Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

UN: Opferzahl nach Erdrutschen in Äthiopien steigt auf 257

Immer mehr Tote werden nach Erdrutschen in Äthiopien aus den Schlammmassen gezogen. Die Hoffnung, Überlebende zu finden, ist gering. Einwohner heben Massengräber aus.

Laut Behörden sind Tausende Familien von dem Unglück betroffen.
Foto: Samuel Getachew/dpa

Die Anzahl der Todesopfer nach mehreren Erdrutschen im Südwesten Äthiopiens ist laut den Vereinten Nationen auf mindestens 257 gestiegen. „Wir rechnen mit bis zu 500 Todesopfern“, teilte das UN-Nothilfebüro OCHA auf der Plattform X mit. Es müssen mehr als 15.000 Menschen evakuiert werden.

https://x.com/OCHA_Ethiopia/status/1816414232646152618

Am Mittwoch waren nach Angaben der äthiopischen Regierung noch 229 Tote zu beklagen. Die Suche nach Überlebenden wird fortgesetzt. Vier Tage nach dem ersten Erdrutsch am Sonntag sind die Rettungskräfte im Wettlauf gegen die Zeit. Sie hoffen auf Überlebende, bergen jedoch hauptsächlich Tote.

Massen-Begräbnisse in Dörfern

Einwohner in mehreren Dörfern der Region hielten Massen-Begräbnisse ab, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete. Mitglieder betroffener Familien gruben im Dorf Dale im Bezirk Gofa verzweifelt mit bloßen Händen nach Vermissten. Andere versuchten, mithilfe von Fotos verschollene Angehörige zu finden. Am Montag wurde bei den Bergungsarbeiten auch ein Helfer verschüttet.

Das äthiopische Rote Kreuz sprach von einer «Tragödie». Tausende von Familien sind demnach betroffen und hätten ihre Häuser verloren. Rettungskräfte versuchten, die Menschen schnellstmöglich mit Nahrungsmitteln, Notunterkünften, Medizin und Hygieneartikeln zu versorgen. 

Heftiger Regen als Ursache

UN-Generalsekretär António Guterres sagte, dass er von dem Unglück „zutiefst betroffen“ sei. Das afrikanische Team der US-Gesundheitsbehörde CDC schickte ein Notfallteam, um die Rettungsarbeiten vor Ort zu unterstützen.

Die Erdrutsche wurden durch starke Regenfälle verursacht. Während der Regenzeit im Juli steigt in der hügeligen Region Äthiopiens die Gefahr von Erdrutschen. Auch die Auswirkungen des Klimawandels betreffen das Land am Horn von Afrika – zuletzt war der Regen aufgrund des Wetterphänomens El Niño stärker als gewöhnlich. Darüber hinaus besteht in vielen Gebieten aufgrund von Abholzung die Gefahr von Erosion, da ohne die Wurzeln der Bäume der Boden nicht zusammengehalten wird.

dpa