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Suche nach Erdbeben-Überlebenden – Bangen in Bangkok

Zwei Tage nach dem Erdbeben in Südostasien ist die Lage weiter unübersichtlich – vor allem in Myanmar. In Bangkok bangen Menschen an einem Trümmerberg, in dem Helfer fieberhaft Verschüttete suchen.

Rettungskräfte suchen in Trümmern eines Hochhauses weiter nach Überlebenden.
Foto: Wason Wanichakorn/AP/dpa

Nach dem verheerenden Erdbeben von Myanmar setzen in Südostasien Rettungskräfte die Such- und Bergungsarbeiten fort. In Thailands Hauptstadt Bangkok bargen die Helfer in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) eine weitere Leiche aus den Trümmern eines eingestürzten Wolkenkratzers, wie die Zeitung «Khaosod» berichtete. 

Im riesigen Trümmerhaufen des Hochhauses, das beim Einsturz noch im Bau war, werden noch weitere Menschen vermutet. Leute haben sich dort versammelt und warten verzweifelt auf Nachrichten über ihre Angehörigen, von denen sie seit dem Unglück nichts mehr gehört haben.

Am Samstag berichtete der Sender Thai PBS, dass bereits acht Tote geborgen wurden. 46 Menschen werden noch vermisst. Die Helfer kämpfen gegen die Zeit und suchen mit Spürhunden nach weiteren Überlebenden, nachdem sie am Vortag Lebenszeichen unter den Trümmern vernommen hatten.

https://x.com/KhaosodEnglish/status/1906157912961204586

Behörden untersuchen Einsturz

Das 30-stöckige Hochhaus im Rohbau stürzte ein, als schwere Erdstöße mit Epizentrum in Myanmar am Freitag Südostasien erschütterten. Das stärkste Beben ereignete sich in der Nähe von Mandalay, der zweitgrößten Stadt Myanmars, mit einer Stärke von 7,7. Wenige Minuten später gab es etwas südlich davon ein weiteres starkes Beben – das Geoforschungszentrum in Potsdam (GFZ) und die US-Erdbebenwarte (USGS) meldeten eine Stärke von 6,5 bzw. 6,7. Es folgten zahlreiche Nachbeben. Auch in Teilen von China und Vietnam waren die starken Beben deutlich zu spüren.

Auch wenn das Beben das Hochhaus in Bangkok letztlich zum Einsturz brachte: Die thailändischen Behörden haben mittlerweile eine Untersuchung eingeleitet, um zu ermitteln, wie es so weit kommen konnte, wie die «Bangkok Post» berichtete. 

Das Bürogebäude war also ein Gemeinschaftsprojekt der Italian-Thai Development Plc und einer Tochtergesellschaft der China Railway No.10 Engineering Group, die Teil des chinesischen Staatsunternehmens China Railway Engineering Corporation (CREC) ist.

Zahlreiche Tote in Myanmar

Nur wenige Informationen aus dem stark betroffenen Myanmar gelangen nach außen. Die Militärjunta, die das Bürgerkriegsland regiert, hat bisher 1.644 Tote bestätigt. 3.400 Menschen wurden verletzt. Es wird jedoch befürchtet, dass viel mehr Menschen ums Leben gekommen sein könnten. Die Situation im Land ist äußerst dramatisch. Zahlreiche Häuser sind eingestürzt, Brücken zusammengebrochen und ein Krankenhaus im Bundesstaat Shan wurde vollständig zerstört.

Laut «Myanmar Now» brachte die Naturkatastrophe auch den Flugverkehrskontrollturm auf dem internationalen Flughafen der Hauptstadt Naypyitaw zum Einsturz. Dabei seien mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen, berichtete die Nachrichtenseite unter Berufung auf eigene Quellen.

Hunderte Häuser in China beschädigt

In China, einem Nachbarstaat Myanmars und einer der wenigen Verbündeten des Bürgerkriegslandes, war die südwestliche Provinz Yunnan am stärksten vom Erdbeben betroffen. In der Stadt Ruili, die etwa 300 Kilometer vom Epizentrum in Myanmar entfernt liegt, wurden laut Staatsmedien fast 850 Häuser beschädigt. Zwei Personen wurden dort verletzt. Die Behörden überprüften nach dem Beben den Zustand von Wasserschutzprojekten und Stromversorgungsanlagen.

Hilfe aus dem Ausland läuft an

Nach dem Beben erhielt das vom Bürgerkrieg geplagte Myanmar Hilfe aus dem Ausland. Malteser International entsandte ein Nothilfeteam aus Deutschland in die betroffenen Gebiete. China schickte mehrere Katastrophenschutzteams mit Spezialgeräten nach Myanmar, wie staatliche Medien berichteten. Ein chinesisches Team befreite laut Xinhua einen Mann in Naypyidaw nach 40 Stunden aus den Trümmern eines Krankenhauses. Thailand schickte trotz eigener Betroffenheit Spezialteams nach Myanmar, um bei Such- und Rettungsarbeiten sowie der Schadensbewertung zu helfen.

Auch Indien, das an Myanmar im Westen angrenzt, hat erste Hilfsgüter geschickt. Laut dem Außenministerium in Neu-Delhi landete ein Flugzeug der indischen Luftstreitkräfte mit einer 15 Tonnen schweren Ladung an Hilfsmaterialien wie Zelte, Decken, Generatoren und Arzneien in der Stadt Yangon. Die Lieferung wurde von einer Gruppe von Such- und Rettungskräften sowie einem medizinischen Team begleitet.

dpa