde.

Laut eigenen Angaben werden in der großen Kita etwa 160 Kinder ganztägig betreut. Bilder auf der Website zeigen einen weitläufigen Garten sowie zahlreiche Fenster und Türen, die dorthin führen. Die Trägerschaft liegt bei einer gemeinnützigen Gesellschaft für berufliche Bildung und Beschäftigung.

Großeinsatz mit zwei Rettungshubschraubern

Laut Polizei ereignete sich der Unfall gegen 10.15 Uhr im Bezirk Treptow-Köpenick in der Straße Adlergestell. Die Kita alarmierte sofort die Feuerwehr und die Polizei, die einen Großeinsatz starteten. Neben vielen Einsatzwagen wurden auch zwei Rettungshubschrauber zum Unglücksort geschickt. Mehrere Notärzte bemühten sich vergeblich, das Kind wiederzubeleben.

Die Feuerwehr berichtete von 22 Sanitätern, Ärzten und Feuerwehrleuten, die mit 12 Fahrzeugen im Einsatz waren. Zahlreiche Menschen seien von dem tödlichen Unglück stark mitgenommen, «darunter Angehörige, Ersthelfende, und Kita-Personal sowie Rettungs- und Polizeikräfte». Sieben Menschen hätten die «psychosoziale Notfallversorgung», also eine Betreuung durch Seelsorger in Anspruch genommen. Auch 14 Feuerwehrleute hätten betreut werden müssen.

Bericht: Vater des Jungen vor Ort

Auch der Vater des verunglückten Jungen sei vor Ort gewesen und mit einem Schock zusammengebrochen, schrieb die «B.Z.» Er sei ärztlich betreut worden. 

Am Nachmittag war die Kita geschlossen und der Feuerwehreinsatz beendet. Die Kinder wurden nach dem Unfall abgeholt. Das gesamte Gelände wirkte verlassen, nur einige Erwachsene saßen noch im Gebäude.

Senatsverwaltung zeigt sich zutiefst bestürzt

Die Senatsverwaltung für Bildung und Familie teilte mit: «Wir sind zutiefst bestürzt über den tragischen Unfall, bei dem ein Kind in einer Kita ums Leben gekommen ist. Unsere Gedanken sind bei der Familie des Kindes sowie bei allen Kindern und Mitarbeitenden der Kita.» 

Der Kita-Träger habe Unterstützungsangebote organisiert, so die Senatsverwaltung. Aus Respekt vor der Familie und wegen der laufenden Ermittlungen der Polizei wolle man keine Details des Unfalls nennen. «In dieser Ausnahmesituation ist es besonders wichtig, für die betroffenen Kinder, Eltern und Mitarbeitenden da zu sein.» Der Schwerpunkt liege jetzt darauf, die Betroffenen bestmöglich zu begleiten und zu unterstützen.

dpa