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Bayer Leverkusen auf dem Weg zur ersten deutschen Meisterschaft

Der FC Bayern München droht das Ende der beispiellosen Titelserie, nachdem Leverkusen im Topspiel der Fußball-Bundesliga mit 3:0 gewinnt und der Vorsprung auf fünf Punkte anwächst.

Bayer Leverkusen setzte sich souverän im Topspiel gegen den FC Bayern durch.
Foto: Federico Gambarini/dpa

Der Traum von der ersten deutschen Meisterschaft wird für Bayer Leverkusen immer realer, während dem FC Bayern München das Ende der beispiellosen Titelserie droht: Durch das hochverdiente 3:0 (1:0) im Topspiel der Fußball-Bundesliga hat der Vorsprung des Teams von Trainer Xabi Alonso auf den Rekordchampion beachtliche fünf Punkte erreicht. Leverkusen ist immer noch ungeschlagen, nach 27 Siegen in 31 Pflichtspielen der Saison.

Im Gegensatz zu den vergangenen elf Jahren, in denen die Bayern immer Meister wurden, haben sie dieses Mal nach 21 Spielen endlich wieder ein Spitzenspiel zwischen dem Erstplatzierten und dem Zweitplatzierten verloren.

Gerade der in München geborene Bayern-Leihgabe Josip Stanisic brachte Leverkusen mit seinem ersten Saisontor in der 18. Minute in Führung. Der andere Außenverteidiger, Alejandro Grimaldo, über den Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß unter der Woche gesagt hatte, ihn habe bis zum Bayer-Transfer «kein Mensch» gekannt, erhöhte in der 50. Minute. Jeremie Frimpong (90.+5) setzte den Schlusspunkt.

Erneuter Protest

Die Spannung vor dem Spiel war zu greifen. «Hosen runter und Karten auf den Tisch», hatte Bayern-Trainer Thomas Tuchel gesagt. Bayer hätte 180.000 Tickets verkaufen können. Doch dann begann die Partie mit acht Minuten Verspätung, weil die Fans aus Protest gegen die Investorenpläne der Deutschen Fußball Liga Bälle aller Art aufs Feld warfen – und die Fußballwelt sah zu.

Am Freitagabend gab es bei den Bayern Entwarnung bezüglich Manuel Neuer. Trotz seiner Knieprobleme konnte der Nationaltorhüter spielen. Joshua Kimmich wurde nach seiner Schulterverletzung zumindest eingewechselt, Dayot Upamecano kam von Beginn an zum Einsatz, nachdem er seinen auskurierten Muskelfaserriss hatte. Winter-Zugang Sacha Boey stand zum ersten Mal in der Startelf. Bei Bayer nahm Alonso im Vergleich zum 3:2-Sieg im Pokal gegen den VfB Stuttgart vier Wechsel vor. Dass Frimpong, Jonas Hofmann und Patrick Schick auf der Bank saßen, war überraschend.

Im Duell der beiden Mannschaften, die nicht nur die höchste Punktzahl in der Liga haben, sondern auch die meisten Tore erzielt haben, die wenigsten Gegentore kassiert haben und den meisten Ballbesitz hatten, übernahmen die Bayern zunächst die Kontrolle. Trotzdem hatte Bayer die erste Möglichkeit, als Amine Adli nach einem Fehlpass von Upamecano zu schnell abschloss (11.).

Stanisic völlig frei

Nach fünfzehn Minuten verbesserte sich Bayer im Spiel und ging sofort in Führung. Zuerst hatte Neuer nach einer Rettungsaktion von Minjae Kim gegen Adli stark gehalten, aber nach dem anschließenden Einwurf und der Flanke von Robert Andrich stand Stanisic am langen Pfosten frei und erzielte die Führung. Er lehnte die Glückwünsche der Kollegen ab – wahrscheinlich aus Respekt vor seinem Stammverein -, aber er schickte zumindest einen Dank und einen Handkuss in den Himmel.

Die Bayern waren für einen kurzen Moment aus dem Tritt. Neuer verhinderte mit guten Paraden gegen Nathan Tella nach einer Direktabnahme (23.) und gegen Jonathan Tah nach einem Kopfball (24.) das schnelle 2:0. Adli vergab die größte Chance, als er alleine auf das Tor zulief, aber Upamecano ihm den Ball vom Fuß spitzelte (42.). Vor der Pause hatte Bayern nur eine brauchbare Chance durch Leroy Sané (43.).

Nach dem Wechsel kam Thomas Müller als Ersatzspieler im gelben Leibchen mit auf den Platz und sprach bis Sekunden vor dem Anpfiff auf den bis dahin völlig abgemeldeten Torjäger Harry Kane ein. Allerdings fiel anstelle des Ausgleichs schnell das zweite Tor für Leverkusen, als Grimaldo nach einem schönen Doppelpass mit Tella mit einem Schuss unter die Latte abschloss.

Einige Minuten später brachte Tuchel Müller und Kimmich herein. Die Münchner gewannen immer mehr Ballbesitz, konnten sich jedoch kaum noch bedeutende Chancen erarbeiten. Auf der anderen Seite traf Frimpong den Pfosten (88.) und schloss kurz vor Schluss einen Konter ins leere Bayern-Tor ab. Neuer war zuvor für eine Ecke in den Bayer-Strafraum gekommen.

dpa