Die Münchner setzen sich souverän gegen Leverkusen durch. Kane und Davies sorgen für den verdienten Sieg.
Bayern München zieht ins Champions-League-Viertelfinale ein
Das Leverkusener Wunder ohne Fußballkünstler Florian Wirtz ist nicht eingetreten und die Welt für den FC Bayern München ist wieder in bester Ordnung. Mit dem 2:0 (0:0) im deutschen Champions-League-Knaller bei Doublesieger Bayer Leverkusen hat der Bundesliga-Spitzenreiter am Dienstag den Viertelfinaleinzug perfekt gemacht.
Die Werkself von Trainer Xabi Alonso konnte den erneut souveränen Bayern-Sieg nicht verhindern, da die Hypothek des 0:3 aus dem Hinspiel sowie der verletzungsbedingte Ausfall ihres besten Spielers Wirtz zu schwer wogen. Torjäger Harry Kane (52. Minute) und Alphonso Davies (71.) sorgten für die Tore.
Im April setzen die Bayern ihren geplanten Weg zum Finale dahoam gegen Inter Mailand fort. Dabei treffen sie auch auf ihren bisherigen letzten Meisterkeeper Yann Sommer.
Somit haben die Bayern das diesjährige Saisonduell mit Leverkusen gewonnen. Das Team von Trainer Vincent Kompany hat nicht nur das deutsche Champions-League-Duell überraschend deutlich gewonnen. Auch in der Liga führen die Münchner mit acht Punkten Vorsprung vor Bayer und neun noch ausstehenden Spielen in Richtung 34. Meisterschaft.
Ohne Wirtz fehlt Bayer der Fixpunkt
Ohne ihren am Sprunggelenk verletzten Topstar Wirtz fehlte Leverkusen der Fixpunkt im Spiel, um früh den Grundstein für eine Aufholjagd zu legen. Alonso reagierte auf den Wirtz-Ausfall, indem er wieder auf Torjäger Patrik Schick von Beginn an setzte. Zuletzt hatte der Taktik-Tüftler zweimal gegen die Bayern ohne Mittelstürmer gespielt.
Beim 0:0 in der Bundesliga im Februar hatte er die Münchner damit – fast – schachmatt gesetzt. Der Rekordmeister war chancenlos wie selten in einem Bundesligaspiel und verlor nur mit großem Glück nicht. Beim 3:0 der Bayern in der Vorwoche ging der Kniff indes völlig schief, das Spiel entglitt Leverkusen komplett.
Alonso setzte diesmal vor allem auf Kapitän Lukas Hradecky (35) im Bayer-Tor. Im Hinspiel hatte er Matej Kovar das Vertrauen geschenkt, doch der 24 Jahre alte Tscheche hatte seine Nerven nicht im Griff und patzte entscheidend. Hradecky war deutlich sicherer.
«Es geht heute nicht so sehr über Taktik. Es geht heute um das Herz», hatte Alonso vor dem Spiel bei Amazon Prime gesagt. «Wir haben nichts zu verlieren, wir haben alles zu gewinnen. Der Druck liegt bei den Bayern.»
Intensives, aber nicht hochklassiges Duell
Leverkusen begann entschlossen und mit Härte. Erste unsanftere Aktionen von Jonathan Tah und Aleix Garcia blieben noch ungeahndet, stattdessen sahen zwei Münchner jeweils früh Gelb: Kingsley Coman und Konrad Laimer mussten mit dieser Hypothek in den restlichen Fight. Und Bayer bekam auch die Möglichkeit zur frühen Führung, doch dem herrlich von Arthur frei gespielten Exequiel Palacios versprang der Ball im entscheidenden Moment.
Obwohl Leverkusen versuchte, die Spielkontrolle zu übernehmen, waren die Bayern gefährlicher. Kane testete Hradecky nach fünfzehn Minuten und Michael Olise verfehlte kurz darauf nur knapp. Die ersten Chancen auf beiden Seiten waren gegeben, es gab kein Geplänkel.
Es ging weiterhin intensiv und mit Vorteilen für Bayern, jedoch ohne viele Torraumszenen. Schon in der 38. Minute erlitt Leverkusen den nächsten Rückschlag. Mario Hermoso musste aufgrund einer Schulterverletzung ausgewechselt werden, wodurch Nationalspieler Robert Andrich neben Tah in die Innenverteidigung rückte.
Nach der Halbzeitpause war es Torschütze Kane, der dem Spiel endgültig den Stecker zog. Der Engländer, der bereits in der Vorwoche im Hinspiel doppelt getroffen hatte, bekam den Ball nach einem Freistoß vor die Füße und schob ihn förmlich über die Linie. Es war auch der Kapitän der englischen Nationalmannschaft, der Davies blitzschnell das zweite Tor vorlegte.
In der BayArena, die mit 30.210 Zuschauern vollbesetzt war, glaubte niemand mehr an das Wunder. In der Schlussphase verhinderten Latte und Pfosten bei zwei Schüssen von Jamal Musiala sogar ein Debakel für die Werkself.