Bei Konten müssen Banken auffällige Bewegungen melden. Schließfächern sind bei der Geldwäschebekämpfung außen vor. Dies gehört auf den Prüfstrand, meint der Bund Deutscher Kriminalbeamter NRW.
Kriminalbeamte fordern Kontrollmechanismen für Schließfächer

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter NRW fordert angesichts des spektakulären Bankeinbruchs in Gelsenkirchen und Spekulationen über eine hohe Beute dazu auf, Schließfächer in den Blick zu nehmen.
«Ich finde das aberwitzig, dass wir hier Geldwäschebekämpfung betreiben, in ein Schließfach aber jeder reindonnern darf, was er will», sagte der NRW-Landesvorsitzende des BDK, Oliver Huth, der Deutschen Presse-Agentur.
Derzeit wird die sechste Geldwäscherichtlinie der EU umgesetzt, jedoch werden Schließfächer vollständig ausgeschlossen. «Mit diesem Modell reichen wir der Organisierten Kriminalität die Hand», bemängelte er.
Es sollte über diese Debatte diskutiert werden. Er möchte damit weder Verdächtigungen noch Vorurteile äußern. Auch unter den Mietern von Schließfächern könnten Kriminalitätsopfer sein, die Familienschmuck sicher aufbewahren möchten.
Warum Bargeld im Schließfach?
«Es gibt keinen Grund Bargeld im Schließfach zu hinterlegen und nicht aufs Sparkonto zu packen», sagte Huth. Die Einzigen, die sich Geld unters Kopfkissen legten, seien ältere Leute, die mit Bankgeschäften Probleme hätten.
Er gehe davon aus, dass es im Sinne der Normalverteilung auch unter Schließfachbesitzern «schwarze Schafe» gebe. Er selbst habe als Beamter schon 300.000 Euro im Bankschließfach einer Kindergärtnerin gefunden.
Tresor-Coup von langer Hand vorbereitet
Huth wollte sich nicht zum spezifischen Fall des Aufbruchs von Tausenden Schließfächern in einer Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen äußern. Es ist bekannt, dass schwere Bandenkriminalität in der Regel langwierig vorbereitet wird.
In ähnlichen Fällen, die bekannt sind, haben sich die Täter Informationen unter anderem auch über die Gebäudestruktur beschafft. Solche Straftaten werden in der Regel sehr sorgfältig und akribisch vorbereitet.
Fast alle Schließfächer aufgebrochen
Die Täter brachen fast alle 3.250 Kunden-Schließfächer bei dem Einbruch in der Gelsenkirchener Sparkasse-Filiale auf. Sie gelangten in einen Archivraum und bohrten von dort aus ein großes Loch in den Tresorraum.
Die Einsatzkräfte entdeckten den Einbruch am frühen Morgen des 29. Dezember aufgrund eines Alarms der Brandmeldeanlage. Die Diebstahlserie erstreckte sich möglicherweise über mehrere Tage. Die Täter konnten fliehen.
Banken wissen nicht, was in Schließfächern ist.
Ein Anwalt von Betroffenen hat bereits Spekulationen über mögliches Schwarzgeld in den aufgebrochenen Schließfächern widersprochen. Ein Großteil seiner Mandanten hat bereits Nachweise über einen seriösen Erwerb – etwa Videos von der Einlagerung von Bargeld oder Goldschmuck – vorgelegt.








